Archiv der Kategorie '3. Quartal 2014'

Alles Enduro, oder was?

Kleiner Ausflug in eine andere (Sport-)Welt.

istanbul united

„Seit Jahren sind die Ultra-Fans der drei wichtigsten Fußballclubs in Istanbul (Galatasaray, Fenerbahçe und Besiktas,) weltweit bekannt für die bedingungslose Unterstützung ihrer Teams. Ihre gegenseitige Rivalität endet häufig in extrem gewalttätigen Auseinandersetzungen mit zahlreichen Verletzungen und sogar Todesfällen. Doch im Sommer 2013 geschieht etwas Außergewöhnliches: während der Proteste und Zusammenstöße gegen die türkische Regierung und Premierminister Erdogan im Gezi-Park vereinen sich die konkurrierenden Fanclubs zum ersten Mal für eine gemeinsame Sache. Menschen, die berüchtigt sind für ihren Hass, stehen nun Seite an Seite und kämpfen unter dem Namen „Istanbul United“ gegen das herrschende System in der Türkei.“

Istanbul United
(Türkische Original Version mit deutschen Untertiteln)

Termine in Kassel: 18.09.2014 & 22.09.2014 (Cinestar)
Preis: 12 €

LICHT(e)WEGE 2014

Lichtkunst auf den Weinbergterrassen in Kassel

Kassel erlebt im 5-Jahres-Turnus für jeweils 100 Tage einen wahren Ansturm von Kunstinteressierten und sog. Kunstkennern aus Nah und Fern zur „documenta“, der weltweit bedeutendsten Reihe von Ausstellungen für zeitgenössische Kunst.

Aber auch in Jahren ohne Documenta wird den Kasselern, Kasselanern und Kasselänern etwas geboten, wie z.B. die Reihe Licht(e)wege – in den letzten Jahren an jeweils wechselnden Orten auch als LICHTINSELN oder LICHT(e)RÄUME bekannt.

Für den Sommer 2014 war die Ausstellung an einem historischen und gleichermaßen zentralen Ort inmitten der Stadt angesiedelt.
Auf den „Weinberg-Terrassen“, welche lange Zeit nicht mehr offiziell betretbar für die Kasseler Bevölkerung waren, konnte man neben einem interessanten Ausblick über die Karlsaue und die Südstadt einen Lichtparcours mit Arbeiten internationaler Künstler betreten.

„Durch die gezeigte Kunst wird der stadtzentrale, aber aktuell nur gering frequentierte Ort weiter ins Bewusstsein der Stadtbewohner rücken und wieder als Bestandteil der Kasseler Innenstadt an- und wahrgenommen werden.“

Dauer:
4. Juli – 6. September 2014

Künstler:
Walt Disney | Shige Fujishiro | Johannes Gees | Axel Kretschmer | Kuznetcowa-Edisherov | Katrin Leitner |Ursula Neugebauer | Zeev P. Novak | Matthias Restle | Silke Rokitta | Timm Ulrichs | Veldhues-Schumacher

„Alles heeej is VVV…“

Das Stadion befindet sich am grenzüberschreitenden Kaldenkerkerweg und ist keine 1,5 Kilometer weit von der deutschen Grenze entfernt. Es liegt im Südwesten der Stadt am Kaldenkerkerberg und ist von Wald umgeben.

„De Koel“ bietet alles andere als den niederländischen Einheitsbrei, sodass es uns nach einer Spielabsage im Dezember 2010 erneut in das Grenzgebiet verzog. Mittlerweile ist das seinerzeit durchweichte „Grün“ (und Spielabsagegrund) durch Kunstrasen ersetzt worden.
Ebenfalls positiv, dass es sich um heute Abend um ein Spiel ohne Clubcardverpflichtung handelte; auch hier leider eher die Ausnahme als die Regel. Vorher der obligatorische Einkauf bei den „Zwei Brüdern“ – hier bekommen auch (bzw. gerade) Deutsche noch ihre Drogen, meist in Form von Koffein oder Alkohol – soll ja bei anderen Branchen in Venlo nicht mehr der Standard sein.

Für schlanke 10 Euro deckten wir uns mit Karten auf dem unüberdachten, unteren Teil der Haupttribüne ein, sodass beste Sicht auf Heim- als auch Gästeseite gewährleistet war. Bevor wir das Stadion betraten, füllten wir noch unsere Mägen in einer asiatischen Fritierbude, die fußläufig vom Stadion entfernt liegt.

Die Fans des VVV stehen auf der Osttribüne (“Duitse Kant”). Der Gästesektor befindet sich gegenüber.
Die Seiten- und Hintertortribünen sind zum Teil überdacht, die Farbe der Sitzschalen ist schwarz oder gelb, angelehnt an die Vereinsfarben des VVV. Durch ein großes Tor in der Haupttribüne betritt man das schicke Stadion.
Herausstechend sicherlich der Grünstreifen jeweils zwischen den unteren und oberen Tribünenteilen.

Die Fanszene von Venlo pflegt eine Freundschaft zu Krefeld; meiner Meinung nach Haarspalterei ob es sich hierbei im eine „Freundschaft“ oder „freundschaftliche Kontakte“ handelt. Ab und an sind wohl auch mal Supporter von West Bromwich Albion zu Besuch.
Auch am heutigen Abend begegneten uns neben diversen deutschen Hoppern auch Jungs in Krefelder Szeneshirts.

Bei Venlo hingen eine Menge mehr („Venlonaren“) oder weniger („This is our house“) schöne Fahnen am Zaun und dahinter präsentierten sich mehrere Kleingruppen die allesamt ihr eigenes Süppchen kochten. Geschlossenheit ist etwas anderes. Ganz in der Ecke der Heimtribüne stehen die „Yellow Black Fanatics 2012″ komplett isoliert vom Rest.
Vom Sound her alles ziemlich englisch angehaucht „Venlo till I die…“, „Come on Venlo…“ – ab und an war mal ein kleines „Forza Venlo“ zu hören.

Emmen nicht weiter erwähnenswert mit rund 20 Gästefans und fünf Zaunfahnen vertreten. Nur beim Torjubel enterten 1-2 Jungs oberkörperfrei den hohen Zaun.

Das Spiel hatte es in sich. Rote Karte und Elfer nach 4 Minuten. VVV beendete das Spiel nur noch mit acht Feldspielern.

Fakten:
29.08.2014 | 20.00h | VVV-Venlo – FC Emmen 1-4 (1-2)
Stadion: (Seacon) Stadion De Koel, Venlo
Wettbewerb: Eerste Divisie / Jupiler League (NL2) 2014/15
Toeschouwers: 4058 (davon rund 30 Gäste) – Kapazität 7.500
Eintrittskarte: 10 €, Sitzplatz unüberdacht, Haupttribüne
Culinaria: wie gewohnt holländische Qualitätsware. Abzüge in der B-Note, da Fritten als auch Frikandel in Tüten bzw. im Brötchen angeboten werden. Preis jeweils 2 € ist fair.

Saarbrigge zu Besuch im Tal

„Es ist der Wert der Überzeugung der den Erfolg ausmacht. Nicht die Anzahl der Anhänger.“

Dieser Spruch zierte einen Doppelhalter der Gäste; dabei muss sich die Zahl an Saarbrückern, die sich an diesem Freitagabend auf den Weg ins Parkstadion nach Nordhessen machten, gar nicht verstecken.

Der Club aus der „VW-Stadt“ Baunatal empfängt hintereinander 3 Südwest-Regionalligisten mit den vermeintlich interessantesten Fanszenen (Koblenz, Saarbrücken, Trier), das „Derby“ gegen Kassel mal außen vor.

Sportlich dürfte es für den KSV eher schwer werden, auch in der letzten Saison blieb man nur im Nachhinein drin, trotz Abstiegsplatz.
Baunatal war zwar kurz nah dran am Ausgleich, als nach einem Freistoß der Gastgeber der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigte, aufgrund eines vermeintlichen Handspiels in der Mauer. Der Saarbrücker Keeper konnte jedoch parieren.

Der Gästeanhang zeigte einen durchgängigen, melodischen Support. Die Erwartungshaltung war hoch, konnte aber durchaus erfüllt werden. Der aktive Kern stand kompakt zusammen und hatte zudem allerlei Tifomaterial im Gepäck, neben diversen Doppelhaltern, großen und kleinen Schwenkern sowie einer „drapeau de la France“. Vor dem Block hing die große „Ausgesperrte mit uns“-Fahne, drumherum noch eine „Diffidati Boys“ und „Gegen alle Stadionverbote“, neben den bekannten Gruppenzaunfahnen.
Diese Saison wurde der Gästeblock offensichtlich neu positioniert – vom hinteren Ende der Gegengerade vorne an den Anfang. Sieht aber mehr nach Bauzaun-Behelfskonstruktion aus als nach einem richtigen Block.

Einen gesanglichen Gegner gab es nicht, lediglich eine Handvoll Baunatal-Fans haute ab und an mal auf die Pauke, hinter einer „Anno 01″-Fahne. Insgesamt dürften somit fast schon mehr Anhänger des KSV Hessen Kassel im Stadion gewesen sein als vom KSV Baunatal; so konnte man -trotz des zeitgleich stattfindenden Spiels des KSV Hessen Kassel in Homburg- einige bekannte Gesichter erspähen, neben 3-4 weiteren Hopper-Autobesatzungen.

Fakten:
22.08.2014 | 19.00 | KSV Baunatal – 1. FC Saarbrücken 0-1 (0-1)
Stadion: Parkstadion, Baunatal
Wettbewerb: Regionalliga Südwest 2014/15
Zuschauer: 500 davon rund 250 Gäste (Stadionkapazität 7.600)
Eintrittskarte: 10 € ermäßigt, freie Platzwahl, Haupttribüne
Zaunfahnen: 17 gezählte, und teils sehr schicke, Zaunfahnen bei SB, die Heimseite mit 2 Zaunfahnen auf der Haupttribüne
Culinaria: Die Rucksackfranzosen dürften mit der „Merguez“ deutlich bessere Wurst gewohnt sein, als die hier offerierte. Faire 2 € das Hütt-Bier, trotz überschaubaren Andrangs mit langen Wartezeiten verbunden

Skonto Rīga FC – FK Spartaks Jūrmala

Rund 3 Stunden bevor es im Maracanã um die sog. „Weltmeisterschaft“ ging, stand im lettischen Rīga der 20. Spieltag der heimischen Virslīga auf dem Plan. Nicht nur für die kleine WBUC-Abordnung das bessere Alternativprogramm – das Spiel fand auch bei weiteren deutschen Hoppern anklang. Rund ein Dutzend aus dem deutschsprachigen Raum werden sich am Ende hier eingefunden haben – teils in interessanten Reisegruppenzusammensetzungen ;-) .

Der Tabellenführer Skonto Riga empfang die „Seepferdchen“ aus dem vorgelagerten Küstenort Jūrmala, die sich im Tabellenmittelfeld bewegen.
Skonto war vor nicht allzu langer Zeit in die Schlagzeilen geraten, da sie gegen das „Financial-Fairplay“ der UEFA verstoßen hatten. Dies habe dem Klub, so der Verband, einen unzulässigen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft. Spontane „Spielerverkaufsaktivitäten“ führten nicht zum gewünschten Preis (Erfolg).
Die Financial-Fairplay-Regelung der UEFA hat zum Ziel, dass die Ausgaben von Klubs, die an europäischen Wettbewerben teilnehmen, die Einnahmen nicht übersteigen.

Neben Skonto nutzt auch die lettische Nationalmannschaft das Stadion sowie weitere lettische Teams für deren Europapokalbegegnungen.
Der Ground besitzt neben der Haupttribüne noch eine Gegengerade. Die Hintertortribüne im Nordwesten verläuft nur etwas mehr als die Hälfte der Seite entlang, da die Mehrzweckhalle Skonto Arena in die Stadionecke hinein ragt. Diese drei Zuschauerränge sind überdacht.
Die andere Hintertorseite ist nicht ausgebaut; gelegentlich wird hier eine Stahlrohrkonstruktion errichtet.

8 Gästefans begleiteten die rot-Weißen Gäste, mit 3 Zaunfahnen im Gepäck, die ihr Team mit Wechselgesangversuchen oder einfachen Schlachtrufen unterstüzten, was auch gelang. Die Gäste erzielten den entscheidenden Treffer zum Auswärtssieg durch Gauračs in der 81. Minute.
Auf Heimseite, wo eigentlich die „H-Side“ (H-Block auf der Hintertorseite) den Skonto FC unterstützt fanden sich in etwa doppelter Anzahl ein paar Jugendliche zusammen, die verbal dem ein wenig entgegenzuwirken versuchten. Schwenk- oder Zaunfahnen aber Fehlanzeige.

Im oberen Teil der Haupttribüne fanden sich neben zwielichtigen Abgesandten der Wettanbieter auch Herren in hellen Leinenanzügen ein, vermutlich der/die Besitzer oder Gönner vom Skonto FC. Auf dem Platz einige afrikanische Legionäre am kicken – die haben sich wahrscheinlich auch etwas anderes vom Kicken in Europa versprochen, als das lettische Gebolze.

Zwischendrin ein kleines, aber feines Unwetter mit Starkregen, Blitz & Donner und allem was dazu gehört.
Kurz vor Abpfiff noch eine kleine Groundumrundung bevor es uns in die einladene Gastronomie der baltischen Metropole verschlug.

Fakten:
13.07.2014 | 19.00 | Skonto Rīga FC – FK Spartaks Jūrmala 0-1 (0-0)
Stadion: Skonto-Stadion
Wettbewerb: Virslīga 2014
Zuschauer: 280 davon 8 Gäste (Stadionkapazität 9.000)
Eintrittskarte: 2 €, freie Platzwahl, Haupttribüne
Culinaria: 2,20 € für ein gezapftes Carlsberg waren kein Schnapp. Da ist man in Lettland fairere Preise gewohnt (z.B. „French Bar“, der halbe Liter für schlanke 1,50 €)

Groundhopping.BE

Interessante und schöne Impressionen aus Belgien.
Mit dem Auge fürs Detail und sonstige Kuriositäten:

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