Archiv für Februar 2015

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An den Jungs von „Kraftklub“ aus Karl-Marx-Stadt scheiden sich bekanntlich die Geister.
Ich empfinde deren Sound als sehr erfrischend, will zwar nicht wieder den schwedischen „The Hives“-Vergleich heranziehen, kann aber definitiv mit den meisten Texten und Klängen viel anfangen und halte sie für treffend.

Wenn das Quintett dann noch in direkter Nachbarschaft ein Stelldichein gibt ist die Sache klar und dem 3. Mal „Kraftklub mit K“ LIVE für mich stand nichts im Wege. Kontrastprogramm zum sonntäglichen „Tatort“-Sofa.
Optisch in meinen Augen auch stilvoll gekleidet, zunächst mit Harrington, später dann „uniformiert“ in Poloshirt mit den klassischen roten Hosenträgern, lieferten die Jungs auf dem „1. Toursonntag“ eine gelungene Show ab und heizten der Stadthalle gut ein.
Auf der gewählten Setlist fehlte keiner der erwarteten Klassiker, dazu gab es aber auch eine ordentliche Portion Songs des aktuellen Albums; während die älteren Gassenhauer in einer Art „Medley“ fließend zusammengefasst wurden.
Das Spektrum reicht von Texten und Beobachtungen im zwischenmenschlichen Bereich bis zu echten Mitmach-Abgeh-Hymnen für Festivals und Hallen.
Persönliches Highlight sicherlich „Drei Schüsse in der Luft“ – nicht ohne Grund lud kürzlich das ZDF die Jungs in die „Die Anstalt“-Satire um genau diesen Track zum Besten zu geben. Sehr gelungene 4:07 Minuten.
So ist es mir persönlich auch recht egal, dass es Probleme bereitet die Jungs in ein Genre zu packen: Ist es noch Indie-Rock? Pop? Gitarrenmusik mit Rap? ScheissIndieDisko.

Gut auch kleine Gags und Anekdoten am Rande; so wurde Ulf beim Mathe lernen von der Bühne aus angerufen, weil sein Kumpel die Nummer verriet und es wurde in Erinnerungen geschwelgt, als die Jungs vor 3 Jahren noch vor 350 Leuten und für 15 Euro im K-19 spielten und besagtem Studentenclub den Song „Meine Stadt ist zu laut“ widmeten. Beim Wett-Stagediven wurde der Sieger gekürt, als sich die Jungs über die Köpfe der rund 2.700 Konzertbesucher zur Bühne tragen ließen.
Auch ihren Bezug bzw. Mini-Anteil am Erfolg des Kasseler Acts „Milky Chance“ verschwiegen sie nicht, die es ebenfalls als Provinzler -ohne in Berlin zu wohnen- zu Weltruhm geschafft haben.
Auch die Vorband „Gin Ga“ aus Österreich konnten mich überzeugen. Da es deren letzter Auftritt auf der Tour als Vorband war, schauten sie während des Konzertes noch mal auf der Bühne vorbei und spielten ein einwandfreies, schweißtreibendes „Blitzkrieg Bop“.

Nächste Chance für Kraftklub live in der Region: Das „OPEN FLAIR“-Festival im August.

Ticket: 22.02.2015, Stadthalle Kassel, VVK: 31,80 EUR

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