Archiv für Oktober 2012

AFCA – FCU


Keine Tageskassen offen, die WBUC/Salsiccia war jedoch darauf vorbereitet.


Das Ajax Supportershome, welches 2004 nach einem Gastspiel von ADO Den Haag geschlossen werden musste, da große Teile des Gebäudes in Flammen aufgingen. Eine Brandstiftung konnte nicht nachgewiesen werden. 2005 erfolgte die Wiedereröffnung.


Zaunfahne zu Ehren der Legende Frank de Boer


Zaunfahne zu Ehren der Legende Johan Cruijff


Das ursprüngliche Vak410


Der triste Gästeblock


PRO 14:30 Aktion


Hintergrund des Spruchbands ist, dass der FC Utrecht am Montag in der Woche des Spiels bekannt gab, dass keine eigenen Fans mit nach Amsterdam reisen dürfen. Bemerkenswerte Tatsache, dass 10 Tage vor dem Spiel kein Verkauf beim FCU begonnen hatte. „Wir wollen das Spiel in Amsterdam ohne unnötigen Druck und Spannung“ ließ der FCU verlauten. Ein schlechter Scherz.
Das Schlimme: Die Utrecht Supporters aus der Fanszene nahmen dieses Verbot hin und ergaben sich ihrem Schicksal.

Europaweit gibt es kaum eins lokales Derby (ca. 30 km Entfernung) mit angeblich so viel Hass und Utrecht zeigt keine Aktivität.
Für Vak410 steht fest, am 23.12.2012 zum Spiel nach Utrecht zu reisen – Verbote hin oder her. (Vak410 = 1200 Plätze)

23-12: 1.200 MAN ON TOUR!
„VAK410 ALTIJD & OVERAL“


Für fanfreundliche Anstoßzeiten


PRO 14:30


Das Supporteshome von oben


Spruchband zu Ehren der Helden von „De Meer“ (altes Ajax-Stadion) – Vak410
Im Vak410 ansonsten nur im mittleren Teil um die Capos und Trommeln Supportaktivität/Bewegung zu vernehmen. Gerade die ersten Reihen am Geländer „glänzten“ in schwarz eher durch Posen in Reihe 1, statt sich aktiv am Geschehen zu beteiligten. Die immer wieder hochflatternde Zaunfahne wirkte schon fast störend für die Jungs.


Schick dagegen die Zaunfahne an der Rückwand des Oberrangs mit der Aufschrift „Ultras – Tifosi Vak 410″


Spruchband zu Ehren der Helden von „De Meer“ (altes Ajax-Stadion) – F-Side


Youth Ultras Vak410 mit Zaunfahne „not for running“… hehe
[Quelle: Netzfundstück]

An dieser Stelle ein paar Worte zur interessanten Fanszene von Ajax – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, basierend auf persönlichen Gesprächen und Kontakten. Gruß an Daniel/OB. Korrekturen bitte per eMail.

Die „F-Side“ gibt es seit den 1970er Jahren. Mit dem „Import“ des englischen Hooliganismus gab es in den Niederlanden viele Vereine mit entsprechenden Zusammenschlüssen. Die F-Side war eine der bedeutesten und größten Hooligangruppierungen – neben den Rotterdam Hooligans auch international bekannt. Durch zunehmende antisemitische Äußerungen anderer Fangruppen (Den Haag, Utrecht und vor allem Rotterdam) gegenüber Ajax und der Stadt Amsterdam („Paradiesvögel“, „Nightlife statt Arbeit“ etc.) nahm die F-Side in den 80er Jahren das von gegnerischen Fans erzeugte Bild eines Judenclubs an und besetzte dieses Bild eines Judenclubs positiv. Joden, Joden! (dt: Juden, Juden!) Rufe an das Team waren der Anfang. Nach und nach kamen dann Davidssterne und israelische Flaggen hinzu. Man war stolz Jude zu sein. Eine relativ philosemitsiche Haltung. Nur ist diese Reaktion wohl richtig gewesen. Es gibt wohl keinen anderen Verein (außer vielleicht Tottenham Hotspurs) bei dem eine Fanszene so auf antisemitische Aktionen der gegnerischen Fans so reagierte.

Vor dem zweiten Weltkrieg und der Shoah war Ajax ein Club der wohlhabenden Leute. Dazu gehörten auch Juden. Allerdings gehörten die meisten Juden in Amsterdam der Arbeiterschaft an. Dass trotzdem viele Juden (auch aus der Arbeiterschaft) sonntags zu Ajax fuhren, lag daran, dass Ajax am nähesten zum jüdischen Viertel lag und man dort gemeinsam mit nichtjüdischen Fans seinen Club anfeuerte. Man sah Ajax auch nie als jüdischen Club an.
Nach dem Krieg und der Shoah gab einige wichtige Leute, die Juden oder Halbjuden waren und auch für einen Teil des Erfolgs von Ajax verantwortlich waren. Dennoch gibt es objektiv keinen Grund Ajax Amsterdam als Judenclub zu sehen, genauso wie Amsterdam objektiv keine Judenstadt ist. Sie unterscheidet sich natürlich von Städten wie Rotterdam wo Hafenarbeiter das Bild prägen. In dieser Zeit entwickelte sich dann die F-Side.

Aktuell bzw. in den letzten Jahren gab es schon einige Änderungen. Während das philosemitische Moment bei Ajax immer geduldet wurde, kamen des häufigeren Worte vom Präsidenten oder Vorstandsmitgliedern auf, dass man mit der Vereinahmung des Jüdischen aufhören müsse. Hauptsächlich wurde dies damit begründet, dass man damit den Antisemitismus auf Amsterdam nur weiter schüren würde.
Der Verein sieht dieses Bild allein aus wirtschaftlichen und vermarktungstechnischen Gründen nicht gerne. Dennoch ist das Bild allgemein anerkannt. Zur Meisterschaft wurde 2004 ein Video mit Canal+ gedreht, in dem die schönsten Momente des Jahres zu sehen sind. Dort sieht man auch u.a. die F-Side mit israelischer Blockfahne.

Die jüdische Vergangenheit kann der Verein nicht so recht akzeptieren. Es gibt weder ein Denkmal für die getöteten Juden, noch ein Holocaustmahnmal, obwohl es von vielen Seiten (auch von den Fans) desöfteren gefordert wurde. Eine offensive Auseinandersetzung ist nicht gewünscht; die Archive auch nicht freigegeben.
Er akzeptiert den Philosemitismus der Fans, trotzdem möchte er diese am liebsten vergraulen.

Nun muss man aber auch sagen, daß die F-Side heute weder Hooligan- noch Ultragruppe ist. In Amsterdam stand 2001 ein Umschwung an. Vak410 versuchte auf der anderen Seite des Stadions (Noord, während die F-Side auf Zuid im Unterrang steht/sitzt, aber auch nicht mehr im F-Block, den gab es nur im alten Stadion „de Meer“) für mehr Atmosphäre zu sorgen. Zusammen mit drei kleineren Gruppen sah man sich als Ultrakollektiv und handelt auch so.
Derzeit stehen die Vak410 Jungs ebenfalls auf der Süd – allerdings im Oberrang. Der Wechsel wurde vollzogen aufgrund fehlender behördlicher Genehmigungen und die damit verbundene eingeschränkte Expansion im ursprünglichen Vak410. Im Oberrang der Nord befindet sich lediglich die „North up Alliance“.
Das eigentlich Vak410 ist von normalen Fans bevölkert.
Vak410 pflegt Freundschaften zum „Brussels Casual Service“ vom RSC Anderlecht und 12th Player bzw. Supreme Ultra Boys Gate 11 von Maccabi Tel Aviv.

Fakten:
07.10.2012 12:30h Amsterdamsche Football Club Ajax – FC Utrecht 1-1
1-0 Ryan Babel ; 1-1 Fabian Sporkslede (Eigentor)
Stadion: ArenA
Wettbewerb: Ehrendivision, Niederlande
Zuschauer/Gäste: 48.836 / 500
Eintrittskarte: 24,50 €, Unterrang Nord
Culinaria: Frikandel & Frietjes spezial