Archiv für Mai 2010

club not country! – more than a feeling

Ich horche in mich hinein und mein Gefühl sagt mir wenn Deutschland spielt: Nichts!
Ich kann es nicht ändern, das ist ein ähnlicher Effekt wie bei internationalen Spielen deutscher Clubs (gilt auch auch für Finals!!)
Mein Gefühl sagt mir nicht „Das ist gut für die 5-Jahres-Wertung“, sondern es sagt mir, „Du hast Antipathien gegenüber Schweinis, Poldis, van Bommels, van Buytens und sonstwem. Warum sollte das bei so ‚nem Spiel sich um 180 Grad drehen?
Und nur weil sie in ner anderen Kluft stecken ändere ich meine Einstellung ihnen gegenüber? Machen die den Mund auf, kommt bei mir das Kotzen! Arrogante Äußerungen, schreckliche Meisterreden vom Münchner Balkon und und und….
Feind bleibt Feind!
Ich finde eher dieses weichgespülte „international bin ich auch für den FC Bayern“-Gelaber abnormal. Ist komischerweise aber nicht so weit verbreitet.

Nicht, dass ich in besonderem Maße antideutsche Tendenzen pflege.
Gut, gewisse Sympathien zu Paul Scholes, Rooney & Manchester und Inter waren vorhanden, aber halt eben nur leichte Sympathien. Trotzdem war beim CL Finale meine Meinung klar. „Verkehrte Welt“ übrigens auch am Nachbartisch mit internationalen Studenten im Biergarten (u.a auch Italiener). Dort alle „Pro FC Bayern“, weil in Italien halt Juve & Inter die große Pest sind!

Zurück zur N11:
Ich kann für mich sagen: Der „Zauber N11“ ist komplett verfolgen. Das ist leider Realität.
Fußball ist für mich echte Herzensangelegenheit. Ich sehe mir Spiele der deutschen Mannschaft an und es ist mir egal. Ich fiebere nicht mit bei 11er Schießen oder Verlängerung, wo ich beim S04 innerlich kaputt gehen würde. Schlimm finde ich dagegen das aufgesetzte „Wir sind weiter und müssen uns alle freuen weil wir die Vorrunde überstanden haben (mit Autocorso) und entsprechend traurig sein bei Niederlagen mit Iro und Hawaii-Kette.
Das Ganze hat für mich eher den Flair von Love Parade als Fußball.

Warum also Einwände gegen das „Dont believe the hype“-Projekt, u.a von den Ultras Braunschweig?
Es werden so jungen Leuten Alternativen geboten um nicht in dem Einheitsbrei der feierwütigen Spaßgesellschaft abzutauchen, sondern sinnvoll über Alternativen nachzudenken. Auch mal eine unbequeme Gegenmeinung zu entwickeln als sich den Poncho umzuhängen, ab in die tiefergelegte Karre und hupend zum Autocorso nach einem Vorrunden-Kantersieg gegen Saudi Arabien (wie z.B. 2002)!

Diese Leute spielen mit unserer Leidenschaft und lachen auch noch über uns, weil wir Woche für Woche mit Herz und Seele leiden, feiern und täglich an den Verein denken!

Selbst die durchaus umstrittene deutsche Allesfahrerszene erkennt die schon seit längerem die Tendenzen und zieht sich eher zu den U21 Kicks zurück oder reist jetzt zahlreich nach Ungarn, wo mal wieder eine gesunde, natürliche Auslese stattfinden wird, was das Publikum im Gästeblock angeht. Keine Fanclub Nationalmannschafts-Choreo im Gästesektor – da bin ich mir sicher. (siehe auch Bratislava etc.)

Was ist aber das eigentlich Kuriose dabei? Das das Gefühl mir schon mal was anderes gesagt hat.

Was ist passiert? Was war vielleicht 1990-2000 anders? Angefangen bei der WM in Italien bis hin zu der EM in Belgien/Holland?
Ich denke, dass ich zu alt bin um mich vermeintlichen „Ultra‘ Dogmen“ zu beugen und der N11 abzuschwören zu MÜSSEN.
Ebenfalls ist es auch nicht meine, zwar vorhandene, aber in diesem Fall nicht dominierende opportunistische Ader.

Es ist einfach so gekommen.
Hatte ich früher die Presseschau am Montag aus dem Ausland gefürchtet, wenn die deutsche Elf versagt hatte und sich „The Sun“ und „Daily Mirror“ amüsierten oder deutsche Hools in Lens in die Schlagzeilen gerieten, hat sich hier gänzlich das Blatt gewendet. Man nimmt es zur Kenntnis – gefühlskalt.

Fußball im TV ist zudem für mich schon immer eine zweischneidige Sache. Klar, der Sport steht im Vordergrund. Mit dem sportlichen Erfolg steht und fällt so viel, aber was für mich schon immer auch wichtig war, ist das „Drumherum“, die Begleiterscheinungen, Nebenschauplätze, das Spektakel auf den Rängen, der Zauber des weiten Runds.
Klar werden alle Spiele bei mir im TV nebenher laufen. Da besteht kein Zweifel.
Vielleicht wette ich sogar wieder etwas nebenbei um mir so die Spannung noch zu erhöhen.
Aber, wer mich zum Grillen, gucken einlädt oder besucht muss damit rechnen, dass ich ihm das Spiel „zerlabere“.

Fazit:
Es gibt wieder die „Club not Country“ Aktion!
Es gibt mich nicht beim Autocorso!
Es gibt mich nicht in Anti Boateng Gruppen (warum auch? Michi B. hatte die Geister selbst gerufen und ist eben mal an den Falschen geraten). 0% Mitgefühl.
Der Verein ist das was zählt!

P.S. Ich sammele übrigens als Hanuta Fan immer noch die Bilder. Allerdings nur aus meiner unzähmbaren Sammelwut heraus und der Vollständigkeit seit 1990 wegen ;-) )

Germany 12 Points ?

The real „Eurovision Song Contest“!

Deutschland: „Ein bisschen Frieden“

England: „That sounds good to me“

Italien: „Fiumi die parole“

Frankreich: „Allez Ola Ole“

Orang(e) Ultras vs. blaue Lilien

It’s a casuals life…
Ganz in diesem Sinne erfolgte bei der Anreise ein kurzer Zwischenstopp im „Wertheim Outlet-Village“.
In der sogenannten Wissenschaftsstadt DA wurde das Auto auf dem Gelände der Darmstädter TU abgestellt und zum Erstaunen der in Horden präsenten Staatsmacht nicht der Weg durch Wald und Wiese zum Gästesektor eingeschlagen, sondern schön einmal das Stadion umrundet um sich neutrale Plätze fürs Spektakel zu gönnen.

Am Ende wurde es, da kostengünstig, versehentlich doch der berühmt berüchtigte Darmstädter A-Block.
Beim -nicht vorhandenen- Intro also beste Sicht auf die zahlreich angereisten Gäste in orange, zu Lasten des Intros auf Seiten der Lilien.
Um uns herum hatte es noch weitere Hoppernasen verschlagen, die dem fachmännischen Auge mal mehr oder weniger schnell ins Auges stachen, spätestens aber als die Kameras gezückt wurden. Ich verzichtete derweil, zugunsten eines chamäleonartigen Auftretens, auf die Spiegelreflex.
Darmstadt 98, zwar im Tabellenkeller aber aufgrund des „grünen Tischs“ nicht in Abstiegssorgen, hatte in Sachen Fanszene mächtig angetischt. Im Ultras Sektor „F“ fand sich das jüngere Klientel ein, im A-Block ein beeindruckendes Schaulaufen der älteren Semester mit freundlicher Unterstützung von diversen Kölnern.
Supporttechnisch Ultras DA mit kleinem, feinen Intro („Support your local club“), sonst aber im Block A der gleichen Tribüne nie (!) zu vernehmen. Block A mit schönen englischen Gassenhauern a la „Come on you boys in blue…“ und Pöbeleien . Zwar selten, aber wenn, wusste es zu gefallen.
Von den Gästen hatte ich mir mehr „kreativeres“ Liedgut erwartet, so blieb es bei den bekannten Melodien und Gesängen – nicht mehr als ein durchschnittlicher Auftritt.
Während der 2. Halbzeit eine kleine Luftballon-Einlage zum optischen Aufpeppen, des schon sehr starken Gesamtbildes in orange und mit satter Zaunfahnenaction.
10 Minuten vor dem Ende trat dann das ein was zu erwarten war und es wurden allerlei Materialien der „Ultras Darmstadt“, vor einiger Zeit aus dem Fancontainer entwendet, präsentiert. Umrahmt wurde das Ganze von orangenem Rauch und Pyro und auch die ein oder andere Leuchtspur flog durch den samstagnachmittäglichen darmstädter Himmel.
Pöblende Gesten seitens Block F, wogegen deren Shirt und Schal verkehrt herum am Zaun eher lächerlich wirkten. Der ein oder andere in Block pöbelte daraufhin gegen die eigene Ultras-Szene, was deren „Untätigkeit“ angeht nach der Präsentation. Da scheint einiges nicht zu stimmen und selbst für den Außenstehenden sind große Gräben erkennbar – angefangen bei der politischen Orientierung (?).
Vielleicht noch erwähnenswert, dass der Fotograf der Frankfurter ganze zweimal zum Rapport bei den Grünen gerufen wurde, inwieweit dort Film- und Fotomaterial beschlagnahmt wurde entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.
Die Spieler der SGE bekamen am Ende auf jeden Fall noch die verbale Standpauke, da sich Einige von ihnen tatsächlich dazu hinreißen haben lassen, die organgenen „Anti-Lilien-Gang“-Shirts überzustreifen. Skandal :-) . Lasst den Emotionen freien Lauf!


„Anti-Lilien-Gang“

Die Abreise seitens der Fanszene FFM lief größtenteils mit Bussen ab, nachdem der Hinweg per pedes bewältigt wurde.
Nach kurzem Waldspaziergang unsererseits konnte auch die Heimreise antgetreten werden.

Was meint die Presse schreiben zu dürfen? (Darmstädter Echo) ->> *klick!*


Schön „oldschool“, die Gegengerade am Böllenfalltor


Die weißen Luftballons verteilten sich blitzschnell während der 2. Halbzeit


Intro der „Ultras Darmstadt“


It’s a casuals life – Das „Wertheim Village“

Fakten:
15.05.2010 SV Darmstadt 98 – SG Eintracht Frankfurt II 1:2 (1:0)
Tore: 1:0 Soriano (6.), 1:1 Hassler (54.), 1:2 Hess (72.)
Stadion: Stadion am Böllenfalltor
Wettbewerb: Regionalliga Süd (4.Liga)
Zuschauer/Gästefans: 5.100 / ca. 2.000
Eintrittskarte: 12 € Sitzplatz Haupttribüne
Gästezaunfahnen: 24 Stück
kulinarisch top:
-> Anreise: „Chili-Ahle Worscht“-Brötchen
-> Stadion: Fehlanzeige, da meterlange Schlangen!

Gefeliciteerd, FC Twente – Landskampioen 09/10!

In diesem Sinne: Schalke & Twente INTERNATIONAL – Die Eurofighter sind wieder da!

btw: Salsiccia 2.0 ab jetzt WERBEFFREI!!!!!!

Unsere Leidenschaft ist ihnen rätselhaft

Here we go again – Europa hat uns wieder!
Große Emotionen und 40 Minuten nach Abpfiff das Stadion voll wie sonst nicht mal zur 80. Spiel Spielminute.

Ob nun „LaOlas“ inklusive dem abfeiernden Werderaner Gästeanhang sein müssen sei mal dahingestellt.
Aber ansonsten ein durchaus spektakuläres letztes Heimspiel der Saison 09-10. Anstatt in Trübsal zu verfallen wurde ein klares Zeichen gesetzt – und alle machten mit. „Schalke 2.0“ scheint doch noch etwas zu leben und nicht nur noch zu funktionieren.
In den Gesichtern von Asamoah und Bordon erkannte man glaube recht gut, dass die Zeichen auf Abschied vom Schalker Markt stehen.
Kuranyi? Da hab ich gar nichts gesehen. Und ich verbitte mit Lobeshymnen auf diesen Typ von Spieler. Reisende soll man bekanntlich nich aufhalten und anstatt des erwarteten Signals einer Vertragsunterschrift nach vorzeitigem Einzug in die Königsklasse wird lieber weiter rumgeeiert, sich nicht klar für sportlich anspruchsvolle Aufgaben entschieden, sondern lieber mit dem russischen Tabellenzehnten kokettiert. Viel Spaß bei Saturn Ramenskoje – auswärts ;-)
Für mich wurde der Status „Zwangsehe“ zwischen Kevin K. und dem S04 nie richtig abgelegt. Was nicht passt, wird eben nicht immer passend gemacht.
Auch rund ums Stadion und auf den An- und Abfahrtswegen überall gute Laune und entspannte Gesichter. Ein wahrlich anderes Bild als bei den Dramen 2001 und 2007.
Danke Jungs, für eine tolle Saison!