Archiv der Kategorie 'Spielberichte Hopping'

FC Gütersloh 2000 – SV Lippstadt 1908

November. 8 Grad. Dauerregen. Tiefer Platz.

Gibt es ein geileres Fußballwetter?! – Für mich definitiv nicht.
Und so wurde die Frage der besseren Hälfte „Oder bei dem Wetter doch lieber Sauna…?!“ mit einem „ Ähhh, nein“ beantwortet. Am liebsten hätte ich selber die Sporttasche gepackt um im Heidewald im Tor zu stehen. Da die aktive Zeit aber seit diesem Jahr vorbei ist und es mit einem Wechsel zum FCG leider nie geklappt hat, konnte ich mich heute voll und ganz auf das Geschehen auf Rasen, Rängen und Imbissbuden konzentrieren.

Das Heidewaldstadion liegt etwas außerhalb von Gütersloh, (überraschenderweise) an einem Wald und bietet 12.500 Zuschauern Platz. Neulich machte die Meldung die Runde dass die Stadt erwägt den Heidewald aufgrund der hohen Instanthaltungskosten abzureißen, was einige Proteste zur Folge hatte. Sogar bis in die 11 Freunde hat es dieses Thema geschafft. Aktuell gibt es hier wohl nichts Neues, fest steht auf jeden Fall das der sportliche Erfolg des FC Gütersloh fast zwingend notwendig ist um weiter die Unterstützung der Stadt zu erhalten. Der Anfang der Saison verlief allerdings alles andere als wünschenswert, nach einem Trainerwechsel gewann man allerdings die letzten 4 Spiele in Folge.

Der SV Lippstadt 1908 ist ebenfalls schwach in die Saison gestartet, galt man doch als Regionalliga Absteiger zum Favoritenkreis auf den direkten Wiederaufstieg.

Im Gegensatz zum FCG verfügt der SVL über eine ordentliche Fan bzw. Ultra-Szene. Der Zusammenschluss „Fanszene Lippstadt“ besteht aus Ultra orientierten Fanclubs u.a. Compadres, Banana Squad etc. Die Lippstädter pflegen eine Freundschaft zu Rot-Weiß Ahlen, die an diesem Tag aber leider selber in der Oberliga antreten mussten.

Aufgrund persönlicher Aufeinandertreffen und vor allem der Nähe zur Dortmunder Szene (auch wenn das lt. BFU-Bericht wohl der Vergangenheit angehört) wird die Fanszene Lippstadt bei mir definitiv keine Sympathiepunkte mehr sammeln, supportmäßig muss man den Lippstädtern allerdings immer wieder ein großes Lob aussprechen.

Gütersloh für mich trotz fehlender (aktiver) Fans eine cooler Verein, irgendwie stehe ich auf dieses chaotische- Pleite, Aufstieg, Abstieg, Pleite, Träumen von großen 2. Liga Zeiten – Spielchen…

Damit aber endlich zum Spiel bzw. den Geschehnissen auf den Rängen.
Mit mir wollten sich noch weitere 904 Zuschauer den Ar… nassregnen lassen, was vermutlich allen außer den feinen Damen und Herren sowie Ansgar Brinkmann auf der überdachten Sitzplatztribüne eindrucksvoll gelang. Ca. 300 davon aus Lippstadt. Aufgrund des bundesligafreien Wochenendes tummelten sich auch einige Hopper im schicken alten Ground.

Zum Start zeigte die Fanszene Lippstadt ein Intro aus Pappherzen und ein Spruchband aus dem gleichnamigen Song „Ich bin schon wieder dabei mein Herz zur verlieren…“ Sah cool aus, vor allem das quasi jedem im Block ein Herz in die Hand gedrückt wurde.
Gütersloh leider nix, garnix…

Der SV Lippstadt wurde seiner Rolle als Favorit gerecht und drückte von Beginn an, unterstütz von melodischen Songs mit saustarken Trommelrhythmen, der Typ hat`s mal richtig derbe drauf..! Sehr geil!!!Der Ball wollte aber nicht in die Kiste, irgendwie bekamen die fightenden Gütersloher immer ein Bein, Bauch, Kopf, das ganze gerne alles grätschend dazwischen. Und wie zu erwarten ging prompt der FCG in der 26. Minute durch Waldemar Jurez in Führung. Völlig unverdient – scheissegal.
Die Lippstädter Fans antwortet mit Pöbelgesängen in Richtung Gütsel Anhang, da kam aber nix zurück außer ein peinliches „Zick Zack Zigeunerp…“ vorgetragen von 2 betrunkenen Mittvierzigern und ca. 10 türkischen (!!!!) Jugendlichen…. Au weia.

In der 2. Halbzeit das gleiche Bild, Lippstadt drückte, Gütersloh fightete, die weißen Trikots waren inzwischen farblich eins mit dem matschigem Geläuf.
Einige Schiedsrichterentscheidungen heizten die Stimmung im Gästeblock nochmal ordentlich an, passend dazu wurden 2 Bengalos gezündet, die auf dem Boden entsorgt wurden.

Genützt hat aller akustischer und optischer Support nix, FC Gütersloh 2000 heißt der Derbysieger, die Jungs sahen aus wie die Schweine und hatten sich den Sieg mehr als verdient. Spielerisch war das zwar garnix, aber offensichtlich hatte jeder der Spieler den Begriff DERBY verstanden.

Das Rückspiel findet übrigens nicht mehr im schmucken Waldschlößchen statt, sondern im neuen Stadion im Bruchbaum. Wenns passt werde ich mir das Spiel wieder anschauen.

Hoffentlich bei 8 Grad, Dauerregen und tiefem Platz.

C.R. für Salsiccia.

Fakten:
16.11.2014 | 14:30h | FC Gütersloh 2000 – SV Lippstadt 1908 (1:0
Stadion: Heidewaldstadion
Wettbewerb: Oberliga Westfalen 2014/15
Zuschauer: 905 | Kapazität 12.500
Eintrittskarte: 04 €, Stehplatz ermäßigt
Culinaria: Currywurst Pommes – Mayo. Lecker

Berlin³

1 Tag – 3 Spiele.
So lautete das Motto für diesen sonnigen Herbsttag bei schönstem Fußballwetter. Ausgestattet mit allerlei Optionen, der WBUC Sek. Exil-Berlin sein Dank, fiel die Wahl letztendlich auf:

SV Babelsberg 03 – FC Union Berlin II 3-2
THC Franziskaner FC – BSV Al-Dersimspor 1-4
BSV Victoria 90 Friedrichshain – Cimbria Trabzonspor 4-3

Ein schöner Mix und für jeden Geschmack etwas dabei. Von entspannter Fußballatmosphäre im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion und zugleich dem höchstklassigsten Kick des Tages über einen spektakulären Ground über den Dächern Berlins, dem „Metro Sportplatz“, mit einem Spiel der Senioren-Bezirksliga und zum Abschluss noch ein Abstecher zu der Halbinsel Alt Stralau und Victoria Friedrichshain.

An dieser Stelle ein Hinweis bzw. meine Empfehlung für ein sehr schickes und exklusives Modelabel aus der Hauptstadt:
Dreierhopp – Berlin
Etwas Werbung für „le mob sportif“ darf auch mal sein :-)

Bei „03″ wartete ein Aktionstag um auf die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Deutschland aufmerksam zu machen, der vom Verein Babelsberg zusammen mit dem FC Lampedusa (Flüchtlingsteam aus Hamburg), dem Fanprojekt des FC St. Pauli und dem Fanprojekt Babelsberg und in Kooperation mit „Viva con Agua“ veranstaltet wurde.

Die Regionalligapartie gegen die Reservemannschaft des 1. FC Union Berlin markierte somit den Startpunkt des Programms, den Abschluss sollten noch ein Konzert der Berliner Rapper PyroOne, Radio Havanna und das Irie Révoltés Soundsystem bilden, auf das leider aufgrund des vollen Programms verzichtet werden musste.
Alle Flüchtlinge hatten an diesem Tag freien Eintritt.

Alles sehr entspannt in Babelsberg. Kulinarisch wird an den Bestnoten gekratzt. Herausragend die witzige Torhymne der Olsenbande, die es gleich 3 x zu hören gab.
Auch insgesamt war es musikalisch ziemlich verrückt. In der Halbzeit war von „Kalaschnikow“ bis Whitney Houston alles dabei.
Optisch herausstechend natürlich die Flutlichtmasten. Diese können nach Spielende eingeklappt werden, um so die Sichtachse vom Flatowturm auf die Stadt nicht zu behindern, da der angrenzende Babelsberger Park zum Weltkulturerbe gehört.

Der Union-Zwee-Anhang (die erste spielte fast zeitgleich gegen Sandhausen) fiel ab und an durch kleinere Pöbeleinlagen auf – nichts Wildes. Aus der Heimkurve hallten die Snaredrum-Rhythmen zu einem kreativen, aber nicht unbedingt durchgängigen Support. Längere Pausen waren durchaus mal drin. Wenn es mal laut wurde, konnte das durchaus gefallen („Kling Glöckchen…“). Etwas enttäuscht war ich von der 204. Ausgabe „Ultra Unfug“. Vielleicht war auch einfach nur meine Erwartung an die Postille zu hoch. In der Halbzeit gab es eine größere Sponsorenaktion mit einem Verantwortlichen von Lonsdale.


Spruchband zu Gedenken an Hubert Woite, Texter und Komponist, welcher das Lied „Babelsberch 14482“ geschrieben hat und kürzlich verstarb.


Culinaria 1a!


Culinaria exotisch – indisch, vegan und hat geschmeckt.


Gästeblock


Gästeblock


Refugees welcome


United Antifa against the war in Ukraine

Fakten:
18.10.2014 | 13:30h | SV Babelsberg 03 – FC Union Berlin II 3-2
Stadion: Karl-Liebknecht-Stadion
Wettbewerb: Regionalliga Nordost 2014/15
Zuschauer: 2.342 – Kapazität 10.786
Eintrittskarte: 11 €, Stehplatz Vollzahler
Culinaria: faire Preise. Große Auswahl: klassisch bis exotisch. Sehr lecker.

Unten rollen Gabelstapler und Einkaufswagen, oben der Ball: Der Platz, auf dem Fußball gespielt wird, befindet sich auf dem Dach des Metro-Großmarktes, der auf dem Gelände des einstigen Wriezener Bahnhofs erbaut wurde. Im Hintergrund thront die 02-World.

Auf dem Dach der Metro am Ostbahnhof entstand im Jahr 2006 einer der begehrtesten Fußballplätze des Bezirks, der „METRO Fußballhimmel“. Man erreicht ihn erst nach dem Erklimmen von rund 80 Treppenstufen – oder auch bequem mit dem Fahrstuhl.
Es gibt Umkleideräume und eine Tribüne für rund 300 Besucher.

Gespielt hat eine Mannschaft des THC Franziskaner (Senioren). Der Verein wurde 1987 gegründet und mit den Vereinsfarben „Schwarz-Orange“ der offizielle Spielbetrieb aufgenommen. In den ersten Jahren war die Bezeichnung „THC-B“ üblich, wobei das „B“ für die Barrikade steht, die als solche in den 80er Jahren das Straßenbild Kreuzbergs bestimmte. Der THC Franziskaner FC steht für ein solidarisches und im Kiez verankertes Miteinander auf und neben dem Fußballfeld.
Lesetipp: Die aktuelle Ausgabe (No. 10) des „No Dice“ Magazins – Berlin football quarterly.

Fakten:
18.10.2014 | 16:00h | THC Franziskaner FC – BSV Al-Dersimspor 1-4
Stadion: Metro Fußballhimmel, Berlin
Wettbewerb: Senioren-Bezirksliga 2014/15
Zuschauer: 15 | Kapazität: 300
Eintrittskarte: frei
Culinaria: Fehlanzeige

Fakten:
18.10.2014 | 17:00 h | BSV Victoria Friedrichshain – Cimbria Trabzonspor 4-3
Stadion: Alt Stralau (Friedrichshain)
Wettbewerb: Herren Kreisliga A St.1 2014/15
Zuschauer: 40
Eintrittskarte: frei
Culinaria: Fehlanzeige

„Alles heeej is VVV…“

Das Stadion befindet sich am grenzüberschreitenden Kaldenkerkerweg und ist keine 1,5 Kilometer weit von der deutschen Grenze entfernt. Es liegt im Südwesten der Stadt am Kaldenkerkerberg und ist von Wald umgeben.

„De Koel“ bietet alles andere als den niederländischen Einheitsbrei, sodass es uns nach einer Spielabsage im Dezember 2010 erneut in das Grenzgebiet verzog. Mittlerweile ist das seinerzeit durchweichte „Grün“ (und Spielabsagegrund) durch Kunstrasen ersetzt worden.
Ebenfalls positiv, dass es sich um heute Abend um ein Spiel ohne Clubcardverpflichtung handelte; auch hier leider eher die Ausnahme als die Regel. Vorher der obligatorische Einkauf bei den „Zwei Brüdern“ – hier bekommen auch (bzw. gerade) Deutsche noch ihre Drogen, meist in Form von Koffein oder Alkohol – soll ja bei anderen Branchen in Venlo nicht mehr der Standard sein.

Für schlanke 10 Euro deckten wir uns mit Karten auf dem unüberdachten, unteren Teil der Haupttribüne ein, sodass beste Sicht auf Heim- als auch Gästeseite gewährleistet war. Bevor wir das Stadion betraten, füllten wir noch unsere Mägen in einer asiatischen Fritierbude, die fußläufig vom Stadion entfernt liegt.

Die Fans des VVV stehen auf der Osttribüne (“Duitse Kant”). Der Gästesektor befindet sich gegenüber.
Die Seiten- und Hintertortribünen sind zum Teil überdacht, die Farbe der Sitzschalen ist schwarz oder gelb, angelehnt an die Vereinsfarben des VVV. Durch ein großes Tor in der Haupttribüne betritt man das schicke Stadion.
Herausstechend sicherlich der Grünstreifen jeweils zwischen den unteren und oberen Tribünenteilen.

Die Fanszene von Venlo pflegt eine Freundschaft zu Krefeld; meiner Meinung nach Haarspalterei ob es sich hierbei im eine „Freundschaft“ oder „freundschaftliche Kontakte“ handelt. Ab und an sind wohl auch mal Supporter von West Bromwich Albion zu Besuch.
Auch am heutigen Abend begegneten uns neben diversen deutschen Hoppern auch Jungs in Krefelder Szeneshirts.

Bei Venlo hingen eine Menge mehr („Venlonaren“) oder weniger („This is our house“) schöne Fahnen am Zaun und dahinter präsentierten sich mehrere Kleingruppen die allesamt ihr eigenes Süppchen kochten. Geschlossenheit ist etwas anderes. Ganz in der Ecke der Heimtribüne stehen die „Yellow Black Fanatics 2012″ komplett isoliert vom Rest.
Vom Sound her alles ziemlich englisch angehaucht „Venlo till I die…“, „Come on Venlo…“ – ab und an war mal ein kleines „Forza Venlo“ zu hören.

Emmen nicht weiter erwähnenswert mit rund 20 Gästefans und fünf Zaunfahnen vertreten. Nur beim Torjubel enterten 1-2 Jungs oberkörperfrei den hohen Zaun.

Das Spiel hatte es in sich. Rote Karte und Elfer nach 4 Minuten. VVV beendete das Spiel nur noch mit acht Feldspielern.

Fakten:
29.08.2014 | 20.00h | VVV-Venlo – FC Emmen 1-4 (1-2)
Stadion: (Seacon) Stadion De Koel, Venlo
Wettbewerb: Eerste Divisie / Jupiler League (NL2) 2014/15
Toeschouwers: 4058 (davon rund 30 Gäste) – Kapazität 7.500
Eintrittskarte: 10 €, Sitzplatz unüberdacht, Haupttribüne
Culinaria: wie gewohnt holländische Qualitätsware. Abzüge in der B-Note, da Fritten als auch Frikandel in Tüten bzw. im Brötchen angeboten werden. Preis jeweils 2 € ist fair.

Saarbrigge zu Besuch im Tal

„Es ist der Wert der Überzeugung der den Erfolg ausmacht. Nicht die Anzahl der Anhänger.“

Dieser Spruch zierte einen Doppelhalter der Gäste; dabei muss sich die Zahl an Saarbrückern, die sich an diesem Freitagabend auf den Weg ins Parkstadion nach Nordhessen machten, gar nicht verstecken.

Der Club aus der „VW-Stadt“ Baunatal empfängt hintereinander 3 Südwest-Regionalligisten mit den vermeintlich interessantesten Fanszenen (Koblenz, Saarbrücken, Trier), das „Derby“ gegen Kassel mal außen vor.

Sportlich dürfte es für den KSV eher schwer werden, auch in der letzten Saison blieb man nur im Nachhinein drin, trotz Abstiegsplatz.
Baunatal war zwar kurz nah dran am Ausgleich, als nach einem Freistoß der Gastgeber der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigte, aufgrund eines vermeintlichen Handspiels in der Mauer. Der Saarbrücker Keeper konnte jedoch parieren.

Der Gästeanhang zeigte einen durchgängigen, melodischen Support. Die Erwartungshaltung war hoch, konnte aber durchaus erfüllt werden. Der aktive Kern stand kompakt zusammen und hatte zudem allerlei Tifomaterial im Gepäck, neben diversen Doppelhaltern, großen und kleinen Schwenkern sowie einer „drapeau de la France“. Vor dem Block hing die große „Ausgesperrte mit uns“-Fahne, drumherum noch eine „Diffidati Boys“ und „Gegen alle Stadionverbote“, neben den bekannten Gruppenzaunfahnen.
Diese Saison wurde der Gästeblock offensichtlich neu positioniert – vom hinteren Ende der Gegengerade vorne an den Anfang. Sieht aber mehr nach Bauzaun-Behelfskonstruktion aus als nach einem richtigen Block.

Einen gesanglichen Gegner gab es nicht, lediglich eine Handvoll Baunatal-Fans haute ab und an mal auf die Pauke, hinter einer „Anno 01″-Fahne. Insgesamt dürften somit fast schon mehr Anhänger des KSV Hessen Kassel im Stadion gewesen sein als vom KSV Baunatal; so konnte man -trotz des zeitgleich stattfindenden Spiels des KSV Hessen Kassel in Homburg- einige bekannte Gesichter erspähen, neben 3-4 weiteren Hopper-Autobesatzungen.

Fakten:
22.08.2014 | 19.00 | KSV Baunatal – 1. FC Saarbrücken 0-1 (0-1)
Stadion: Parkstadion, Baunatal
Wettbewerb: Regionalliga Südwest 2014/15
Zuschauer: 500 davon rund 250 Gäste (Stadionkapazität 7.600)
Eintrittskarte: 10 € ermäßigt, freie Platzwahl, Haupttribüne
Zaunfahnen: 17 gezählte, und teils sehr schicke, Zaunfahnen bei SB, die Heimseite mit 2 Zaunfahnen auf der Haupttribüne
Culinaria: Die Rucksackfranzosen dürften mit der „Merguez“ deutlich bessere Wurst gewohnt sein, als die hier offerierte. Faire 2 € das Hütt-Bier, trotz überschaubaren Andrangs mit langen Wartezeiten verbunden

Skonto Rīga FC – FK Spartaks Jūrmala

Rund 3 Stunden bevor es im Maracanã um die sog. „Weltmeisterschaft“ ging, stand im lettischen Rīga der 20. Spieltag der heimischen Virslīga auf dem Plan. Nicht nur für die kleine WBUC-Abordnung das bessere Alternativprogramm – das Spiel fand auch bei weiteren deutschen Hoppern anklang. Rund ein Dutzend aus dem deutschsprachigen Raum werden sich am Ende hier eingefunden haben – teils in interessanten Reisegruppenzusammensetzungen ;-) .

Der Tabellenführer Skonto Riga empfang die „Seepferdchen“ aus dem vorgelagerten Küstenort Jūrmala, die sich im Tabellenmittelfeld bewegen.
Skonto war vor nicht allzu langer Zeit in die Schlagzeilen geraten, da sie gegen das „Financial-Fairplay“ der UEFA verstoßen hatten. Dies habe dem Klub, so der Verband, einen unzulässigen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft. Spontane „Spielerverkaufsaktivitäten“ führten nicht zum gewünschten Preis (Erfolg).
Die Financial-Fairplay-Regelung der UEFA hat zum Ziel, dass die Ausgaben von Klubs, die an europäischen Wettbewerben teilnehmen, die Einnahmen nicht übersteigen.

Neben Skonto nutzt auch die lettische Nationalmannschaft das Stadion sowie weitere lettische Teams für deren Europapokalbegegnungen.
Der Ground besitzt neben der Haupttribüne noch eine Gegengerade. Die Hintertortribüne im Nordwesten verläuft nur etwas mehr als die Hälfte der Seite entlang, da die Mehrzweckhalle Skonto Arena in die Stadionecke hinein ragt. Diese drei Zuschauerränge sind überdacht.
Die andere Hintertorseite ist nicht ausgebaut; gelegentlich wird hier eine Stahlrohrkonstruktion errichtet.

8 Gästefans begleiteten die rot-Weißen Gäste, mit 3 Zaunfahnen im Gepäck, die ihr Team mit Wechselgesangversuchen oder einfachen Schlachtrufen unterstüzten, was auch gelang. Die Gäste erzielten den entscheidenden Treffer zum Auswärtssieg durch Gauračs in der 81. Minute.
Auf Heimseite, wo eigentlich die „H-Side“ (H-Block auf der Hintertorseite) den Skonto FC unterstützt fanden sich in etwa doppelter Anzahl ein paar Jugendliche zusammen, die verbal dem ein wenig entgegenzuwirken versuchten. Schwenk- oder Zaunfahnen aber Fehlanzeige.

Im oberen Teil der Haupttribüne fanden sich neben zwielichtigen Abgesandten der Wettanbieter auch Herren in hellen Leinenanzügen ein, vermutlich der/die Besitzer oder Gönner vom Skonto FC. Auf dem Platz einige afrikanische Legionäre am kicken – die haben sich wahrscheinlich auch etwas anderes vom Kicken in Europa versprochen, als das lettische Gebolze.

Zwischendrin ein kleines, aber feines Unwetter mit Starkregen, Blitz & Donner und allem was dazu gehört.
Kurz vor Abpfiff noch eine kleine Groundumrundung bevor es uns in die einladene Gastronomie der baltischen Metropole verschlug.

Fakten:
13.07.2014 | 19.00 | Skonto Rīga FC – FK Spartaks Jūrmala 0-1 (0-0)
Stadion: Skonto-Stadion
Wettbewerb: Virslīga 2014
Zuschauer: 280 davon 8 Gäste (Stadionkapazität 9.000)
Eintrittskarte: 2 €, freie Platzwahl, Haupttribüne
Culinaria: 2,20 € für ein gezapftes Carlsberg waren kein Schnapp. Da ist man in Lettland fairere Preise gewohnt (z.B. „French Bar“, der halbe Liter für schlanke 1,50 €)

MVV Mestreech

Länderspielwochenende – aber die zweite, niederländische Liga weigert sich standhaft den Spielbetrieb ruhen zu lassen. So soll es sein. Die „Mestreecher“ empfingen die Gäste vom Ijsselmeer aus Nordholland – dem FC Volendam.
Maastricht, oder wie die Ureinwohner zu sagen pflegen, „Mestreech“ ist ein kleines schickes Städtchen in der Provinz Limburg und zugleich eine der ältesten Städte der Niederlande (diesen „Titel“ macht ihnen Nijmegen streitig), die im äußersten Südosten des Landes zwischen Belgien und Deutschland liegt („Euro-Loge“). Ihr Bekanntheitsgrad stieg sicherlich 1992 deutlich an, als hier der Vertrag von Maastricht unterzeichnet wurde, der zur Gründung der EU führte.
Auf dem Hinweg wurden die kaufwütigen Scharen beim Outlet-Shopping in Roermond fix hinter sich gelassen sodass am frühen Abend im „StayOkay“-Hostel eingecheckt werden konnte.
Das Hostel ist direkt am Maasboulevard schick am Wasser gelegen. Ein guter Blick von der Terrasse auf die vorbeifahrenden Schiffe und das fließende Nass ist somit garantiert.
Nach einem ausgiebigen Einkauf holländischer Spezialitäten drehten wir eine Runde durch die Innenstadt (Binnenstad), welche fußläufig rund 10 Min. vom Hostel entfernt liegt.
Die mittelalterliche Stadtmauer und das Helpoort (Höllentor) umrahmen das Viertel und in den Fußgängerzonen reihen sich die bekannten internationalen Modeketten in gut erhaltenen bzw. restaurierten Gebäude aneinander, welche sich durchaus in das Stadtbild integrieren und nicht wie Fremdkörper wirken. Die Stadt ist multikulturell geprägt und so fanden wir neben einem dialektschwangeren Sprachenwirrwarr bei einem reichhaltigen, internationalen Angebot auch noch etwas Leckeres für den Magen . Am historischen Stadthafen „Bassin“ drehten wir um und entlang des „Mississippi-Dampfers“ ging es zurück ins StayOkay, wo wir den Tag bei Frischgezapftem ausklingen ließen.


Hostel-Foyer


StayOkay Hostel, Maastricht


StayOkay Hostel, Maastricht

Zur Stadt:
Am Morgen „begrüßten“ uns die Abgesandten der „Damascus Road International Church“ im Hostel-Foyer, die hier wohl sonntäglich ihre Gottesdienste abhalten. Das Frühstück ist im Preis inbegriffen und ist durchaus passabel.
In der 120.000 Einwohner Stadt leben viele Studenten und es lässt sich alles problemlos zu Fuß oder per Fahrrad erreichen.
Seit dem Herbst 2007 existiert ein „Ekoplan“ der Stadt, welcher Läden mit fair gehandelten Waren, Second-Hand oder veganen/vegetarischen Produkten ausweist. Nun gut, gerade Letzteres ist für SALSICCIA eher weniger interessant. Den Ekoplan gibt es online, lag aber auch im Hostel aus.
Ein wenig Kultur kann auch nicht schaden und so standen neben dem gotischen Dinghuis und der Dominikanerkirche auch der Vrijthof mit Sankt-Servatius-Basilika (Sint Servaasbasiliek) auf dem Programm. Den Großteil der unzählig vorhandenen Kirchen im Stadtbild kürzten wir aus Zeitgründen aber raus.
Wir überquerten die Maas über die Servatiusbrücke Richtung Wyck & Céramique, dem alten und neuen Quartier am östlichen Maasufer (eher geprägt von moderner Architektur). Dort ist auch das bekannte „Bonnefanten-Museum“ für moderne Kunst beheimatet. Zurück über die futuristische Hoge-Brücke beendeten wir den morgendlichen Rundgang.
Maastricht ist übrigens eine Karnevalshochburg und die Menschenmassen strömen zur „fünften Jahreszeit“ hierher. Anhänger dieses „Events“ sprechen gar vom „North European Mardi Gras“, lediglich etwas kälter und dunkler als das Original.
Da noch ausreichend Zeit bis zum Anpfiff war, nutzten wir die Zeit für einen Abstecher nach Valkenburg aan de Geul, einer Kleinstadt ganz in der Nähe Maastrichts – dem zweiradaffinen Kibitz sicherlich vom Amstel Gold Race ein Begriff, dessen Ziel der Cauberg in Valkenburg ist. Auch die Tour de France war 2006 hier schon zu Gast.
Valkenburg ist eines der bedeutendsten Ferienziele der Niederlande. Oberhalb der sehenswerten, kleinen Altstadt mit vielen Cafés und Bars befindet sich eine Ruine – die Reste der einzigen Höhenburg in den Niederlanden, während alle anderen Burgen im Land Wasserburgen waren. Mit einer Seilbahn gelangt man zum Aussichtspunkt „Wilhelminatoren“.


Servatiusbrücke


Hoge-Brücke

Zum Stadion:
Am Stadion „De Geusselt“, im Norden Maastrichts, angekommen war noch nicht viel los. Zwei sofort an den typischen Merkmalen erkennbare Hopper hatten sich schon am Kassenhäuschen positioniert. Es hatte aber zu diesem Zeitpunkt lediglich der „Fanshop“, in Form eines Containers, geöffnet.
In Maastricht scheint man nicht viel von dem „ClubCard“-Unsinn in NL zu halten, sodass es rund eine Stunde vor dem Anpfiff problemlos Tickets am Schalter zu erwerben gab. Leider eine Seltenheit bei unseren Nachbarn, die dazu neigen häufig „CC-verpflichtende“ Spiele auszurufen, was die Sache oft erschwert.
Der Ground ist ein Allseater mit 10.000 Plätzen in der klassischen, holländischen Stadionbauweise. Seit 1961 kickt hier der MVV und wurde seitdem mehrmals renoviert bzw. leicht modifiziert. So wurde z.B. die ursprünglich vorhandene Laufbahn um das Spielfeld entfernt und in diesem Zusammenhang das Spielfeld um 90 Grad gedreht. Die vier Eckbereiche wurden im Jahr 2000 geschlossen, darin befinden sich offensichtlich Büroräume o.ä.. Zudem wurde der letzte Stehplatzbereich in einen Sitzplatzrang umgewandelt.
Positiv anzumerken ist, dass man sich innerhalb des Stadions frei bewegen konnte und auch bei den Aufgängen wurde unüblicherweise nicht kontrolliert, sodass man in den Genuss eines kostenlosen „Upgrades“ zu Plätzen -Höhe Mittellinie- kam.


Gästeblock

Zu den Fans:
Die Heimfans stehen seit jeher auf der Hintertortribüne mit dem Namen „Angel-Side“. Das Engel-Motiv findet sich auch im Stadtwappen wieder, der Erzengel Gabriel stand bei dieser Namensgebung Pate. Das Stadtwappen zeigt einen silbernen, fünfzackigen Stern auf rotem Grund mit einer goldenen Krone gekrönt, welcher von einer Engelsgestalt im blauen Gewand gehalten wird. Daher kommt auch der Spitzname für die MVV-Kicker „De Sterrendragers“.
Die „Angel-Side“ wies am heutigen Spieltag größere Lücken auf, sodass sich die Ultrasgruppe mittig in einem Teil der Tribüne postierte und die Fahne mittels einer Kabelrohr-Konstruktion befestigte, während sich die älteren Fan-Semester auf gleicher Tribüne und in etwa gleicher Höhe auf der anderen Seite des Tores platzierten. Hinter der „Ultras“-Fahne fanden sich dann etwa 50 Supportwillige ein.
Es gab durchaus Zeiten, Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre, in denen die „Engel“ ihrem Namen nicht ganz gerecht wurden und durch Aktivitäten rund um die Spiele des MVV auffielen, wenngleich es in der letzten Zeit etwas ruhiger wurde. Das Thema „Ultras“ gibt es beim MVV seit 2005, wo die ersten Choreos gezeigt wurden. Inwieweit und in welcher Form die Gruppen „Angel-Side“, „M-Town Rebels“ und „Ultrasmestreech“ noch aktiv sind oder sich alles in einer Gruppe/Szene eint, erschloss sich mir nicht ganz.
In der Regel finden sich hier zwischen 5.000-6.000 Zuschauern zu den Spielen des Clubs ein, nur gegen andere Clubs aus der Region Limburg wird es mal annähernd voll (Sittard, Kerkrade).
Wir begutachteten die sehenswerten, legalen Graffitis im Stadioninneren, statteten dem Ultras-Verkaufsstand einen Besuch ab und schauten uns die Vielzahl von Fahnen mal aus der Nähe an, die der hiesigen Ultras-Szene zuzuordnen waren. Auffällig, das vielerorts gesehene „043“-Kürzel, was die Telefonvorwahl Maastrichts darstellt.

Zum Spiel:
Der MVV Maastricht wurde 1902 gegründet und spielt seit dem Jahr 2000 in der Eerste Divisie, der zweithöchsten Spielklasse. So musste das 100jährige Vereinsjubiläum als Zweitligist gefeiert werden. Die Einheimischen sprechen, wenn sie über den MVV reden, auch liebevoll vom „Us MVV‘ke“ oder „ons MVV‘tje“. 2010 stand der Verein vor dem finanziellen Aus und der Neuanfang konnte nach einer Umbenennung von „Maastrichtse Voetbal Vereniging“ in „Maatschappelijke Voetbal Vereniging Maastricht“ mit 8 Zählern Abzug in der Saison 2010-11 erfolgen. Ehemalige, hierzulande bekannte Spieler des MVV sind Erik Meijer und Eric Gerets.
Zum Einlaufen der Mannschaften wurde die MVV-Hymne “Joa dat is us MVV” live zum besten gegeben. Volendams Nr. 5 (Spitzname „Terrier“) hatte es dem heimischen Publikum besonders angetan und sobald dieser nur in der Nähe des runden Leders kam, kochte die Stimmung hoch. Den genauen Hintergrund fanden wir zwar nicht heraus, aber die Pöbeleinlagen auf der Gegengeraden konnten jedenfalls was und es dauerte auch nicht lange bis es dem Spieler zu bunt wurde und er die gelbe Karte sah.
Beide Mannschaften befinden sich im Mittelfeld der Liga, sodass kein klarer Favorit auszumachen war. Die Hausherren gingen 1-0 in Führung, in der zweiten Halbzeit drehten die Jungs aus dem Norden das Spiel zu ihren Gunsten und nahmen die 3 Punkte mit.
Fußballerisch kein Leckerbissen, aber immerhin war es spannend.
Der Support der Heimseite war bei weitem nicht durchgängig, selbst der gern genutzte „spielbezogen“ Begriff passt hier nicht. Die jugendlichen Casuals schwenkten ab und zu mal eine Fahne, was in der niederländischen Fankultur ja nicht unbedingt zum Standard gehört und ab und zu wurde zum Trommelrhythmus mal ein Liedchen geträllert. Die „Veteranen“ sowie „Trepke B“ auf gleicher Tribüne stehend, traten noch weniger in Erscheinung. Gästefans waren leider nicht mit angereist.
Zum Spielende traten wir dann, mit längerem Zwischenstopp im Ruhrgebiet, die Heimreise an.

Fazit:
Ein netter Ausflug in die Provinz Limburg. Einziger Wehrmutstropfen: Das Willi Betz-Spiel wurde gegen einen waschechten Rookie klar verloren.

Fakten:
17.11.2013 // MVV Maastricht – FC Volendam 1-2 (1-0)
Stadion: De Geusselt
Wettbewerb: Eerste Divisie (2. Liga NL)
Zuschauer/Gäste: 3.627 / Fehlanzeige (Kapazität 10.000)
Eintrittskarte: 16 EUR Sitzplatz, Gegengerade
Zaunfahnen: ca. 13 auf der „Angel-Side“ und 6-7 vereinzelte Fanclubfahnen auf den anderen Tribünenseiten
Culinaria: Red Band Snoepmix -Fizzy-

Hausmannskost: Verbandsliga Thüringen

Der Favorit siegte standesgemäß. Im Auestadion hieß es am Ende 4:1 gegen Oberliga-Absteiger Wacker Gotha.
400 Zuschauer waren Zeuge des kurzweiligen Kicks, passend zum Wochenende der 136. Mühlhäuser Kirmes.

Fakten:
23.08.2013 // FC Union Mühlhausen – FSV Wacker 03 Gotha 4-1
Stadion: Stadion an der Aue
Wettbewerb: Verbandsliga Thüringen 13-14
Zuschauer: 400 (Kapazität 8.000)
Eintrittskarte: 9 €, freie Platzwahl
Culinaria: Thüringer Rostwurst schmeckt Salsiccia nicht. Es muss grober sein; zum Glück gab es hier nicht die klassische Thüringer, sondern schöne Metzger Hausmannskost. Abzüge bei der B-Note wegen unverschämt langer Wartezeit.

Parallelwelten in Leipzig

„Lok ist die Stadt und Chemie sind die Gassen – Red Bull wird nie zu Leipzig passen“
Zumindest erster Teil war mal Bestandteil einer Choreo und auch mit dem RB-Zusatz passender denn je.

Eigentlich kann man überhaupt nicht von einem Stadtderby sprechen wenn Lok gegen die ehemaligen SSV Markranstädter spielt. Ich denke, diesen Titel dürfte allein das Duell Lok vs. Chemie verdient haben.
Sowohl sportlich in der einen Richtung, als auch fantechnisch in der anderen Richtung trennen beide Vereine Welten.
In einem kurzweiligen Duell knöpfte der 1. FC Lok dem haushohen Favoriten und als Meister RB Leipzig ein torloses Unentschieden ab – ein wichtiger Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. 25 Minuten spielte Lok sogar in Unterzahl.

Erschreckend wieviele Leipziger in den Farben und mit den Logos von RB unterwegs waren und vollkommen unkritisch den roten Bullen folgen. Ein paar Zaunfahnen hier, eine Choreo da und schon wird der Schein einer Fankurve erzeugt – in wenigen Jahren aus dem Boden gestampft. Die blau-gelben Lok-Fans deutlich in der Unterzahl; die Fantrennung erfolgte diagonal, sprich jedem Verein wurde eine Hintertor- und Längsseite zugeteilt.

Auf beiden Seiten Choreos zu Spielbeginn. Akustisch sicherlich Vorteile bei LOK, wenngleich die Kreatitvität beim Liedgut bei beiden eher unterirdisch war. Den Vogel schossen aber die Spruchbänder auf RB Seite ab. Inhaltlich erbärmlich. Ich kann wirklich nur hoffen, dass die Dinger von RB Mitarbeitern gefertigt wurden, genau wie die Länderflaggen vor dem Block. [update: Die Länderfahnen im Stadion bei RB fertigt ein Rentner an, für alle Länder aus denen Spieler da sind lt. Sport im Osten im MDR. Danke Stefan]. Auch bei den Doppelhaltern hatte ich irgendwie das Gefühl, dass diese nicht aus Fanhand stammen können, einfach aufgrund der lächerlichen Inhalte.
Lok präsentierte zwei Zaunfahnen und vernichtete diese anschließend.

Im Nachgang sorgte das -im Stadion nicht Unübliche- und von Lokseite aus dem Sektor D geschmetterte „Wenn wir wollen, schlagen wir Euch tot“ für hohe Wellen. Es folgte das bekannte Enschuldigungs-Blabla und es war von einer „Gruppe von 30 bis 50 Anhängern, die tatsächlich die Zeile gesungen hat“ die Rede. hehe…

Als Fazit bleibt ein durchaus schickes Stadion -gerade vor dem Hintergrund, dass die Auf- und Abgänge auf den Tribünenteilen des alten Stadions gebaut wurden – eine noch schönere Stadt Leipzig, wo man gut und gerne ein paar Tage verweilen kann.
RB Leipzig braucht kein Mensch, viele Leipziger scheinen das leider anders zu sehen und gieren nach dem Erfolg und den großen Namen im Fußballgeschäft. Man kann die 3. Liga nur bemitleiden, sollte RB den erwarteten Aufstieg schaffen.


Lok-Choreo aus gold-silbernen Rettungsdecken


unterirdisch: „Tradition muss man sich erstmal leisten können“


Choreo Lok


Choreo RBL


Was sind das für miese Doppelhalter?


Fahnenpräsentation I


Fahnenpräsentation II


Fahnenpräsentation III


„Ihr habt unser Banner – wir eure Fans“


„Trompeter statt Blogger“


„Keine Lobby für Lok. Qualität hat ihren Preis. Danke für die 120 Jahre – wir schreiben die Geschichte nun weiter.“


„Nicht jeder Energy-Drink verleiht Flügel“


Kam nicht zum Einsatz.

Fakten:
08.05.2013 // 18.30h // RB Leipzig – 1. FC Lokomotive Leipzig 0-0
Stadion: Zentralstadion, Leipzig
Wettbewerb: Regionalliga Nordost 2012/13
Zuschauer: 20.348
Eintrittskarte: 10 €, Sitzplatz Haupttribüne
Culinaria: Fehlanzeige

Winnetou und die Sioux

Wer jetzt an „Winnetou Teil III“ denkt, den muss ich leider direkt enttäuschen.
Zugegebenermaßen, der Einstieg des Kurzberichtes zum Länderpunkt „Bosna i Hercegovina“ klingt etwas schräg.

Es stand ein Tagestrip über die kroatisch-bosnische Grenze nach Bihać auf dem Programm. Dort sollte am späten Samstagnachmittag der Zweitligakick von Jedinstvo Bihać gegen Radnički Lukavac auf dem Spielplan stehen. Vorher war aber noch einen Abstecher zum weltberühmten Nationalpark „Plitvička Jezera“ -auf kroatischer Seite- geplant.
Warum jetzt diese Überschrift? Die Ultrasgruppe von Lukavac trägt den verheißungsvollen Namen „Sioux“; das Gebiet der „Plitvička Jezera“ war Drehort für die eine oder andere Verfilmung des Karl May Klassikers „Winnetou“.
„Auf der Flucht überfallen die mit den Zugräubern verbündeten Sioux eine Siedlung deutscher Auswanderer und verschleppen alle Bewohner. Bei der Rettungsaktion am Berg Hancock wird Winnetou von einem Sioux erschossen.“

Der Eintritt in den riesigen Nationalpark ist mit rund 14 EUR noch im Rahmen. Das Gelände ist riesig und man benötigt ein Ticket eigentlich nur, wenn man die Shuttle über das Wasser oder den Transferbus nutzen möchte. Die Bilder, die man geboten bekommt, sind beeindruckend. Es handelt sich um 16 Seen (4 „untere“; 12 „obere“), die man anhand diverser Routen umrunden/ablaufen kann. Wir entschieden uns für eine 3-4 Stunden Tour, die eigentlich die wichtigsten und schönsten Orte umfasste. Riesige Wasserfälle, Wasserläufe, satte Farben und viele Fische liefern massig Fotomotive. Das Wetter passte auch und die teilweise sehr schmalen Wege und Holzbrücken waren touristisch noch nicht so überlaufen wie im Hochsommer. Dennoch beeindruckend wie viele Rentnergangs sich über die schmalen Holzstege quälten und Foto für Foto für den heimischen Diavortrag schossen. Selbst Krücken hinderten den ein oder anderen Senior nicht, sich von Holzbrett zu Holzbrett zu saugen. Nachfolgende Besucher müssen dann eben ihr Tempo anpassen und an geeigneten Stellen zu kleineren Überholmanövern ansetzen.

Wieder am Parkplatz angelangt haben wir feststellen müssen, dass beim Abstellen der slowenischen Mietkutsche vergessen wurde, das Fenster auf der Fahrerseite hochzufahren. Glücklicherweise war alles noch da und die Dummheit wurde nicht bestraft.
Knapp eine Stunde Fahrzeit liegt Bihać entfernt. Der Grenzübertritt dauerte keine 10 Minuten und die Fahrt konnte ohne weitere Kontrollen fortgesetzt werden.
Die sehenswerte Altstadt der „Moslem-Enklave“ Bihać befindet sich am Ufer des Flusses „Una“. Umgeben ist die Stadt von mächtigen Bergen (Grmeč-Gebirge) bzw. auf kroatischer Seite der Bergzug der Plješevica, so dass sich die Stadt in einer Art „Talkessel“ befindet.

Vielerorts sind Überbleibsel von den Kriegsjahren zu sehen. Die gar nicht mal so lang zurückliegende Vergangenheit ist an vielen Stellen -gerade an den Einschusslöchern an den Gebäuden- präsent. Im Bosnienkrieg bildete das Gebiet um Bihać 1992 bis 1995 eine von serbischen Milizen umzingelte Enklave, die sich über die gesamte Länge des Krieges unter der Kontrolle bosnischer Regierungstruppen befand und zur UN-Schutzzone erklärt wurde. Für mehrere Jahre war Bihać quasi von der Außenwelt abgeschnitten und rund 150.000 Flüchtlinge drängten sich in die 70.000-Einwohner-Stadt.
Später kämpften kroatische und bosnische Einheiten erfolgreich gegen die Serben und ganz Westbosnien war fortan wieder in der Hand der bosnisch-kroatischen Föderation. Das bosnische Kernland konnte seitdem wieder mit dem Gebiet Bihać verbunden werden.

Nun zum Fußball.
Vor dem Anpfiff war Shopping im örtlichen Supermarkt angesagt, bei dem wir uns mit bosnischen Spezialitäten eindeckten. So kamen wir zu dem notwendigen Kleingeld, welches wir für den Erwerb der Eintrittskarten benötigten.
Das Auto stellten wir frühzeitig in Stadionnähe ab, wie sich später herausstellte direkt am Gästeparkplatz, und erkundeten -begleitet von entspannt umher streunenden Straßenhunden- die Gegend.
Bei Ankunft der Gäste setzte sich die örtliche Szene, die sich in einem angrenzenden Park versammelt hatte in Bewegung und zog Richtung Gästeparkplatz. Was folgte waren freundschaftliche Szenen und Begrüßungen. Beide Szenen verbinden freundschaftliche Kontakte und es folgte nur eine nette Plauderei mit allerlei Tifo-Material im Gepäck.
Glück gehabt, wäre sonst für die Mietkutsche nicht unbedingt gut ausgegangen. Der Eintritt mit umgerechnet 1,50 € absolut human.
In Bosnien zahlt man übrigens mit Mark. Mark? War da nicht mal was?
Richtig, seit 1998 zahlt man in dem Balkanstaat Bosnien und Herzegowina mit der Konvertible Mark als offizielles Zahlungsmittel. Bis zum Jahr 2001 hatte die Konvertible Mark einen Umtauschkurs zur Deutschen Mark von 1:1. Seit der Einführung des Euro ist der offizielle Umtauschkurs der Konvertible Mark zum Euro 1,95583:1. Anfangs waren auch deutsche Münzen und Scheine im Umlauf und wurden wie inländische KM verwendet.

Die Tribüne mit dem Schriftzug wirkt mächtig. Die Sitzreihen in rot-weiß sind von der Sonne verblichen und werden vom Schriftzug „NK Jedinstvo [Einheit] Bihać“ geziert. Der obere Teil ist voll mit Schmierereien, ja leider mehr Schmierereien als schicke Malereien mit Stadt- oder Vereinsbezug. Gegenüber, wo sich auch Heimblock und der Gästesektor befinden, sind etwa ein Dutzend, blockweise in rot-weiß gehaltene, unbedachte Sitze. Insgesamt 16.000 Zuschauer sollen hier Platz finden.
Support gab es von der örtlichen Ultragruppe „Sila Nebeska `96″ [Kraft des Himmels / Sky Force]. Bei der Jahreszahl dürfte es sich eher um das Geburtsjahr der Jungs als um das Gründungsjahr der Gruppe gehandelt haben. Der Altersdurchschnitt lag deutlich unter 20. In Halbzeit 1 dürfte sich die Anzahl bei annähernd 100 eingependelt haben, in Halbzeit 2 ein deutlich dezimierter Haufen von knapp 50 Jungs. Kuriose Sache.

Statt der bekannten Fahnen (Boys Eastside…) hing lediglich -ganz puristisch- nur eine Fahne mit der Aufschrift „A šta drugo da radim subotom?“ was in etwa so viel heißt wie „What else are you gonna do on a Saturday?“
Im Gästeblock ebenfalls keine Gruppenfahnen, lediglich 5 Zaunfahnen (u.a. 2 Landesflaggen) am Zaun und ein Dutzend Ultras „Sioux“ oberkörperfrei mit sporadischen Gesangs- und Klatscheinlagen.

Das Spiel äußerst kurios. Betradar und Co. hätten ihre wahre Freude gehabt. FK Radnički Lukavac, Aufsteiger und somit Liganeuling und derzeit 2. in der Tabelle gegen die graue Maus (und bis 2008 Premijer Liga-Klub) Bihać im Mittelfeld. 22. Minute „rote Karte“ für Außenseiter Bihać, was die Mannschaft aber nicht davon abhielt 6 Tore in Unterzahl gegen den Tabellenzweiten zu erzielen. Ein Schelm wer hier denkt, dass nicht alles mit rechten Dingen zuging. Beweisen wird es keiner mehr können. Wer weiß wie viel Dollars in Asien hier auf Heimsieg mit 5 Toren Differenz in Unterzahl gesetzt wurden.
Es schien als wären wir Zeuge einer Versöhnung zwischen Spielern und Fans geworden; jedenfalls drehte der Großteil der Torschützen artig Richtung Fanblock um sich feiern zu lassen.
Tifo und Gesänge auf der Heimseite -gerade in Halbzeit 1- durchaus ansehnlich. Die Fahnen wehten im Wind und den Jungs spielte der torreiche Spielverlauf natürlich in die Karten, während die Gastanhänger ihre Bemühungen schnell einstellten und nur noch selten von sich hören ließen. Nach Spielende bahnten wir uns den Weg an Hunden und einem Krötentümpel vorbei zum Wagen und verließen, die Abendsonne im Rücken, Bosnien & Herzegowina. An der Ausfallstraße Richtung Kroatien hielten wir noch zum Burek-Abendessen, bevor uns der Regen zu späterer Stunde erwischte und ein feinstes Gewitter mit Platzregen die Fahrt über die mautfreien, schmalen kroatischen Bergstraßen erschwerte.

Ne govorim bosanski. Doviđenja!

Fakten:
04.05.2013 // 17.00h // Jedinstvo Bihać – Radnički Lukavac 6-1
Stadion: Stadion Pod Borićima
Wettbewerb: Prva Liga Federacije BiH (2. bosnische Liga) 2012/13
Zuschauer/Gäste: 800 / 15
Eintrittskarte: 3 KM (Konvertible Mark) = 1,53 € Sitzplatz Haupttribüne
Culinaria: traurige Realität: lediglich Popcorn & Fruchtsäfte. Grill? Fehlanzeige.

Hot Horses am Ljubljanica

Dober dan!
Den Maifeiertag fix für ein langes Wochenende in den südlichen Gefilden genutzt um ein paar Sonnenstrahlen zu tanken und mit dem ein oder anderen Kick Länderpunkte einzusammeln.
Eine kleine 3-Länder-Tour stand auf dem Programm. Slowenien, Kroatien und Bosnien & Herzegowina. Letztere beiden Kurzberichte folgen die Tage – jetzt geht es Schlag auf Schlag. Im Mai wird es auch ein Willi-Betz-Update geben, soviel wird schon verraten.

Am 1. Mai stand das Hinspiel vom Halbfinale des Slowenischen Pokals (Hervis Pokal Slovenije) auf dem Programm. Rund eine halbe Stunde mit dem Zug entfernt von der Hauptstadt Ljubljana liegt Kranj, wo seit 2010 auch der Erstligist Nogometno Društvo Triglav 2000 Kranj beheimatet ist. Dank Spielplan und Losfee gab es dieses Duell gleich dreimal innerhalb von 8 Tagen, da der Pokal mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wird.
Zu Gast NK Maribor, der erfolgreichste und wohl bekannteste Verein Sloweniens – gegründet in 1960.
Die Violetten („Vijolice“) stehen auch in dieser Saison vorzeitig als Meister fest, während Kranj den 6. Platz belegt.
Wir verweilten bereits am Vorabend in Ljubljana und genehmigten uns bei bestem Wetter und schöner Atmosphäre am Flussufer das ein oder andere noch vor Ort gebraute „Union“-Bier (gewinnt das slowenische Duell gegen „Laško“).

Tipp für Anreisende mit der Bahn: „Europa-Spezial“ nach Zagreb buchen statt nach „Slowenien“. Zug ist der gleiche, jedoch der Preis deutlich günstiger. Wir zahlten rund 30 EUR für die Strecke.
Die Stadt steht unter dem Zeichen des Drachen, der das Wahrzeichen ist und als Wappen und Symbol vielerorts zu sichten ist. Ca. 50.000 Studenten (bei lediglich 380.000 Einwohnern) prägen zwangsläufig eine Stadt, entsprechend einfach ist es eine Lokalität ausfindig zu machen. Am Abend war noch Rammstein zu Gast und bat zum „Tanz in den Mai“. Wir zogen dennoch das Flussufer den Klängen Rammsteins vor, aber es waren den ganzen Tag überall Rammstein-Anhänger in teils äußert skurrilen Klamotten zu sichten.

Aus taktischen Buchungsgründen testeten wir während des Aufenthalt gleich 2 Hostels. die es auch gleich in die Top10 schafften und ohne Vorbehalte weiterempfohlen werden können.
Hostel Tresor – direkt im Zentrum gelegen. Das Tresor ist eine ehemalige Bank, wo noch das ein oder andere Überbleibsel zu sehen ist; der Frühstücksraum im ehemaligen Tresorraum mit fetter Sicherheitstür und nett gestalteten Zimmer sowie entspannten Angestellten. Das „Tresor“ hinterließ einen einwandfreien Eindruck.
Hostel Celica – ein ehemaliges Gefängnis. Jede Zelle von einem slowenischen Künstler designend und stilecht mit Gittertüren, dazu im Metelkova. Hierbei handelt es sich um ein autonomes Zentrum für Politik und Kultur. Es liegt in der Nähe des Bahnhofs auf einem Gelände der ehemaligen Jugoslawischen Volksarmee, die dort in einem Kasernenkomplex stationiert war. Jetzt befinden sich nette Bars und Clubs auf dem Gelände.
Kulinarisch gibt es in Ljubljana, neben diversen „Burek“-Spezialitäten, die man unbedingt kosten sollte (Hackfleisch oder Käse im Blätterteig für schlankes Geld (Tipp:“24-h-Burek“)), auch ein echtes Highlight, nämlich 2 Filialen der slowenischen „Hot Horse“ Burgerkette, die, wie der Name schon vermuten lässt Burger auf der Speisekarten haben – mit Pferdefleisch. Absolutes kulinarisches Highlight.

Von der Hauptstadt aus ging es rund 20 Minuten nördlich mit dem Zug nach Kranj.
Das Stadion liegt im Sportkomplex „Sportni Center Stanko Mlakar“. Dies ist ein großzügig angelegter Sportpark mit Schwimmhalle, Basketballplatz, Kunstrasentrainingsplatz und Skatepark, der außer dem Fußballstadion viele Freizeitmöglichkeiten an einem Fleck vereint und daher ein gut frequentiertes Familienausflugsziel darstellt.
Die Tore öffneten recht spät; auf dem Spielplatz direkt nebenan war deutlich mehr los als an den Kassenhäuschen. Wie in Slowenien zu erwarten, hält sich das Interesse am runden Leder in Grenzen, selbst das fantechnisch interessanteste Duell zwischen Ljubljana und Maribor („Slovenski Derbi“) ist Jahr für Jahr alles andere als ausverkauft.
Erst ziemlich pünktlich zum Anpfiff war dann eine annehmbare Kulisse vor Ort und es wirkte nicht mehr ganz so leer.
Der Eintritt mit 8 Euro ist für Einheimische nicht gerade günstig. Im Stadion selbst platzierte sich der Großteil, bis auf die Gäste, und vereinzelten Einheimischen, die die unüberdachte Gegengerade vorzogen, auf der Haupttribüne. So auch die Ultrasgruppe von Kranj, den „Small Faces“ (Logo: Droog-Alex im Comicstil). Deren Bereich ist mit Gittern vom Rest der Tribüne abgetrennt.

Zum Spiel selbst gibt es nicht so viel zu sagen, außer dass der klare Außenseiter 2-1 in Führung lag und erst 3 Minuten vor Ende den bitteren Ausgleich zum 2-2 kassierte. Das Rückspiel sollte Maribor klar gewinnen und ins Pokalfinale gegen Celje einziehen.
Insgesamt fanden sich 900 Zuschauer zu diesem Halbfinalhinspiel ein, davon etwa rund 50 Gäste aus Maribor.
Die Szene rund um die „Viole Maribor 1989″ ist nicht gerade bekannt für größerer Auswärtsmobs, hat es natürlich auch nicht leicht im tristen Ligaalltag, wo außer den „Green Dragons“ von Olimpija kaum was Vergleichbares vorhanden ist.
Jahrelang bestand eine Freundschaft zu der „Brigata Graz“. Es gibt zwar noch lose Kontakte, jedoch nichts „Offizielles“. Am heutigen Tag konnten Jungs mit Anti-Legia-Warszawa Shirts, andere mit „Fanatics“ -Aufschrift in gelb-schwarz und weiteren polnischen Aufdrucken „Kibice Razem Warszawa“ gesichtet werden. Hintergründe hierzu sind mir leider nicht bekannt, um welche(n) Verein/Organisation es sich hierbei handelte.
VM89 selbst zur politischen Einordnung: „We think that we are the biggest party in the town and in the region and we don‘t give a fuck about politicians, but still some of them call us right-winged, but as a group we don‘t have any connections with any political parties.“
Supportaktivität war nur sporadisch zu vernehmen, der Gästeanhang chillte lieber in der Sonne. Lediglich am Ende wurde noch ein „Yellow Fire“ angerissen. Da waren die „Small Faces“ schon etwas aktiver und lauter. Ihnen kam natürlich die Akustik der Tribüne zur Gute und so schmetterten ab und an die Schlachtrufe über den Platz.
Im Gästeblock waren 3 (u.a. „čar male grupe“), gegen Ende noch eine vierte Fahne angeflaggt. Auf der Heimseite zwei Zaunfahnen der Small Faces.

Solide Kost, die natürlich keine Begeisterungsstürme auslöste, lediglich das sehr sehr schicke Panorama im Hintergrund konnte überzeugen und entschädigte für die Support-Magerkost. Vorzeitig mussten wir die Zelte abbrechen um den Fußmarsch zum Bahnhof zu bewältigen und einen der letzten Züge in die Hauptstadt zu erreichen und den Abend am Flussufer ausklingen zu lassen. Ljubljana – herrlich entspannende Studentenstadt. Im Sommer mal gerne wieder. Ne znam slovensko. Nasvidenje!

Fakten:
01.05.2013 // 17.00h // ND Triglav Kranj – NK Maribor 2-2
Stadion: Sportni Center Stanko Mlakar
Wettbewerb: Hervis Pokal Slovenije Saison 2012/13
Zuschauer/Gäste: 900 / 50
Eintrittskarte: 8 €, Sitzplatz Haupttribüne (Frauen zahlen übrigens 5 €)
Culinaria: Hot Horse Burger in Ljubljana