Dreierlei

Es wurde auf das bewährte Konzept des Berlin³-Trips gesetzt und 3 Spiele an diesem Tag in das Programm aufgenommen.
Den Auftakt machte der A-Jugend-Kick im Paul-Janes-Stadion (bis 1990 offiziell und auch heute noch besser bekannt als „Flinger Broich“) in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.
Samstag Morgen, 11 Uhr, schönster Sonnenschein bei angenehmer Kälte.
Vor Spielbeginn die obligatorische Mannschaftsaufstellung abgeholt und Platz genommen.
Trainer der Fortuna A-Jugend ist übrigens kein anderer als der Cousin von der kroatischen Stürmer-Legende Davor Šuker, nämlich Sinisa Šuker.

Nach und nach füllte sich die Tribüne zusehends, letztendlich fand sich auf Fortuna-Seite auch ein Grüppchen (Dissidenti? LBF?), welches immer mal wieder anlassbezogen Fortuna-Schlachtrufe von sich hören ließ.
Ansonsten das übliche Bild auf den roten Sitzen: Scouts wechseln sich mit motivierten Eltern ab.
Kulinarisch wurde lediglich ein warmer Kakao getestet, wenngleich es die nett angerichteten Mettbrötchen mit frischen Zwiebeln auch verdient gehabt hätten sie zu probieren.
Schön auch, dass die „LBF 99“ es nicht versäumten ihre Fahne am Zaun anzubringen.

Das Paul-Janes-Stadion ist genau richtig für derartige Spiele. Wohl dem Verein, der ein schickes, kleines und dann auch noch geschichtsträchtiges Stadion für seine Jugendmannschaften hegt und pflegt.
Hinter beiden Toren gibt es ebenso wie auf der Gegenseite Betonstufen (ein Hintertorbereich ist theoretisch hälftig Gästeblock). Kultig ist sicherlich ein altes Schild mit dem Stadiongrundrisse des alt-ehrwürdigen Rheinstadions.

Der kurzweilige Kick endete 3-2 für die Hausherren nach zwei schweren Schalker Abwehrpatzern stand es schnell 2-0. Auf Seite der Schalker traf der erst kürzlich mit einem Profivertrag ausgestattete Felix Platte. Die Schalker Jugendtrainer-Legende Norbert Elgert sprach nach dem Spiel von einer „hochverdienten Niederlage“ und zeigte sich gerade von den „Spielern mit Ambitionen“ mehr als enttäuscht („Totalausfälle“).
Bevor es weiter Richtung Gelsenkirchen ging wurde noch köstlich bei „Sawatdy“ in der Bilker Allee gespeist, der dieses Mal dem „Oberbilker Grill“ vorgezogen wurde.


Block 13 und Block 12

Fakten:
22.11.14 | 11:00 Uhr
Fortuna Düsseldorf U19 – FC Schalke 04 U19 3-2
Wettbewerb: A-Junioren Bundesliga West, 11. Spieltag
Stadion: Paul-Janes-Stadion, Düsseldorf
Zuschauer: 200
Eintritt: 4 EUR (ermäßigt 2 EUR)

Es folgte das Bundesligaspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg, mit selbigem Ergebnis am Ende, sodass nach 2 Spielen bereits 10 Tore zu Buche standen. So konnte es doch weitergehen.
Für Spannung war gesorgt; Schalke ließ nach einer 3-0 Führung nach 30 Minuten die Gäste noch mal zum 3-2 rankommen, sodass am Ende das große Zittern angesagt war. Schalke mit neuem taktischem Konzept unterwegs, was die Gäste sichtlich überraschte. Ob es an RdMs Geheimtraining lag?
Nach Spielende gab es keine Zeit zu verlieren um „exklusiv“ den Abreisestau etwas zu umfahren. Fix noch einen weiteren Mitfahrer eingesammelt und ab auf die Autobahn Richtung der Provinz Nordbrabant.

Fakten:
22.11.14 |15:30 Uhr
FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg 3-2
Wettbewerb: 1. Bundesliga, 12. Spieltag
Stadion: Arena AufSchalke, Gelsenkirchen
Zuschauer: 60.989 | 1.300 Gäste
Eintritt: Stehplatz 16,50 EUR

Willem II Tilburg gegen Excelsior Rotterdam hatten wir uns herausgesucht, und da das Spiel „clubcardfrei“ war, konnten problemlos Tickets auf der Hintertortribüne zu je 20 EUR gelöst werden. Diverse Ermäßigungen waren nicht möglich. Die Spielstätte liegt an der A58 Breda – Eindhoven, am Südrand der Stadt.
Geparkt werden konnte ganz entspannt im direkt angrenzenden Industriegebiet und geleitet von den strahlenden Flutlichtmasten hatten wir nach wenigen Minuten Fußweg die Kassenhäuschen erreicht. Der Sinn der formlosen Ausweiskontrolle erschloss sich uns nicht.
Das Angebot im Fanshop konnte nicht so recht überzeugen und trotz des „Fischerhut“-Aktionstages schlugen wir nicht zu.
Der Stadion-DJ heizte dem Publikum im Stadionumlauf ein und wir machten uns auf zu einer Runde um das Stadion. Die Gäste erreichen den Gästebereich über einen separat abgetrennten Parkplatz mit Käfig-Eingang und werden über den Stadionumlauf hinweg direkt hinein geführt. Eine eher ungewöhnliche Konstruktion, wenngleich dieses Konzept, gerade hier in den Niederlanden, häufiger an der Tagesordnung ist und auch bereits in Lille, Mainz oder Aachen ähnliche „externe“-Konzepte umgesetzt wurden.

Hinter der Heimkurve, der „Kingside“, testeten wir das stilechte kulinarischen Angebot. Neben dem Klassiker-Menu „groote Friet spezial“ mit „Frikandel spezial“ entpuppte sich der „Bami Bal“ / „Bami croquette“ als ein weiteres Highlight. Würzig-pikant angebratene Nudeln in einer Panade und fritiert. Für das Biertje waren Chips aus dem Automaten notwendig.

Das König Wilhelm II.-Stadion entspricht erfreulicherweise nicht dem niederländischen Nullachtfuffzehn-Einheitsbrei.
Es ist grundsätzlich schon ein komplett überdachter Allseater (14.750 Plätze) allerdings nicht mit den bekannten Treppenaufgängen, sondern mit einem riesigen Graben zwischen Tribüne und Spielfeld.

Die Sitze sind im Wesentlichen blau, vereinzelt rot. Auf der Gegengerade ist der Stadionname in weiß und in der Heimkurve der Schriftzug „KINGSIDE“ eingearbeitet.
Die Aufbauten auf dem Dach sind wellenförmig geschwungen, was dem Stadion nochmal ein eigenes Flair verleiht, zusammen mit den schicken Flutlichtmasten, die ein echter Blickfang sind. Unter dem Dach heizen die erstmals vor Jahren in der BayArena gesehenen Heizstrahler dem Publikum ein, zumindest mehr als es die „Kingside“ hinbekommt.

Die Zaunbeflaggung ist mächtig und teils martialisch und es hängen wahrlich einige echte Hingucker vor den Tribünen, nahezu auf allen Seiten. Leider mehr Schein als Sein: Die Supportbemühungen, vielmehr kann man es gar nicht nennen, beschränkten sich auf einen kleinen Kern junger Casuals auf der ausverkauften „Kingside“. Es gab zwar ein Vorsängerpodest, jedoch wirkte das Szenario eher unorganisiert und lediglich bis auf 2-3 Ausnahmen konnte die Heimkurve oder das ganze Publikum mit einbezogen werden. Nur bei der Vereinshymne und der mit dicken Beats unterlegten „TSUNAMI“-Beschallung vor Spielbeginn wurde es richtig laut.
Die 200 Excelsior-Fans im Gästeblock konnte ebenso wenig akustisch auf sich aufmerksam machen und schauten ruhig das Spiel aus dem Eckblock heraus.

Äußerst ungewöhnlich ist natürlich -und das sticht sofort ins Auge-, dass sehr hopperfreundlich Heimfans als auch Gästefans zusammen auf eine Tribüne platziert sind – in direkt nebeneinander angrenzenden Blöcken. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es hier bei einem anderen Gästeanhang, z.B. dem „großen“ Stadtnachbarn Excelsiors, nämlich Feyenoord aus dem 77km entfernten Rotterdam, nicht ganz so friedlich zu geht. „AwaydaysNL“ twitterte jedenfalls von 200 Excelsior-Gästefans.

Das Koning-Willem-II-Stadion wurde 1995 eröffnet, den Namenszusatz „König“ hat es allerdings erst 2009 erhalten, zum Andenken an König Wilhelm II. von Oranien-Nassau. Der Verein wurde auch nach selbigen König benannt und nicht wie mancherorts vermutet nach der (nicht mehr bestehenden) Tilburger Zigarrenfabrik Willem II.

Während der Verein Anfang des Jahrtausends noch in der Champions League unterwegs gewesen ist, musste vor 3-4 Jahren sogar der bittere Gang in die Zweitklassigkeit mit direktem Wiederaufstieg angetreten werden.
Auf dem Platz entwickelte sich an diesem Abend ein gutes Spiel mit vielen Kurzpässen und keinem rein Herumgebolze. Excelsior ging es etwas defensiver an und war sichtlich mit einem Remis zufrieden.
Ein paar bekannte Namen konnten auch ausgemacht so werden, so hat es z.B. Ben Sahar (Hertha und Bielefeld) hierher verschlagen. Unser Hauptaugenmerk lag allerdings auf jemand anderem:
Kristiano Samuel Armenteros Nunez Mendoza Jansson.
Wir setzen alles auf ein Tor von dem schwedischen (!) Zungenbrecher und er sollte uns nicht enttäuschen und traf per Strafstoß. Er ist, wie auch der griechische Keeper Lamprou, derzeit von Feyenoord ausgeliehen.

Nach Spielende ging es über die beleuchteten Autobahnen direkt zurück in heimische Gefilde.


Spruchband gegen Kunstrasen


Spruchband gegen die Zweitvertretungen/
Reserveteams in der 2. Liga (Ajax, PSV & Twente)

Fakten:
22.11.14 | 20:45 Uhr |
Willem II Tilburg – Excelsior Rotterdam 1:1
Wettbewerb: Eredivise (NL1), 13. Spieltag
Stadion: Willem II Koning
Zuschauer: 10.850 | 200 Gäste
Eintritt: Sitzplatz Hintertor, 20 EUR
Culinaria: „Bami Bal“ / „Bami croquette“ für 1,50 EUR avancierte zu DER kulinarischen Neuentdeckung