Salsiccia/WBUC sieht/sehen sich nicht in erster Linie als Groundhopper. Der/die Verein(e) gehen vor. Aber es wird schon regelmäßig über den Tellerrand hinaus geschaut und gewisse „Groundhopper-Verhaltensmuster“ sind nicht von der Hand zu weisen.

Das Wort Groundhopper setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern Ground und Hoppen.

Das Schulwörterbuch von Langenscheidt kennt dieses Wort (noch) nicht. Erst gegen Ende der achtziger Jahre ist das Wort bei uns ein Begriff geworden.
Als Ground ist das Stadion eines Fussballvereins und die Umgebung um das Stadion zu bezeichen. Das Hoppen kann man übersetzen mit hüpfen. Groundhoppen lässt sich also als Stadionhüpfen übersetzen. Ein Groundhopper hüpft von Stadion zu Stadion und sammelt Grounds und Länderpunkte. Einen Länderpunkt gibts, wenn man zum ersten Mal in einem Land ein Spiel miterlebt.
Es war Ende der Achtziger Jahre, als immer mehr Groundhopper ins Ausland fuhren.
Für viele war die WM 1990 in Italien der Auslöser, sich vermehrt Spiele im Ausland anzuschauen. Einen grossen Schub erhielt die Bewegung dann durch die Bildung von Organisationen. Diese dienten dem Austausch von Infos und der Organisation von gemeinsamen Fahrten.
In der Mitte der 70er Jahre wurde in England der Club 92 geboren. Die Krawatte dieses Clubs erhält, wer sämtliche Stadien der 4 höchsten englischen Ligen besucht hat (das sind 92 Stadien). Club 92 Mitglied Ken Ferris schaffte in der Saison 1994/95 alle 92 Grounds in 237 Tagen und erhielt so gar einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde.

Auf der Insel besteht zusätzlich noch der Club 38. Deren Mitglieder haben alle Schottischen Liga Grounds „gemacht“.

In Deutschland gibt es seit 1993 die Vereinigung der Groundhopper Deutschlands (V.d.G.D.) Gegenwärtig zählt diese Vereinigung nach eigenen Angaben 75 Mitglieder (Stand 22.05.2004). VdGD-Mitglied kann erst werden, wer 300 Grounds (lt. Groundhopping-Informer) in 30 Länder gesehen hat. Außerdem muss er von einem bereits bestehenden Mitglied vorgeschlagen werden.
Für mich gehört auch zum Groundhopping, dass man versucht, die Touren so günstig wie möglich auf die Reihe zu bekommen, dass heißt möglichst günstige Anreise und auch günstige Übernachtung, wenn möglich.

Unabhängig davon ist der Hopper grundsätzlich nicht organisiert, allein oder in kleinerer Gruppe anzutreffen. Rückt z.B. ein Fluchtlichtmast ins visuelle Blickfeld, schlägt sein Herz schneller.
Randale oder Hooliganismus sind ihm auf seinen Reisen fremd, da er sich eher als unabhängiger, freier Botschafter des Fußballs sieht.

Wann zählt ein Ground ?
Diese Frage läßt sich nicht abschließend beantworten, da es bis dato keine allgemein gültige, von allen Hoppern akzeptierte Definition gibt. Der Großteil der einschlägigen Internetpräsenzen schweigt sich großzügig aus. Oftmals finden sich individuelle Regeln. Dennoch gibt es nach herrschender Meinung folgende Mindestanforderungen:

In Deutschland ist eine Wertung etabliert, bei der jedes Stadion, in dem man mindestens eine Halbzeit live gesehen hat, als „Ground“ gewertet wird und jedes dabei neu besuchte Land einen Länderpunkt ergibt. Dabei muß es sich um ein Länderspiel, Pokalspiel oder Ligaspiel der höchsten fünf Klassen handeln.

Strenge Auslegung
Nach der strengen Auslegung muß bereits der Zweck der Reise, der Besuch eines oder mehrerer Spiele (Länderspiel, nationaler oder internationaler Pokalwettbewerb, Ligaspiel der höchsten vier Spielklassen) sein. Länderpunkt nur sofern ein der FIFA angeschlossener Verband existiert (Stand 25.05.2004: laut FIFA, 204 Verbände). Es darf sich um kein Freundschaftsspiel handeln, außer es sei ein offizielles Länderspiel und die Anwesenheit während der kompletten Spielzeit ist gefragt. Als Nachweis ist mindestens die Eintrittskarte gefordert.

Strömungen
Gegenwärtig herrschen in Good Old Germany unterschiedliche Strömungen vor. Der eine Teil, als klassische Groundhopper zu bezeichnen, sammelt fleißig Punkte im Sinne der Groundhopping-Wertung, ein anderer Teil sucht sich gezielt Spiele heraus um beispielsweise der lokalen Ultraszene im jeweiligen Stadion beizuwohnen. Andere wiederum beschränken sich auf bestimmte Länder, Regionen oder Vereine.

Oftmals werden Groundhoppingberichte verfasst, um die Erlebnisse in den verschiedenen Stadien zu dokumentieren. Dabei werden vielfältige Schwerpunkte gesetzt. Das heißt, es werden beispielsweise Hinweise zu Wegbeschreibungen, Eintrittspreisen, etc. gegeben oder besondere Erlebnisse und Anekdoten geschildert. Zur Abrundung wird im Internet das Ganze dann oftmals mit Eintrittskarte und Bildern garniert.

Faszination Stadion!

Man kann wohl ohne Zweifel behaupten das von Fußballstadien eine Faszination aus geht, die sehr viel weiter reicht als das eigentliche Fußball-Spiel selbst.

Stadien sind Orte der Erinnerung!

Die Stadien entwickeln sich weiter, werden umgebaut, umbenannt, beherbergen die Erinnerung an glorreiche Siege sowie bittere Niederlagen und erwachen jedes mal zu eigenem Leben, wenn sich die Reihen mit Menschen füllen.

„Für viele Fußballfans ist das Fußballstadion der Ort, wo sie sich am häufigsten Aufhalten – von der Wohnung und dem Arbeitsplatz mal abgesehen. Vielleicht ist es die letzte Verbindung zu ihrer Kindheit, mit ihren Eltern oder einer Gegend, in der sie aufgewachsen sind.“
Der Autor Simon Inglis („The Football Grounds of England and Wales“)

Stadien als Sehenswürdigkeiten?!

„Das Stadion des Gegners ist für viele Fans der einzige Eindruck, den sie von einer fremden Stadt erhalten. Mönchengladbach reduziert sich für viele auf den „Bökelberg“, Bielefeld auf die „Alm“ und Kaiserslautern auf den „Betzenberg“ (Dietrich Schulze-Marmeling)

Jedes Wochenende besuchen Hunderttausende fußballinteressierte Menschen (jung und alt) die Fußballstadien um „ihre“ Mannschaft zu unterstützen, die Atmosphäre im Stadion zu genießen, sich einfach mit Freunden und Gleichgesinnten zu treffen und zusammen den Sieg „ihrer“ Mannschaft zu feiern, beziehungsweise die Niederlage zu diskutieren. Die Fußball-Fanszene ist eine „eigene“ Freizeitkultur.

Fan geht vor | ergänzende Informationen

In diesem Sinne:
Lebe lieber ungewöhnlich…