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Boca in Pankow!

Die „Alte Dame“ hat es nach Europa geschafft. Nachdem die Champions Leauge-Qualifikation auf der Zielgeraden gekonnt verspielt wurde hieß es nun Europa-League-Qualifikation. Letztmalig spielte die Hertha in der 2009/2010 in der Europa League, Gegner in der letzten Quali Runde: Brøndby IF.
Die Qualifikationsspiele der Hertha finden im altehrwürdigen Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow statt. Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, wunderschön mitten im Viertel und am Mauerpark gelegen, wurde 1952 eröffnet und fasst momentan 24.000 Sitzlätze. Aktuell dient die Spielstätte dem BFC Dynamo als Heimstadion, wie auch schon in den 1980er Jahren, als der BFC unterstütz vom DDR Regime 10-mal in Folge die Meisterschaft holte. Trotz einiger Berlin Besuche habe ich es nie geschafft diesem geschichtsträchtigem Ground einen Besuch abzustatten. Nun sollte es endlich soweit sein.

Im Online-Vorverkauf wurden 5 Karten geordert, 4 um die Reisekasse aufzufüllen und eine für mich. Als dann klar war das über einen Bekannten sogar die Möglichkeit besteht an Arbeitskarten zu kommen, wurden alle 5 Karten meistbietend verkauft. Hier freute sich das Nachwuchsleitungszentrum des BTSV über den Zuschlag. Was tut man nicht alles für die Jugend.
Der MBG Beetle spulte die 450km in locker flockigen 4 Stunden ab, gestartet bei 20 Grad und Regen, „gelandet“ bei 28 Grad und Sonne – so soll es sein.
Überpünktlich am Stadion angekommen, wurde die Arbeitskarte in Empfang genommen und dank der freundlichen Unterstützung des Bekannten vor Ort einen Gratis-Burger und Pils in der prallen Sonne genossen. So lässt es sich zum Feierabend aushalten.
Da ich durch die Arbeitskarte schon vor Stadionöffnung im Ground unterwegs sein konnte, schaute ich mich erst einmal in aller Ruhe um. Dass meine Karte eigentlich nur Zugang zu allen Imbissständen im Rundlauf gewährleistet interessierte die Ordner nicht die Bohne, der Berliner Ordner an sich dachte sich „na juut, wenn der Fiffi hier schon vor Öffnung rumlofen darf, soll dit wohl so richtig sein, wa…“
So konnte in Ruhe der VIP-Raum, der Presseraum, sowie sämtliche Tribünen besichtigt werden, alles natürlich bewusst auffällig, damit mein Gesicht auch bei jedem Ordern bekannt ist. Und siehe da, selbst in der Halbzeit hatte ich einen “Acces all Area Pass“. Ordner A: „Hier darfste aber nicht rein“ Ordner B: „Det passt scho, der war eben schon mal hier“ Läuft…
Das Stadion war heute mit offiziell zugelassenen 18.454 Zuschauern ausverkauft, ca. 1.800 davon aus Dänemark. Bröndby hätten nach der 5 % Regel eigentlich nur 900 Karten zur Verfügung gestanden, die Hertha schickte aber freundlicherweise nochmal 900 Karten hinterher.
Die Fanszene der „Alten Dame“ wählte als Standort das äußere Eck der Gegengeraden, die Harlekins Berlin mit der schicken „Ultras“ Auswärtsfahne am Zaun. Die Jungs aus Bröndy verzichtetet hingegen auf Gruppenzaunfahnen, somit war auch nicht zu erkennen ob eine „offizielle“ Abordnung der befreundeten Dortmunder am Start war, auf der Autobahn konnten aber einige passende Autokennzeichen erspäht werden.
Die Brøndby-Fans waren komplett in Gelb angereist und schmückten den Block mit Blau- gelben Folienbahnen die quer über den Block gespannt wurden, dazu gab es zum Intro diverse blau-gelbe Fahnen. Wirkte alles richtig gut, speziell in dem alten abgeranzten Stadion und der Farbkombination erinnerte das Ganze, auch wenn leider noch nie live gesehen, ein wenig an die Bilder einer Boca-Kurve.
Hertha zeigte heute wieder das Sie zurecht als eine der besten Heimkurven gelten. Trotz des kleinen Blocks im Vergleich zur riesigen Ostkurve kamen die Gesänge und speziell die Hüpfeinlagen richtig gut rüber, hilfreich hier sicherlich das Dach, welches sich quer über die Gegengeraden erstreckt.
Aber Moment- Hier fehlt doch was?! Waren die unzähligen Hopper, inkl. DER „Ultra-Prominenz“ aus der sächsischen Landeshauptstadt nur gekommen um sich die Gesänge und Hüpfeinlagen der jeweiligen Kurven anzuschauen?!
Natürlich nicht – Der Hopper-Mob erwartet PYRO!!
Und da die Berliner artige Gastgeber sind und die für ein ausverkauftes Haus sorgenden Stadionhüpfer nicht enttäuschend wollten, wurden in der 50 min. auf dem Zaun sitzend ca. 20 hell leuchtende Fackeln angerissen. Sehr sehr schick und perfekt durchgeführt.
Gab es hier schon leichtes Kopfschütteln auf der Schicki-Micki-Tribüne kamen Mama Cindy und Prinzesschen Jaqueline ob der gebotenen Pyroshow der Gäste aus dem Köpfe schütteln gar nicht mehr heraus. Was da in der 60min. abgefackelt wurde war aber auch wirklich vom allerfeinsten. Bengalos, Strobos, Rauch, Leuchtspur, da war so ziemlich alles in rauen Massen vorhanden. Ob es jetzt sinnvoll ist die Leuchtspur auf den Platz zu schießen und eine Spielunterbrechung zu provozieren und damit eine deutlich höhere Geldstrafe zu riskieren muss jeder selbst beantworten, schick sah es aus und die Spieler haben sich über die Trinkpause sicher auch gefreut. Herrlich wenn um einen herum alles und jeder gegen diese „Verbrecher“ pöbelt, während man sich selber ein fettes Grinsen kaum verkneifen kann.
Nachdem sich nach 3. minütiger Spielunterbrechung der Rauch verzogen hatte kam Bröndby immer besser in Spiel, versemmelte aber beste Einschussmöglichkeiten, allen voran der kleene Teemu Pukki. So konnte die Hertha das Spiel durch ein schönes Tor von Vedad Ibišević in der 28. Minute mit 1-0 für sich entscheiden.
Auf der Rückfahrt gab ich mir gleich 3x hintereinander das Live Album der Broilers und spätestens bei der Textzeile

„Bist du dir sicher, dass sich das Blut bei dir bewegt?
Du solltest dich kümmern, hast du heute schon gelebt?
Und wenn es keinen Morgen gibt,
hast du heute schon gelebt?“

wusste ich heute trotz der 8 Stunden Fahrt alles richtig gemacht zu haben und ganz sicher „gelebt“ zu haben.

CR für Salsiccia

Fakten:
28.07.2016 | Hertha BSC – Brøndby IF 1:0
Stadion: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Wettbewerb: Europa-League-Qualifikation, 2016/17, 3. Spieltag
Zuschauer/Gäste: 18.454 (ausverkauft) / ca. 1800
Eintrittskarte: Arbeitskarte/ „Acces All Areas“
Culinaria: Hamburger (4,50 €) – sehr zu empfehlen!

sthlm footboll

16.05.2016 | AIK Solna – Djurgårdens IF 2:0
18.05.2016 | Hammarby IF – Malmö FF 2:3

Voetbal aan Zee

Das erste Heimspiel der UEFA Europa League wurde erfolgreich hinter sich gelassen; die letzen Kleinigkeiten im Koffer verstaut und schon ging es 6 Stunden nach Rückkehr aus dem Ruhrpott wieder in die gleiche Richtung. Bei meiner Begleitung wurde sowohl bei Vor- als auch beim Nachnamen lediglich ein einziger Buchstabe getauscht und so begleitete mich anstelle von IngO S. nun IngA S. Von der Fußballkompetenz her sicher ein herber Rückschritt, optisch dagegen ein enormer Gewinn.

Ziel unserer Reise sollte das 117.000 Einwohner zählende Brügge sein. Durch viele positive Berichte und nicht zuletzt durch den Film „Brügge sehen… und sterben?“ wurde es Zeit die größte Stadt Westflanderns mal persönlich unter die Lupe zu nehmen. Vorab – wir wurden nicht enttäuscht. Wer auf mittelalterliche Städte, shoppen in kleinen Gassen, gemütliche rustikale Lokale steht, der ist in Brügge genau richtig. Mir persönlich hat Brügge mit seinen kleinen Gassen sogar besser gefallen als Amsterdam, da es irgendwie nicht so aufgezwungen hip und cool wirkt, sondern alles immer einen leicht verschlafenen und gemütlichen Eindruck macht. Viele kleine Bars, viele kleine Kneipen, dazu das mittelalterliche Flair – das hat wirklich was.
Aber Achtung! Brügge ist -zumindest was das Essen angeht- nicht günstig. Wir verzichteten daher auf einen Restaurantbesuch und beließen es bei unglaublich leckeren Pommes (inkl. selbstgemachter Samurai Sauce) und diversen Spezialitäten aus dem Supermarkt. Apropos Spezialitäten: In Belgien und speziell in Brügge gibt es unzählige leckere Biersorten. Meine absolute Empfehlung bekommt das in Brügge gebraute „Brugse Zot“. Beim Biergenuss ist allerdings Vorsicht geboten, der Gerstensaft in Belgien hat auch gerne mal um die 10%, sodass sich 1-2 Bierchen auf dem Marktplatz in der prallen Sonne durchaus bemerkbar machen können. Hehee…. Die belgischen Waffeln wurden vom ausgewiesenen Waffelexperten Inga dagegen eher negativ bewertet, zu wenig Geschmack, zu wenig Süße, zu kross, so das vernichtende Urteil. Der belgischen Waffelindustrie sei aber gesagt, dass es sich hierbei wohl um eine der kritischsten Waffeltesterinnen europaweit handel ;-)

Selbstverständlich wurde sich im Vorfeld informiert welchen Brügger Ground man den kreuzen kann. Tatsächlich hatte weder der FC Brügge noch Cercle Brügge ein Heimspiel. Also wurden diverse Paarungen in der Nähe gecheckt. Und siehe da, nur 25km von Brügge entfernt sollte der KV Oostende sein Heimspiel gegen den KSC Lokeren OV austragen. Von einem anfänglichem „na ja, besser als nix…“ entwickelte sich die Paarung vor allem dank des Austragungsortes doch noch zu einem klitzekleinen Highlight. War ein Besuch am Meer sowieso fest eingeplant, fand ich bei näherer Recherche über schöne Strände in der Nähe von Brügge heraus das die königliche Familie Oostende als seinen bevorzugten Badeort auserkoren hat. Na denne, wat für die Royals gut genug ist, sollte doch auch für die Salsiccia Crew passabel sein. Außerdem ist der KV Oostende überraschend Tabellenführer in der Jupiler Leauge, was bei dem verballerten Play-Off System in Belgien zwar quasi nix bedeutet, aber in Oostende dennoch für eine kleine Euphorie sorgte. So mussten personalisierte Tickets vorab über den Kundenservice geordert werden, was aber dank der freundlichen Dame vom Ticketcenter überhaupt kein Problem war.
In Oostende ca. 4 Stunden vor Anpfiff angekommen stellten wir den Wagen direkt am Stadion und gleichzeitig direkt am Strand ab. Da macht der Claim „Voetbal aan Zee“ mal wirklich Sinn.

Gemütlich spazierten wir die in die Jahre gekommen Promenade am Strand entlang und genossen bei einem leckeren „Brugse Zot“ das herrliche Wetter am Meer. Die teuren Restaurants ließen wir links liegen, füllten im Supermarkt unseren „Brugse Zot“ Vorrat auf (okay- eigentlich nur meinen) und machten es uns mit einer Pizza aus einer klitzekleinen Bude, auf einer gemütlichen Bank direkt am Meer bequem. Inklusive traumhaftem Blick auf den Sonnenuntergang. Das ganze vermutlich für 1/5 des Preises ca. 10m von uns entfernt. Herrlich die neidischen Blicke der vorbeihuschenden Radfahrer und Spaziergänger. Frei nach Sebastian Madsen: „Auf den billigen Plätzen sind die netteren Leute. Auf den kleinen Hochzeiten gibt’s die schöneren Bräute, ich schlafe lieber im Zelt als im teuren Hotel, die schönsten Dinge der Welt bekommt man (fast) ohne Geld.“

Die für uns hinterlegten Karten waren fix abgeholt, der neue (!!) ca. 20 qm (nein hier fehlt keine Null) kleine Fanshop des Tabellenführers war dann auch recht schnell durchwühlt, also hinein in das Albertparkstadion. Der 1934 errichtete Ground bietet 8125 Zuschauern (5125 Sitzplätze) Platz und wurde immer wieder sukzessive erweitert. Nach dem Aufstieg 2013 in das belgische Oberhaus kam noch eine Stahlrohrtribüne dazu, auf der wir Platz nahmen. So passt aktuell quasi keine Tribüne zur anderen, was dem Stadion aber durchaus Charme verleiht. Besonders schön das es zum Spielfeld hin keine Absperrungen gibt, sondern tatsächlich nur Werbebanden wie man es von heimischen Sportplätzen kennt. So konnten die heimischen Kids die Torhüter vom KV Ostende aus nächster Nähe beim warmmachen beobachten. Ingas fehlende Fußballkompetenz wurde übrigens instinktiv von den Knirpsen bemerkt, und die Arme mit einigen gezielten Ellenbogenchecks von Ihrem Platz an der Werbebande verdrängt. Das Beobachten des heimischen Torhüters „Ovono Didier“ war aber auch lohnenswert und ein absoluter ein Hammer. Ja, „Didddiiiiii“ machte sich warm, aber eigentlich war er eher damit beschäftigt sich nach jedem gehaltenen Ball einmal kurz zu den „Didiiiiii“ kreischenden Kindern umzudrehen, freundlich zu winken und den Daumen nach oben zu halten! Richtig cooler Typ… Daumen hoch!

Nun erwartet der Großteil der Leserschaft sicher zurecht einige Passagen über die Stimmung im Albertparkstadion. Nunja, die Gäste mit einigen Bussen angereist, bemühten sich zwar ein wenig, angekommen ist bei uns aber nichts. Die Heimtribüne war eher so das Schland Publikum, viele Familien, ab und an mal ein kleines Liedchen („Dale Cavese…“) organisierte Stimmung oder gar eine Ultra-Gruppe waren leider nicht auszumachen. Auf dem vorhandenen Vorsängerpodest kletterten nur die Ellenbogenkids vom Aufwärmen rum. Im Heimblock gab es noch ein Spruchband gegen Stadionverbote, wobei ich im kompletten Stadionumfeld niemanden gesehen habe dem ich auch nur im entferntesten ein solches Verbot zutrauen würde. Aber gut, wird leider seine Berechtigung gehabt haben.
Spielerisch war die 1. Halbzeit mal so richtig schlecht. Fehlpässe ohne Ende, sinnloses „Ball-ins-Aus-kloppen“, überflüssige Fouls, dat war mal garnix. Einziger Höhepunkt blieb „Didiiiiiii“ der alles und jedem bei jeder sich bietenden Gelegenheit seinen hochgestreckten Daumen präsentierte, herrlich. In der Pause gab es natürlich Fritjes aus der Stadioneigenen Frituur, selbstverständlich mit Samuari Sauce. In der 2. Halbzeit waren zumindest ein paar Torchancen zu bestaunen, während das allgemeine Niveau doch eher mau blieb, da hatte ich in der Regionalliga schon deutlich besser Kicks gesehen. Schlussendlich gewann der KV Oostende das Spiel mit 2-0, und grüßt weiterhin als Tabellenführer. „Didiiii`s “ hochgestreckter Daumen verabschiedete sich gefühlt von jedem der 7581 zahlenden Zuschauer persönlich und auch wir machten uns auf den Rückweg zum Auto.
Die nächsten Tage verbrachten wir bei weiterhin traumhaften Wetter im schönen Brügge, bis es am Sonntag zur WDR 2 Bundesliga Reportage zurück in die Heimat ging.

CR | Sektion Fritjes für Salsiccia

Fakten:
03.10.2015 | KV Oostende- KSC Lokeren OV 2-0
Stadion: Albertparkstadion Oostende
Wettbewerb: Jupiler Leauge, 10. Spieltag
Zuschauer/Gäste: 7581 7 ca.150)
Eintrittskarte: 15 € ermäßigt, Sitzplatz Gerade
Culinaria: Fritjes mit Samurai Sauce

Salsiccia goes Maledivs

Nachdem im letzten Sommer Slowenien bereist wurde, sollte es dieses Jahr mit Sri Lanka und den Malediven deutlich exotischer werden.

Der grobe Reiseverlauf stand ca. 7 Tage vor Abreise, die meisten Unterkünfte waren gebucht, sodass die üblichen Plattformen nach evtl. Spielen abgesucht werden konnten. Doch die Suche gestaltete sich schwieriger als erwartet.

In Sri Lanka interessiert die Menschen nur Cricket, neulich verlor die Fußball Nationalmannschaft Ihr WM Qualifikationsspiel gegen den letzten der FIFA Rangliste Butan vor ca. 800 Zuschauern. Soviel also zum Stellenwert von König Fußball. Hier hat der Blatter Sepp wohl noch nicht ausreichend Bestech… ääh Aufbauhilfe geleistet.

Also mal die Malediven checken…Auf den Malediven gibt es nur ein richtiges Stadion, dass Rasmee- Dhandu Stadion mit 11 850 Plätzen in der Hauptstadt Malè. Bei nur einer Zwischenübernachtung vor Abreise auf unsere eigentliche Urlaubsinsel brach ich hier die Suche recht schnell ab und entschied es einfach auf Kollege Zufall ankommen zu lassen. Auf irgendeinem Bolzplatz sollten doch sicher ein paar Jungs und für das Kreuzchen im Informer von mir aus auch ein paar Mädels gegen die Lederkugel treten…

Auf Sri Lanka hatte ich leider Pech, außer an jeder Ecke Cricket spielender Jugendlicher war hier absolut nix zu machen…

Aber dann- die Ankunft auf den Malediven- was erblicken die müden Augen?! FLUTLICHT!!! Bääm, das einzige Stadion des Landes hatte seine Lichter für die Salsiccia Crew angeknipst, wie geil ist das denn?! Strahlten meine Augen beim Anblick der hell erleuchtet Masten, gingen Ingas Mundwinkel doch eher nach unten… Sollte ich tatsächlich übersehen haben das hier, genau heute Abend die Nationalelf ihr entscheidendes WM Quali Spiel absolviert, oder die Ozeanische Champions League ausgespielt wird, oder zumindest DAS Stadtderby Malè`s stattfinden sollte?

Nachdem mir weder auf der Fähre, noch auf der Taxifahrt, noch in unserem gruseligem Hotel („Football?! Yes, very good food here“ „Stadium?! Yes, yes you can wash here…“) jemand beantworten konnte welch unfassbarer Kracher hier heute Abend stattfinden sollte waren meine Ansprüche schon bei „naja, Hauptsache Ball, 2 Tore und 22 Spieler angekommen…“

Nachdem ich Inga davon überzeugt hatte das es nach 4 stündiger Busfahrt bei 35 Grad in Sri Lanka und 2 stündigem Flug von Columbo nach Malé völliger Blödsinn ist sich unbedingt duschen zu müssen, machten wir uns schnurrstracks zum Stadion auf… Malè ist eine der dich bevölkertsten Hauptstädte der Welt, hier leben 47.000 Menschen auf 1 Km² (!!!), dazu pro Bewohner ungefähr 3 Scooter, unfassbar voll und stressig das Ganze.

Um es kurz zu machen- Nach wahnsinnig anstrengendem gerenne durch die Stadt, waren die Flutlichter am Himmel plötzlich verschwunden, kein Licht mehr, nix, in dem Stadion fand heute garnix statt, die Masten wurden wohl nur zum Test, zur allgemeinen Belustigung oder einfach zum Ärgern des wohl einzigen Hoppers auf der Insel angemacht, ja leck mich doch…!

Nach dem Platzen des Traums vom Kreuzchen auf den Malediven, schlürten wir Richtung Night Market, und ich erblickte wieder kleine Flutlichter, innerlich dachte ich schon, „jajaa, jetzt wollen die dich komplett verars….“ Doch siehe da, der örtliche Futsal Verein PK Boduberu richtete sein alljährliches Turnierchen aus, immerhin.

Schnell noch auf dem Night Market ein bisschen was zu essen geholt, und ab auf die kleine schnuckelige Tribüne um zumindest 1-2 Spielchen zu gucken. Gespielt wurde im Modus jeder gegen jeden, Spielzeit 10 Minuten. Neben uns hatte sich sogar eine kleine Fangruppe positioniert, ausgerüstet mit einer kleinen Fahne. Nachdem die Jungs uns entdeckt hatten und vor allem meine Kamera, wurde richtig Gas gegeben. Natürlich kein Support, aber lustige Pöbeleien gegen die gegnerische Mannschaft, kleine Laola Wellen und ein paar Zwischenrufe.

Prahlte ich immer „leicht“ überheblich das ich in Ländern wie Costa Rica, Thailand und sicher auch auf den Malediven mit Abstand Rekordnationaltorhüter geworden wäre (hätte, hätte Fahrradkette…) wurde ich hier wohl endgültig eines besseren belehrt. Ich war absolut begeistert von den Aktionen der Keeper. Die stürzten sich mit voller Wucht auf den Sand- Kies- Schotter Belag, hechtetet in den Winkel und sprangen vor jeden einschussbereiten Stürmer. Alles natürlich in kurzer Buchse. Und unsereiner beschwert sich über einen Kunstrasen in nicht mehr ganz optimalem Zustand.

Während des Spiels gab es noch ein Feuerwerk, was ich natürlich direkt einer verrückten anrückenden Horde gewaltbereiter, hochmotivierter Maledivischer Ultras zuordnete. Kam aber leider nur vom angrenzenden Night Market. Obwohl ich mir nach wie vor nicht sicher bin, wurden sicher von der Maledivischen Polizei abgefangen, eingekesselt und direkt abgeführt, heheee…!

Nach 2 Spielen und 3 Toren machten wir uns satt und zufrieden wieder Richtung Gruselhotel.

So sollte ich doch noch in den Genuss eines kleinen fußballerischen Highlights kommen. Denn was zählt ist die Liebe zum runden Leder, egal ob im großen Stadion, oder auf dem kleinen Bolzplatz.

CR für Salsiccia

Fakten:
08.06.2015 | 22:00h |
Stadion: Estadio Futsalo Malè
Wettbewerb: Club PK Boduberu Futsal Challenge 2015
Zuschauer: 50
Eintrittskarte: Free Entry
Culinaria: Teigfladen (eher trocken)

Hallenser Hallotri

Auf dem Weg „fehlende“ Stadien der 3. Bundesliga zu besuchen, kam die Partie von „Chemie Halle“ am Ostersamstag gegen den SC Preußen Münster gerade recht.
Die A38 leer gefegt wie immer, sodass ohne zeitliche Probleme das Fahrzeug beim Netto am Böllberger Weg abgestellt wurde. Eine Münsteraner Bullibesatzung kurvte im 9er auch noch umher, auf der Suche nach einem Parkplatz, da sie offensichtlich (freiwillig oder unfreiwillig) eine andere Parkmöglichkeit als den Gästeparkplatz suchte. Der Großteil des Preußen-Anhangs wählte die Anreise mit dem (Sonder-)Zug.
Der zeitliche Druck kam erst auf als ich die Schlange am einzig geöffneten Kassenhäuschen erblickte, die eine beachtliche Länge -rund 30 Minuten vor Anpfiff- aufwies. Das sonnige, wenn auch kalte, Wetter hatte wohl mehr Hallenser als erwartet vom Sofa ins Stadion gelockt. Pünktlich zum Anpfiff im Stadioninneren zu sein rückte in weite Ferne. Durch glückliche Fügungen konnte ich Jemandem seine überzählige Karte abkaufen und für 20 EUR auf der Haupttribüne Platz nehmen. Beste Sicht auf Heimkurve und Gästesektor inklusive.

Der jetzige „ERDGAS Sportpark“ dürfte zwar reichlich wenig mit dem „Kurt-Wabbel-Stadion“ (KWS) gemeinsam haben, dennoch ist es gelungen das neue Stadion, welches, isoliert betrachtet keinen besonderen Charme versprüht, in die Grundmauern und Torbögen (Denkmalschutz) des alten, 1936 erbauten, KWS „einzubetten“, was insbesondere auf den jeweiligen Hintertorseiten sehr schön zur Geltung kommt.

Auf Seite der Preußen war der Gästeblock gut gefüllt. Kurz vor Anpfiff wurden Fahnen in den Vereinsfarben des SCP06 ausgeteilt, was eine Minute nach Beginn ein simples, aber schickes, dreifarbiges Bild abgab. Dazu wurde lautstark mit dem Support begonnen.

Auf Seite der HFC-Fankurve gab es ein Spruchband, was die Abschaffung des Sicherheitszuschlags zum Thema hatte, den die Stehplatzbesucher für dieses Spiel zahlen mussten. Zur 2. Halbzeit gab es ein Spruchband mit dem eindeutigen Inhalt „Keine Solidarität mit Red Bull“, garniert mit „Wir wollen keine Bullenschweine“- sowie „Scheiss Red Bull“-Gesängen. Vor dem Spiel drehte ein übergroßer Biber (?!) seine Runde – der „Hallotri“, das Maskottchen des HFC. Der in den Schlachtrufen und auf vielen Zaunfahnen noch vielerorts präsente Zusatz „Chemie“ wurde 1991 offiziell aus dem Vereinsnamen gestrichen.

Halle bildet in Sachen Fanfreundschaft ein Dreierbündnis mit Lok Leipzig und Erfurt. Eine Lok-Fahne hing auch während des Spiels auf der Gegengerade, ein Indiz dafür, dass die Freundschaft auf breiter Basis getragen wird und es sich nicht nur um ein Bündnis zwischen einzelnen Gruppen handelt.
In Sachen Zaunfahnenkultur kann sich sich sicher so mancher Erst- und Zweitligist eine Scheibe abschneiden. Auch in Halle findet man eine Vielzahl gelungener Exemplare, die ein schönes Kurvenbild abgeben. Über allem thront mächtig eine XXL-“HFC Fankurve“-Fahne. Stimmungskern mit Trommel und Fahnen ist ganz klar bei der „Saalefront“, die sich mittig hinter dem Tor platziert hat.

Die Kurve der Preußen ist hierzulande sicher einer der „Vorreiter“ in vielen Dingen. Schon früh, zu Zeiten der Curva MS, verzichtete man auf jegliche Art der digitalen Selbstinszenierung in Form von Website, Blog o.ä.. Später erlangte man dann durch die für viele neuartige Spaltung der aktiven Fanszene überregionale Bekanntheit – was in anderen Ländern (insb. Frankreich) bereits Gang und Gäbe war und ist. Man erfährt von den Münsteranern nach wie vor recht wenig in den bekannten Postillen. Rein vom Gefühl her wirkte die Situation im Gästeblock auf den Außenstehenden gemäßigt bzw. konstruktiv. Sowohl beim Fahnenintro als auch den Gesängen -es waren zwei Vorsänger auf dem Zaun- wurde gemeinsam an einem Strang gezogen und nicht gegeneinander gesungen oder agiert. Wenngleich sich optisch klar 2 Stimmungskerne herauskristallisieren – auf der einen Seite „Deviants“/Sektor M und daneben die Gruppen der Fiffi-Gerritzen-Kurve (Ex-Block O) , allen voran die Fahne der „Gruppo Resistente“, die einen echten Blickfang darstellt.

Da für die Gäste ausschließlich der Stehplatzbereich vorgesehen war, gab es hier auch kaum Möglichkeiten den Abstand zwischen den beiden Standorten zu vergrößern.
Nach der Auflösung der Curva MS, dem „Überbau“ für viele Gruppen, nach Verlust der Zaunfahne in 2011, rückten die vielen kleinen Gruppen der Preußenkurve wieder verstärkt in den Fokus: Kategorie Münster, Lunatics, Preussen Fighters, Punzengarde und wie sie alle heißen.

Im Gepäck der Deviants befanden sich in meinen Augen zwei sehr gelungene, stilvolle Doppelhalter. Ein klarer Beweis dafür, dass gut gemachte und bewusst eingesetzte Doppelhalter absolut ihre Berechtigung haben, nachdem sie in der deutschen Ultra‘-Landschaft -so zumindest mein Eindruck- fast weitestgehend durch Schwenker ersetzt wurden, obwohl sie eine Zeit lang aus den deutschen Kurven kaum wegzudenken war, da es oft sehr statisch oder emotionslos, so die Kritiker, wirkte. Die Deviants, befreundet mit den Ultras aus Bordeaux, positionieren sich klar antirassistisch, antihomophob und antisexistsisch, was für andere zu dogmatisch oder „politisch“ ist und mittlerweile ein bekanntes (Spaltungs-)Thema in den deutschen Fankurven darstellt.
In der Art des Supports ließ sich heute kein Unterschied ausmachen. Das Liedgut beschränkte sich eher auf einfachere, nicht sehr textlastige Gesänge.

Während des Spiel präsentierte Halle einen Preußen-Pulli am Zaun sowie 3 schwarz-grün-weiße Schals. Im Gästeblock hing ein erbeuteter, roter HFC-Seidenschal am Zaun.

Sportlich spricht das 3-0 für die Hausherren eine klare Sprache. Da fiel es auch nicht so ins Gewicht, dass Preußen-Keeper Schulze-Niehues in der 77 Min. einen Elfer verursachte, mit „rot“ vom Platz gestellt wurde und durch den Elfer das dritte Tor für den HFC fiel. Den georgischen Torschützen Akaki Gogia wird man zukünftig sicherlich höherklassig kicken sehen. Auf jeden Fall immer wieder schön altgediente Bundesliga-Kicker überraschend auf dem Spielberichtsbogen zu entdecken. Diesmal waren es Ivica Banovic und Marco Engelhardt.

Kulinarisch kann das Kurt-Wabbel-Stadion nur bedingt überzeugen. Für den Kauf einer 3 EUR Frikadelle aka Bulette benötigt man eine 5 EUR Bezahlkarte (2 EUR Pfand), die man umständlich nach Spielende an lediglich einem Kiosk umtauschen muss. Bezahlkarten sind an sich schon unnötig, bei überschaubaren Zuschauerzahlen, wie sie hier an der Tagesordnung sind (heute: 7.498 Zuschauer), erst recht. Immerhin: Die Frikadelle schmeckte eher nach Metzger als nach 0815-Catering und konnte somit Pluspunkte sammeln. Punkten konnte ebenfalls das Stadionheft für 1,50 EUR mit dem treffenden Namen „Chemiker“.

Fakten:
04.04.2015 | 14:00 | Hallescher FC – SC Preußen Münster 3-0
Stadion: Erdgas-Sportpark
Wettbewerb: 3. Bundesliga 2014/2015
Zuschauer: 7.498 (Kapazität: 15.057) / Gäste: ca. 900
Eintritt: 21 EUR, Sitzplatz Haupttribüne
Culinaria: Bulette 3 EUR

DSC Arminia Bielefeld 1905 – SV Werder Bremen

Ostwestfalens Gloria sorgt endlich wieder für Furore! In der 3. Liga läuft für die Arminia aus Bielefeld alles nach Plan, sodass die Pokalabende richtig genossen werden können. Nachdem in der 2. Runde Hertha BSC aus dem Pokal gekickt wurde, sollten nun die Bremer Fischköppe dran glauben.

Standesgemäß läutete die Bielefelder Fanszene unter Führung der Lokal Crew das Spiel mit einer schicken Choreo ein.

Die Bremer Ultraszene wollte ebenfalls mit einer Choreo in das Spiel starten, geklappt hat`s eher „geht so“…Eine der ca. 23 Bremer Gruppen plante scheinbar ein Intro mit übergroßen Doppelhaltern die ein Wellenmuster (?!) ergeben sollten, hatte aber scheinbar vergessen die Aktion mit Gruppe 7 bis 14 abzusprechen, während die restlichen 8 Gruppen eine ganz andere Idee hatten und den kompletten Block mit einer großen Grün-weißen Blockfahne überzogen. Das Ergebnis sah dann ganz nett aus, die Durchführung wirkte allerdings sehr konfus.

Insgesamt war der Auftritt der Bremer Fanszene sehr enttäuschend. Stimmungsmäßig hatte ich jetzt eh keinen Kracher erwartet, aber selbst die Zaunbeflaggung war schwach, noch nicht mal die so doll gemusterte Zaunfahne der Baltic Crew hing, Frechheit!

Bielefeld dagegen mit den bekannten Zaunfahnen auf dem South Stand, wie die Bielefelder die Südtribüne in einer Choreo schon einmal selbst bezeichnet haben, sowie einem klasse Mix aus alten Gassenhauern, melodischen Liedern aber auch den klassischen brachialen B-I-E-L-E-F-E-L-D Rufen, gefielen mir mal wieder richtig gut.

Das Spiel wurde übrigens dank meines Arbeitskollegen Schmidti stilecht aus der VIP Loge verfolgt. Bei allem gepöbel über Fußball aus Logen- Geil ist es schon ein Spiel bei dem man nicht aktiv auf den Rängen beteiligt ist aus einer überragenden Perspektive zu verfolgen, sich vor/während/nach dem Spiel am reichhaltigen Buffet zu bedienen, das frisch gezapfte Krombacher mit perfekter Schaumkrone und selbstverständlich im Glas auf den gepolsterten Sitzplatz servieren zu lassen und sich je nach Lust und Laune auch mal nen leckeren Cocktail zu können.

Da in den VIP Logen alles, wirklich alles wichtiger ist als die 90min. auf dem Rasen bzw. das was in Bielefeld so Rasen genannt wird, gibt es hier auch keinen Spielbericht sondern nur das blanke Ergebnis:

3-1. Der DSC ist wieder da!

CR für Salsiccia

Fakten:
04.03.2014 | 19:00h | DSC Arminia Bielefeld- SV Werder Bremen
Stadion: Alm
Wettbewerb: DFB Pokal 2014/2015
Zuschauer: 26 137 | ausverkauft
Eintrittskarte: VIP Loge sponsored by Schmidtis Papa
Culinaria: Bremer Fischbrötchen

„Jeden Montag auf dem Weg zur Arbeit…“

Das Stadion „Am Bruchbaum“ ist erst ein Pflichtspiel alt. Grund genug die zweite Gelegenheit zu nutzen und dem, neben dem sportlichen Aspekt, auch fantechnisch attraktivsten Spiel der Oberliga Westfalen beizuwohnen.

Das fand passenderweise an einem Freitagabend statt und so machten sich gleich 4 Kibitze auf den Weg nach Lippstadt.
Insgesamt dürften sich schätzungsweise an die 50 Hopper auf der mit 5 großen Stufen ausgestatteten Gegengerade eingefunden haben. Viele mit Kamera im Anschlag in Erwartung von optischen Darbietungen beider Fanlager.

Die Fanszenen beider Clubs sind nicht nur freundschaftlich miteinander verbunden, sondern platzierten sich auch -ideal für den anwesenden Hoppermob- schräg gegenüber des jeweils anderen, sodass beste Sicht auf das Geschehen gewährleistet war.
Die Fanszene LP hat sich taktisch günstig im Stehplatzblock unter der überdachten Tribüne platziert. Vor dem Block hängt eine recht schicke, große „Supporter Block LP“-Fahne. Im Block selbst einige Gruppen- und Sektionsfahnen der Fanszene LP.
Direkt angrenzend befindet sich die etwas überdimensioniert wirkende, fast schon protzige, „Hella Club Lounge“.
Wie schon erwähnt, besteht die unüberdachte Gegengerade aus 5 großen Betonstufen, genau wie der Gästeblock, der sich über die komplette Hintertorseite zieht.
Hinter dem anderen Tor ist keine Tribüne, sondern das Vereinsheim.
Eintritt studentisch ermäßigt 6 EUR, der Vollzahler musste 8 EUR zahlen.
Interessant wäre mal zu wissen, inwieweit der Umzug vom eher zentral, dafür aber verkehrstechnisch ungünstig gelegenen „Stadion am Waldschlösschen“, bei der Fanszene Anklang fand. Befindet man sich jetzt eher etwas abseits der Lichter der Stadt an einer Landstraße.

Um ein Teil des Fazits bereits vorweg zu nehmen: Was hier, immerhin in den Niederungen von Liga 5 fantechnisch geboten wurde, war wirklich mehr als passabel. Sich Woche für Woche auf den Sportplätzen und im heimischen Stadion neu zu motivieren (Der SV Lippstadt 08 fristet ein Dasein im Niemandsland der Tabelle) finde ich durchaus beachtlich.

Zum Intro präsentieren die Lippstädter „Los Aliados“ eine Folienbahnen-Choreo in ihrem Block, während bei den Gästen rund um die „Compadres“ mit Fackeln den Abendhimmel erleuchten. Vorm Heimblock hing eine „Neunzehnhundertacht“-Zaunfahne umrahmt von den Traditionswappen. Ahlen hatte den Text „Zwangsabstieg und schwere Jahre sind Vergangenheit für Rot-Weiss“ zum Intro über die Zaunfahnen gehangen.

Heraussticht vor allem die „Beatbox“ der Lippstädter. Der einsame Trommler steht vor dem Block und kann sich so an seinem Instrument inkl. Schlagzeug/Snaredrum (?!) selbst verwirklichen.
Dadurch wirkt der Support der Lippstädter um einiges mächtiger und lauter. Auch der sangesfreudige Kern der Ahlener hat es an diesem Abend schwer dagegen anzukommen.
Zur 15. Minute hängt bei den Gästen der „G-Block“ seine Fahne auf. Wechselgesänge gibt es zwischen Heimseite und Gästeblock auch, so wird lautstark „Freiheit für Kiste“ gefordert und in der 30. Minute akustisch das Bündnis zelebriert. Zur 35. Minute wenden sich die Ahlener vom Spielfeld ab Richtung Stadiontore, passend dazu ein „Gegen alle SV“.
Zwischendurch immer mal kleiner Gäste-Pyro-Einlagen mit Fackeln, Rauch und Breslauern, was den Stadionsprecher zu Ermahnungen/Bitten veranlasst. Warum einer der Pyromanen sich dann noch dazu berufen fühlt unmotiviert die brennende Fackel auf den Platz zu feuern, weiß er heute wahrscheinlich selbst nicht mehr. Recht sinnfreie Aktion.
Die Fahnen sind im Dauereinsatz, die Beatbox gibt den Takt vor. Mein gesangliches Highlight ist die Lippstädter-Eigenkreation „Jeden Montag auf dem Weg zur Arbeit…“ Bleibt auf jeden Fall gut im Ohr.

Die Mantaplatte für 4,50 EUR ist wirklich in Ordnung und der Preis scheint fair.

Der überraschende (Sieg-)treffer für den Außenseiter gegen den Tabellenführer fällt erst in der Nachspielzeit.

Fakten:
13.03.2014 | 19:30h | SV Lippstadt 08 – Rot Weiss Ahlen 1-0 (0-0)
Stadion: am Bruchbaum, Lippstadt
Wettbewerb: Oberliga Westfalen 14/15
Zuschauer: 1.094 | Gäste ca. 200
Eintrittskarte: 8 € | Stehplatz Gegengerade „Hopperblock“
Culinaria: Mantaplatte 4,50

FC København – Brøndby IF

Da eine gemeinsame Städtetour mit Inga schon eine Weile zurück lag und der nächste „große“ Urlaub erst im Juni ansteht, wurde der März auserkoren, um das nächste Fähnchen auf unserer Weltkarte zu versenken. Da der tifo-interessierte Fan natürlich nicht willkürlich irgendwo hinjuckelt sondern vorher der Kicker Matchkalender gecheckt wird, wurde „spontan“ Kopenhagen vorgeschlagen… Zufälle gibt’s… Heheee… Hat damals beim Istanbul Trip auch schon geklappt, Zufall, ganz ganz dickes Ehrenwort liebe Inga.

Los ging es am frühen Freitagmorgen, dank des Firmenwagens wieder äußerst kostenneutral. Als Unterkunft wählten wir über AirBnB eine schicke Unterkunft im Szeneviertel Nørrebrö.
Da in der Salsiccia .pdf-Ausgabe Nr. 13 schon ausführlich auf Kopenhagen eingegangen ist, hier nur grob ein paar Infos.
Kopenhagen ist teurer- sehr teuer! Selbst für Sparfüchse wie uns zwei… Da kostet der Cappuccino schon mal gerne 5€, die Dose Bier im Supermarkt 3 € und die Pizza 9 €…

Koppenhagen hat Kinder- viele Kinder!
Kopenhagen hat ca. 500.000 Einwohner, wovon gefühlt 80 % unfassbar gutaussehend sind, egal welchen Alters. Von diesen 80 % haben ungefähr 75 % süße kleine Kinder. Inga und ich waren uns einig das Kopenhagen so in den nächsten Jahrzenten zur Millionenstadt voller gutaussehender, fahrradfahrender Hipster wird.
Falls wer Interesse hat gebe ich euch gerne noch ein paar aktuelle Tipps zur Stadt, um den Rahmen des Blogs aber nicht zu sprengen, nun direkt rein ins Kopenhagen DERBY!

Das „Parken“-Stadion von Kopenhagen, liegt wie der Name schon vermuten lässt in einem Park. Von unserer Unterkunft zu Fuß gut zu erreichen schlenderten wir ca. 2,5 Stunden vor Spielbeginn in Richtung Stadion um bei einem leckeren Apple Cider, die Sonne und das Treiben rund um den 1992 eröffneten Ground zu genießen.
Hinter dem schicken „Parken“, welches auch gleichzeitig das Nationalstadion Dänemarks ist, befindet sich ein nettes Oldschoolstadion das mittlerweile vornehmlich für Leichtathletik genutzt wird.
Selbstverständlich wollte ich das Stadion von innen sehen, selbstverständlich war das Dingen zu. Vor dem Haupteingang hatten sich allerdings ein paar Jugendtrainer vom FC Kopenhagen versammelt um ein paar Pølser zu grillen und Dosenbier zu verkaufen. Einer der schon leicht angetrunkenen Betreuer machte uns ein faires Angebot: Dose Bier, Pølser + freier Zugang in`s innere für umgerechnet 8 €. Ruck zuck wurden wir durch die Katakomben gelotst, die letzte Tür für uns aufgeschlossen, freundlich beim vollgetankten Betreuer bedankt und ab zur Fotosession. Fotosession beendet, wieder zurück zum Ausgang. Bääähm- Tür zu!!! Der „leicht“ angetrunkene Herr hatte wohl vergessen dass die Tür von innen nicht aufgeht… Shit. Nun gibt es aus meiner Sicht sicherlich schlimmere Dinge als mit seiner Liebsten in einem schicken alten Stadion gefangen zu sein, nicht aber wenn nebenan in 45min. der FC Kopenhagen auf Bröndby IF trifft… Schlussendlich fanden wir über den Hintereingang einer direkt anliegenden Kneipe doch einen Ausgang. Puuuh, auch mal was Neues nicht aus einem Stadion heraus zu kommen, normal ist reinkommen ja eher das Problem….

Erläuterte ich Inga vor dem Spiel, dass von Heimseite nicht mit Pyro zu rechnen sei, von Gästeseite jedoch umso mehr (danke an dieser Stelle für das Gefühl das es dich zumindest minimal interessiert), wurde ich direkt beim Intro eines Besseren belehrt. Alter Däne- wie geil war das denn bitte?!?
Nachdem die Blockfahne, die über die gesamte Hintertortribüne entrollt wurde, wieder unten war, fackelte die Kopenhagener Szene rund um die Urban Crew, unterstützt übrigens von der CFHH, so ziemlich alles ab was der Ultras-Tifo-Shop hergibt. Zu Beginn Rauchtöpfe, anschließend 40- 50 Fackeln, 10-20 Blinker…Wahnsinn…Eine der beeindruckensten Pyroshows die ich je live erleben durfte. Die Reaktion des restlichen Publikums: Applaus (!!!).

Netterweise warteten die Jungs und Mädels von Bröndby IF mit Ihrem Intro so lange, bis das Spektakel auf Heimseite beendet war und starteten dann ein Chaos Intro bestehend aus großen in hellblau, blau und gelb gehaltenen Schwenkern, Konfetti und Wurfrollen, sowie einigen Fackeln und Blinkern. Auf Gruppenzaunfahnen wurde bei Bröndby übrigens komplett verzichtet, vor dem Gästeblock hing anstelle dessen eine über die komplette Breite gestaltete „Sydsiden Bröndby“ Zaunfahne.

Die 22 Kicker auf dem Rasen warteten ganz gemütlich mit dem Anpfiff, spielten sich noch gemächlich ein paar Aufwärmbälle zu, der Schiedsrichter erkundigte sich kurz bei den Kapitänen, ob Sie wüssten wann die Kurven gedenken das Spektakel zu beenden und pfiff dann ohne großes Trara ca. 15 Min. später an.
Ich glaube nun weiß Inga wie ich aussehe, wenn ich richtig, richtig glücklich bin, was ein Auftakt!!!
Das dieses Niveau nicht 90min. gehalten werden konnte war klar. Stimmungsmäßig war für mich Bröndby deutlich emotionaler, beim FCK sah das ganze irgendwie nach Pflichtprogramm aus. Auf dem Platz ein ähnliches Bild, der FCK wirkte reifer, besonnener, ohne große Emotionen, vom ehemaligen FC Trainer Stale Solbakken richtig gut eingestellt. Folgerichtig ging Kopenhagen in der 35 Min. in Führung.

In der Halbzeit bedienten sich die ca. 20-30 permanent vermummten Jungs von Alpha Bröndby ganz chillig an der mitgebrachten Pyrotasche und zündeten einen netten Mix aus Blinkern, Fackeln und einer ordentlichen Menge Rauch. Einfach krass. Gejuckt hats natürlich keinen, nur bei Böllern gab es ein paar Pfiffe der restlichen Besucher. Schwarz- gelbe Anhänger aus DO konnten auf Gästeseite zumindest optisch nicht ausgemacht werden, waren aber sicher vor Ort.

Der FC Kopenhagen startetet gut in die die 2.Halbzeit und war dem 2-0 deutlich näher als die Gäste dem Ausgleich. Nun stieg auch das ganze Stadion in die Gesänge ein, während sonst „nur“ die Hintertortribüne und Teile der unteren Gegengeraden Attacke machte.
Bei der Sydsiden von Bröndby machte kompakt der ganze Block mit, der Punkt geht aus meiner Sicht an Bröndby IF.
In der 55. Min dann der überraschende Ausgleich, was einen saugeilen Torjubel zur Folge hatte. Der durch blau- gelbe Plastikfahnen nach unten abgetrennte Bereich der Gästetribüne wurde direkt „überrannt“ bis unten an die Werbebande, die direkt umgekickt wurde. Die Jungs feierten nun direkt am Spielfeldrand den Ausgleich. Torjubel vorbei, noch fix die Bande aufheben, kurz mit den Ordnern abklatschen, husch wieder ab hinter die Bande, weiter geht’s. Einfach nur geil… Während die Ordner noch damit beschäftigt waren die Überreste des Torjubels zu beseitigen, fackelte Bröndby schon wieder fleißig im Block. Das Spiel lief natürlich wie selbstverständlich weiter.
Man stelle sich sowas in…..Ach lassen wir das. In der 65 Min. dann der verdiente Führungstreffer für den FC Kopenhagen der mit dem Treffer zum 3-1 in der 90.min alles klar machte.
Die Feierei danach war schon recht ordentlich, aber irgendwie nicht so emotional wie sie wahrscheinlich beim Gegenüber gewesen wäre. Mag aber vielleicht auch an der Favoriten bzw. Außenseiterrolle liegen…
Ich könnte hier noch mehr Details über Spruchbänder, Rauchtöpfe, Hüpfeinlagen, Songauswahl usw. schreiben, dies würde aber den Rahmen sprengen. Sogar Inga musste zugeben „dass es schon spannend war, weil in den Kurven immer was los war…“. Ich hatte viel erwartet- aber wenn so ein Fazit von Inga kommt, muss schon eine Menge auf den Rängen passiert sein.
Interessant übrigens, was der durchschnittliche Kopenhagener Hipster und natürlich mehrfache Familienvater so an Bierchen in sich reinkippt. Das hatte ich bei den Bierpreisen nicht unbedingt erwartet. Da scheint zwischen Soja Chai Latte und Kindergartenplatz noch ne Menge Kohle für Stadionbiere übrig zu sein… Vielleicht liegt es auch daran, dass Kopenhagen die 5. teuerste Stadt der Welt ist, die Bewohner im Verhältnis aber weltweit am 3. Besten verdienen.

Mein Fazit:
Stimmungsmäßig gibt es sicherlich bessere Derbys in Europa, alleine schon was die Zuschauerzahlen angeht. Was in Kopenhagen aber an Pyrotechnik und optischer Unterstützung geboten wird, braucht sich vor keinem europäischen Derby zu verstecken. Ich persönliche habe solch eine Masse an Pyro noch in keinem Spiel erlebt und bin auch jetzt, 4 Tage nach dem Spiel, völlig geflasht.

CR für Salsiccia

Fakten:
08.03.2014 | 15:00h | FC København – Brøndby IF 3-1 (1-0)
Stadion: „Parken“ Stadion
Wettbewerb: (ALKA) Superligaen Dänemark Saison 2014/2015
Zuschauer: 31.279
Eintrittskarte: 25 € | Gegengerade Oberrang
Culinaria: Spezial „Pølser- Dosenbier- Groundspotting- No Exit Menü“. 8 €

Bodo & Rolf im AKS

Wenn Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow auf „Sportreporter-Legende“ Rolf Töpperwien trifft, kann eigentlich nichts Gescheites dabei heraus kommen. Beide wussten wahrscheinlich selbst nicht so genau, was sie bei schönstem, sonnigem Sonntagswetter in Nordhausen wollten und sollten. Es kam auf jeden Fall nichts Sinnvolles beim rum als sie am Mikro waren („Adolf? Albert? Alfred?-Kuntz-Sportpark (AKS)…ach egal – was zählt ist Wacker“ – ja nee ist klar.)

Topspiel der Regionalliga Nordost (je nach Zählweise der möglicherweise annullierten VFC Plauen Punkte der Erste gegen den Zweiten).
Da lässt sich der MDR nicht lange bitten und überträgt tatsächlich sein 1. Livespiel aus Nordhausen im TV, was die „krumme“ Anstoßzeit erklärt.

Die Fanszene von Zwickau „begleitet“ mich nun medial seit über 10 Jahren. So viel gelesen, gehört und Bilder gesehen – heute also endlich mal die Gelegenheit den unverkennbaren Zwickauer Stil live zu erleben und sich selbst ein Bild zu machen und sei es nur eine Momentaufnahme.

Ein weiträumig gestreutes Polizeiaufgebot darf natürlich nicht fehlen und empfängt die Besucher schon an den Stadttoren.
Da der Wacker-Kassenwart und die Kassierer-Crew etwas überfordert mit dem geballten Zuschauerinteresse zu sein schienen, als es Richtung Anpfiff ging, war genug Zeit um die anstehenden Kunden genauer zu beobachten – hier im Südharz trägt man noch modebewusst den „feinsten Zwirn“ vom Thor S., A. Aryan & wie sie sonst noch alle heißen. Kann man schon mal aus‘m Schränk’sche holen wenn die BSG Sachsenring vorbeischaut.
Tja ja so ist dieses Hoppervolk – kaum mal da – schon gleich am Pöbeln. Dies wahrscheinlich einer der Mitgründe warum Hopper gerade in Zwickau in etwa so beliebt sind wie Fußpilz.

Zum Intro bieten die Wackerfans überdurchschnittlich viel – die Messlatte ist hier aber auch recht niedrig anzusetzen. Es gab neben blau-weißen Fähnchen Spruchbänder in Richtung Bodo Ramelow zur Stadionfrage (#PROAKS).
Ganz anders bei den Gästen. Kein spezieller Tifo zu Beginn, dafür 2 große Schwenker, u.a. mit der „…lebe lieber ungewöhnlich“-Fahne (m)ein absolutes Highlight.
Zaunbeflaggung auf beiden Seiten vorhanden. Bei Wacker 10 Fahnen am Zaun und auf dem Tribünendach eine Art Cowboy-“Edelfan“ mit blau-weißem Schwenker. Bei Zwickau zählte ich 23 FSV- sowie 1 x Dynamo-Fahne(n).
Akustisch gehen die Zwickauer Gesänge schon ins Ohr. Das kommt dem, was ich unter „ultra‘“ verstehe, schon ziemlich nah. Da ist es in meinen Augen auch zu verschmerzen, dass im Endeffekt nur das Mitteldrittel konsequent mitzieht und die „Ränder“ es bei Torwart-/Schiri-/Magdeburg-Pöbeleien belassen und 1-2x ein „Hier regiert der FSV“ brüllten.

Die aktive Szene zieht ihr Ding dauerhaft durch und das mit vollster Überzeugung und Hingabe. Gefiel mir in der 2. Halbzeit nochmal ’ne Schippe besser als in der ersten Hälfte. Heraus stachen in meinen Ohren das „Lasst uns drei Punkte holen…“, „Du bist unsr‘e Nr. 1…“ und die Zwickauer „Brasil“-Version. Die Heimseite fiel eigentlich nur durch 1-2 Dynamo-Pöbeleien auf.
Drei Tore – drei Zaunstürme, welche das Gitter ordentlich zum Wanken brachten, es aber stand hielt. Dahinter der Zwickauer Mob, größtenteils oberkörpfrei am Durchdrehen. Der Trommler beherrscht sein Handwerk und die Einklatscheinlagen konnten was. Nach dem Führungstreffer wurde passenderweise ein XXL-Doppelhalter mit der „1″ gezeigt. FSV Zwickau – Spitzenreiter.

Wenn in der Halbzeit der Nachbar der angrenzenden Kleingartenkolonie die 0,5er Kanne über den Zaun reicht könnte man meinen, die Welt wäre hier noch in Ordnung, wird dann aber schnell von der Realität eingeholt, spätestens als Rolf Töpperwien die Kandidaten fürs Halbzeit-Elfmeterschießen nicht ausfindig machen kann und vor dem Besuch am Bratwurststand warnt, da „zu voll“.

Fakten:
08.03.2015 | 14.05h | FSV Wacker 90 Nordhausen – FSV Zwickau 0-3 (0-1)
Stadion: Albert-Kuntz-Sportpark, Nordhausen
Wettbewerb: Regionalliga Nordost 2014/15
Zuschauer: 1.647 davon rund 500 Gäste (Stadionkapazität 8.000)
Eintrittskarte: 12 € Stehplatz, Vollzahler (Wessi)
Zaunfahnen: Nordhausen: 10 | Zwickau: 24
Culinaria: Bis jetzt leider noch keinen Ground in Thüringen gefunden, wo mich die „Thüringer“ überzeugt hat.

Dreierlei

Es wurde auf das bewährte Konzept des Berlin³-Trips gesetzt und 3 Spiele an diesem Tag in das Programm aufgenommen.
Den Auftakt machte der A-Jugend-Kick im Paul-Janes-Stadion (bis 1990 offiziell und auch heute noch besser bekannt als „Flinger Broich“) in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.
Samstag Morgen, 11 Uhr, schönster Sonnenschein bei angenehmer Kälte.
Vor Spielbeginn die obligatorische Mannschaftsaufstellung abgeholt und Platz genommen.
Trainer der Fortuna A-Jugend ist übrigens kein anderer als der Cousin von der kroatischen Stürmer-Legende Davor Šuker, nämlich Sinisa Šuker.

Nach und nach füllte sich die Tribüne zusehends, letztendlich fand sich auf Fortuna-Seite auch ein Grüppchen (Dissidenti? LBF?), welches immer mal wieder anlassbezogen Fortuna-Schlachtrufe von sich hören ließ.
Ansonsten das übliche Bild auf den roten Sitzen: Scouts wechseln sich mit motivierten Eltern ab.
Kulinarisch wurde lediglich ein warmer Kakao getestet, wenngleich es die nett angerichteten Mettbrötchen mit frischen Zwiebeln auch verdient gehabt hätten sie zu probieren.
Schön auch, dass die „LBF 99“ es nicht versäumten ihre Fahne am Zaun anzubringen.

Das Paul-Janes-Stadion ist genau richtig für derartige Spiele. Wohl dem Verein, der ein schickes, kleines und dann auch noch geschichtsträchtiges Stadion für seine Jugendmannschaften hegt und pflegt.
Hinter beiden Toren gibt es ebenso wie auf der Gegenseite Betonstufen (ein Hintertorbereich ist theoretisch hälftig Gästeblock). Kultig ist sicherlich ein altes Schild mit dem Stadiongrundrisse des alt-ehrwürdigen Rheinstadions.

Der kurzweilige Kick endete 3-2 für die Hausherren nach zwei schweren Schalker Abwehrpatzern stand es schnell 2-0. Auf Seite der Schalker traf der erst kürzlich mit einem Profivertrag ausgestattete Felix Platte. Die Schalker Jugendtrainer-Legende Norbert Elgert sprach nach dem Spiel von einer „hochverdienten Niederlage“ und zeigte sich gerade von den „Spielern mit Ambitionen“ mehr als enttäuscht („Totalausfälle“).
Bevor es weiter Richtung Gelsenkirchen ging wurde noch köstlich bei „Sawatdy“ in der Bilker Allee gespeist, der dieses Mal dem „Oberbilker Grill“ vorgezogen wurde.


Block 13 und Block 12

Fakten:
22.11.14 | 11:00 Uhr
Fortuna Düsseldorf U19 – FC Schalke 04 U19 3-2
Wettbewerb: A-Junioren Bundesliga West, 11. Spieltag
Stadion: Paul-Janes-Stadion, Düsseldorf
Zuschauer: 200
Eintritt: 4 EUR (ermäßigt 2 EUR)

Es folgte das Bundesligaspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg, mit selbigem Ergebnis am Ende, sodass nach 2 Spielen bereits 10 Tore zu Buche standen. So konnte es doch weitergehen.
Für Spannung war gesorgt; Schalke ließ nach einer 3-0 Führung nach 30 Minuten die Gäste noch mal zum 3-2 rankommen, sodass am Ende das große Zittern angesagt war. Schalke mit neuem taktischem Konzept unterwegs, was die Gäste sichtlich überraschte. Ob es an RdMs Geheimtraining lag?
Nach Spielende gab es keine Zeit zu verlieren um „exklusiv“ den Abreisestau etwas zu umfahren. Fix noch einen weiteren Mitfahrer eingesammelt und ab auf die Autobahn Richtung der Provinz Nordbrabant.

Fakten:
22.11.14 |15:30 Uhr
FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg 3-2
Wettbewerb: 1. Bundesliga, 12. Spieltag
Stadion: Arena AufSchalke, Gelsenkirchen
Zuschauer: 60.989 | 1.300 Gäste
Eintritt: Stehplatz 16,50 EUR

Willem II Tilburg gegen Excelsior Rotterdam hatten wir uns herausgesucht, und da das Spiel „clubcardfrei“ war, konnten problemlos Tickets auf der Hintertortribüne zu je 20 EUR gelöst werden. Diverse Ermäßigungen waren nicht möglich. Die Spielstätte liegt an der A58 Breda – Eindhoven, am Südrand der Stadt.
Geparkt werden konnte ganz entspannt im direkt angrenzenden Industriegebiet und geleitet von den strahlenden Flutlichtmasten hatten wir nach wenigen Minuten Fußweg die Kassenhäuschen erreicht. Der Sinn der formlosen Ausweiskontrolle erschloss sich uns nicht.
Das Angebot im Fanshop konnte nicht so recht überzeugen und trotz des „Fischerhut“-Aktionstages schlugen wir nicht zu.
Der Stadion-DJ heizte dem Publikum im Stadionumlauf ein und wir machten uns auf zu einer Runde um das Stadion. Die Gäste erreichen den Gästebereich über einen separat abgetrennten Parkplatz mit Käfig-Eingang und werden über den Stadionumlauf hinweg direkt hinein geführt. Eine eher ungewöhnliche Konstruktion, wenngleich dieses Konzept, gerade hier in den Niederlanden, häufiger an der Tagesordnung ist und auch bereits in Lille, Mainz oder Aachen ähnliche „externe“-Konzepte umgesetzt wurden.

Hinter der Heimkurve, der „Kingside“, testeten wir das stilechte kulinarischen Angebot. Neben dem Klassiker-Menu „groote Friet spezial“ mit „Frikandel spezial“ entpuppte sich der „Bami Bal“ / „Bami croquette“ als ein weiteres Highlight. Würzig-pikant angebratene Nudeln in einer Panade und fritiert. Für das Biertje waren Chips aus dem Automaten notwendig.

Das König Wilhelm II.-Stadion entspricht erfreulicherweise nicht dem niederländischen Nullachtfuffzehn-Einheitsbrei.
Es ist grundsätzlich schon ein komplett überdachter Allseater (14.750 Plätze) allerdings nicht mit den bekannten Treppenaufgängen, sondern mit einem riesigen Graben zwischen Tribüne und Spielfeld.

Die Sitze sind im Wesentlichen blau, vereinzelt rot. Auf der Gegengerade ist der Stadionname in weiß und in der Heimkurve der Schriftzug „KINGSIDE“ eingearbeitet.
Die Aufbauten auf dem Dach sind wellenförmig geschwungen, was dem Stadion nochmal ein eigenes Flair verleiht, zusammen mit den schicken Flutlichtmasten, die ein echter Blickfang sind. Unter dem Dach heizen die erstmals vor Jahren in der BayArena gesehenen Heizstrahler dem Publikum ein, zumindest mehr als es die „Kingside“ hinbekommt.

Die Zaunbeflaggung ist mächtig und teils martialisch und es hängen wahrlich einige echte Hingucker vor den Tribünen, nahezu auf allen Seiten. Leider mehr Schein als Sein: Die Supportbemühungen, vielmehr kann man es gar nicht nennen, beschränkten sich auf einen kleinen Kern junger Casuals auf der ausverkauften „Kingside“. Es gab zwar ein Vorsängerpodest, jedoch wirkte das Szenario eher unorganisiert und lediglich bis auf 2-3 Ausnahmen konnte die Heimkurve oder das ganze Publikum mit einbezogen werden. Nur bei der Vereinshymne und der mit dicken Beats unterlegten „TSUNAMI“-Beschallung vor Spielbeginn wurde es richtig laut.
Die 200 Excelsior-Fans im Gästeblock konnte ebenso wenig akustisch auf sich aufmerksam machen und schauten ruhig das Spiel aus dem Eckblock heraus.

Äußerst ungewöhnlich ist natürlich -und das sticht sofort ins Auge-, dass sehr hopperfreundlich Heimfans als auch Gästefans zusammen auf eine Tribüne platziert sind – in direkt nebeneinander angrenzenden Blöcken. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es hier bei einem anderen Gästeanhang, z.B. dem „großen“ Stadtnachbarn Excelsiors, nämlich Feyenoord aus dem 77km entfernten Rotterdam, nicht ganz so friedlich zu geht. „AwaydaysNL“ twitterte jedenfalls von 200 Excelsior-Gästefans.

Das Koning-Willem-II-Stadion wurde 1995 eröffnet, den Namenszusatz „König“ hat es allerdings erst 2009 erhalten, zum Andenken an König Wilhelm II. von Oranien-Nassau. Der Verein wurde auch nach selbigen König benannt und nicht wie mancherorts vermutet nach der (nicht mehr bestehenden) Tilburger Zigarrenfabrik Willem II.

Während der Verein Anfang des Jahrtausends noch in der Champions League unterwegs gewesen ist, musste vor 3-4 Jahren sogar der bittere Gang in die Zweitklassigkeit mit direktem Wiederaufstieg angetreten werden.
Auf dem Platz entwickelte sich an diesem Abend ein gutes Spiel mit vielen Kurzpässen und keinem rein Herumgebolze. Excelsior ging es etwas defensiver an und war sichtlich mit einem Remis zufrieden.
Ein paar bekannte Namen konnten auch ausgemacht so werden, so hat es z.B. Ben Sahar (Hertha und Bielefeld) hierher verschlagen. Unser Hauptaugenmerk lag allerdings auf jemand anderem:
Kristiano Samuel Armenteros Nunez Mendoza Jansson.
Wir setzen alles auf ein Tor von dem schwedischen (!) Zungenbrecher und er sollte uns nicht enttäuschen und traf per Strafstoß. Er ist, wie auch der griechische Keeper Lamprou, derzeit von Feyenoord ausgeliehen.

Nach Spielende ging es über die beleuchteten Autobahnen direkt zurück in heimische Gefilde.


Spruchband gegen Kunstrasen


Spruchband gegen die Zweitvertretungen/
Reserveteams in der 2. Liga (Ajax, PSV & Twente)

Fakten:
22.11.14 | 20:45 Uhr |
Willem II Tilburg – Excelsior Rotterdam 1:1
Wettbewerb: Eredivise (NL1), 13. Spieltag
Stadion: Willem II Koning
Zuschauer: 10.850 | 200 Gäste
Eintritt: Sitzplatz Hintertor, 20 EUR
Culinaria: „Bami Bal“ / „Bami croquette“ für 1,50 EUR avancierte zu DER kulinarischen Neuentdeckung