Archiv für Dezember 2014

Ausgabe 36

BRLRS [at] Punkroque Osteria

Wenn man von dem inoffiziellen Tourstart in Augsburg mal absieht, startete der 2. Teil der Broilers „Noir“-Tour in Kassel. Bereits am Vortag machte die Runde, dass es anstatt der viel zitierten „Punkroque Trattoria“ vielmehr „Punkroque Osteria“ heißen müsste.
Die Jungs und die Dame essen offensichtlich gern gut und gediegen.
Sammy und Co. schienen, entgegen der -teils zu recht teils zu unrecht- verbreiteten Meinung, von Kassel recht angetan gewesen sein und so konnte er auf der Bühne mit Fachwissen a la „schönes Aquädukt habt ihr hier in Kassel“ glänzen.

Die Stadthalle Kassel liegt in einem der schönsten Teile der Stadt, dem „Vorderen Westen“ – also mittendrin anstatt irgendwo draußen in einem verlassenen Industriegebiet. Die Location an sich ist auch sehr schick und Sammy kündigte direkt an, den „Stuck von der Decke“ rocken zu wollen.
Knapp 3.000 Zuschauer finden hier bei unbestuhlten Konzerten Platz. An den Seiten langgezogene Emporen, auf dem Boden Parkett. Eigentlich hätte man denken können, dass sich die Halle eher für Comedians, Liedermacher oder Varietés eignet – dem ist wohl auch so, trotzdem war es eine feine -sehr stilvolle- Lokalität für den Abend.

Dass Rostock außer Marteria und Feine Sahne Fischfilet noch mehr zu bieten hat, stellte „Dritte Wahl“ als Vorband klar und heizten mit ihrem Punkrock gut ein.

Einige Worte zur lokalen Presse:
Ich bezweifele wirklich, dass der Autor überhaupt bei dem Konzert gewesen ist, oder überhaupt jemals bei einem Broilers-Konzert. Henning Beste macht seinem Namen keine Ehre.
Der Artikel, der von „Ahas“ und „Ohos“ berichtete, strotzte vor Ungenauigkeiten und Fehlern. Weder war „Ist das jemand?“ der erste noch der letzte Song – schon gar nicht beides. Begonnen wurde mit „Zurück zum Beton“ – beendet mit „Blume“.

Als „Highlight“, wenngleich in negativer Weise, werden sicherlich die gesundheitliche Probleme von Bassistin Ines im Gedächtnis bleiben. Ines musste das Konzert ungefähr nach der Hälfte abbrechen, aufgrund eines eingeklemmten Nervs.
Kurze Absprache was Ersatz Marcel so drauf, dann konnte es weiter gehen. Die „angezogene Handbremse“ bei den verbleibenden Jungs auf der Bühne machte sich schon bemerkbar. Verständlich, sagte Sammy zwischenzeitlich etwas von „Herzproblemen“ und gedanklich sah er wahrscheinlich nicht nur das Konzert am nächsten Tag in Kiel sondern ganze Teile der Tour in Gefahr. Zudem war zunächst nicht klar, ob eine Rückkehr auf die Bühne nicht doch möglich wäre.
Das Publikum zeigte sich aber verständnisvoll, was mit „Ines“-Sprechchören untermalt wurde, und zusammen wurde das Konzert solide zu Ende gebracht.

Ich meine letztendlich 4-5 Tracks des neuen -und in Fankreisen nicht unumstrittenen- „Noir“-Albums imaginär notiert zu haben. Das war absolut in Ordnung, zumal die „Klassiker“ nicht gefehlt haben – bis auf die verletzungsbedingten Änderungen der Setlist (z.B. „Paul,…“).
Am Ende wurde dem Kasseler Publikum in der gut gefüllten, aber dennoch nicht ganz ausverkauften Halle, noch eine Rückkehr bei bester Gesundheit versprochen.

Und spätestens wenn am Ende die ersten Töne von „Don‘t stop believin‘“ (Journey) erklingen, verfällt man eh in vollkommene Glückseligkeit.

Grüße der Salsiccia/WBUC-Redaktion gehen an die „Sek. Elisabeth-Krankenhaus“, die an diesem Abend unverhofft auch ein Mitglied dort liegen hatte und dieses auf das Konzert verzichten musste. Das nächste Konzert kommt bestimmt, Amigo.


Stadthalle, Kassel


Wenn der Vorhang fällt…


Ines, hier noch -zumindest äußerlich- fit


Ersatzbassist und passenderweise zugleich Ines‘ Mann.


Zwar keine echte Fackel, aber dennoch immer nett anzusehen


Das Innenleben der Stadthalle Kassel


Foyer im St. Elisabeth Krankenhaus Kassel – Foto von der offiziellen
Broilers FB-Seite

Ticket: 20.11.2014, Stadthalle Kassel, VVK 28 EUR