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Hallenser Hallotri

Auf dem Weg „fehlende“ Stadien der 3. Bundesliga zu besuchen, kam die Partie von „Chemie Halle“ am Ostersamstag gegen den SC Preußen Münster gerade recht.
Die A38 leer gefegt wie immer, sodass ohne zeitliche Probleme das Fahrzeug beim Netto am Böllberger Weg abgestellt wurde. Eine Münsteraner Bullibesatzung kurvte im 9er auch noch umher, auf der Suche nach einem Parkplatz, da sie offensichtlich (freiwillig oder unfreiwillig) eine andere Parkmöglichkeit als den Gästeparkplatz suchte. Der Großteil des Preußen-Anhangs wählte die Anreise mit dem (Sonder-)Zug.
Der zeitliche Druck kam erst auf als ich die Schlange am einzig geöffneten Kassenhäuschen erblickte, die eine beachtliche Länge -rund 30 Minuten vor Anpfiff- aufwies. Das sonnige, wenn auch kalte, Wetter hatte wohl mehr Hallenser als erwartet vom Sofa ins Stadion gelockt. Pünktlich zum Anpfiff im Stadioninneren zu sein rückte in weite Ferne. Durch glückliche Fügungen konnte ich Jemandem seine überzählige Karte abkaufen und für 20 EUR auf der Haupttribüne Platz nehmen. Beste Sicht auf Heimkurve und Gästesektor inklusive.

Der jetzige „ERDGAS Sportpark“ dürfte zwar reichlich wenig mit dem „Kurt-Wabbel-Stadion“ (KWS) gemeinsam haben, dennoch ist es gelungen das neue Stadion, welches, isoliert betrachtet keinen besonderen Charme versprüht, in die Grundmauern und Torbögen (Denkmalschutz) des alten, 1936 erbauten, KWS „einzubetten“, was insbesondere auf den jeweiligen Hintertorseiten sehr schön zur Geltung kommt.

Auf Seite der Preußen war der Gästeblock gut gefüllt. Kurz vor Anpfiff wurden Fahnen in den Vereinsfarben des SCP06 ausgeteilt, was eine Minute nach Beginn ein simples, aber schickes, dreifarbiges Bild abgab. Dazu wurde lautstark mit dem Support begonnen.

Auf Seite der HFC-Fankurve gab es ein Spruchband, was die Abschaffung des Sicherheitszuschlags zum Thema hatte, den die Stehplatzbesucher für dieses Spiel zahlen mussten. Zur 2. Halbzeit gab es ein Spruchband mit dem eindeutigen Inhalt „Keine Solidarität mit Red Bull“, garniert mit „Wir wollen keine Bullenschweine“- sowie „Scheiss Red Bull“-Gesängen. Vor dem Spiel drehte ein übergroßer Biber (?!) seine Runde – der „Hallotri“, das Maskottchen des HFC. Der in den Schlachtrufen und auf vielen Zaunfahnen noch vielerorts präsente Zusatz „Chemie“ wurde 1991 offiziell aus dem Vereinsnamen gestrichen.

Halle bildet in Sachen Fanfreundschaft ein Dreierbündnis mit Lok Leipzig und Erfurt. Eine Lok-Fahne hing auch während des Spiels auf der Gegengerade, ein Indiz dafür, dass die Freundschaft auf breiter Basis getragen wird und es sich nicht nur um ein Bündnis zwischen einzelnen Gruppen handelt.
In Sachen Zaunfahnenkultur kann sich sich sicher so mancher Erst- und Zweitligist eine Scheibe abschneiden. Auch in Halle findet man eine Vielzahl gelungener Exemplare, die ein schönes Kurvenbild abgeben. Über allem thront mächtig eine XXL-“HFC Fankurve“-Fahne. Stimmungskern mit Trommel und Fahnen ist ganz klar bei der „Saalefront“, die sich mittig hinter dem Tor platziert hat.

Die Kurve der Preußen ist hierzulande sicher einer der „Vorreiter“ in vielen Dingen. Schon früh, zu Zeiten der Curva MS, verzichtete man auf jegliche Art der digitalen Selbstinszenierung in Form von Website, Blog o.ä.. Später erlangte man dann durch die für viele neuartige Spaltung der aktiven Fanszene überregionale Bekanntheit – was in anderen Ländern (insb. Frankreich) bereits Gang und Gäbe war und ist. Man erfährt von den Münsteranern nach wie vor recht wenig in den bekannten Postillen. Rein vom Gefühl her wirkte die Situation im Gästeblock auf den Außenstehenden gemäßigt bzw. konstruktiv. Sowohl beim Fahnenintro als auch den Gesängen -es waren zwei Vorsänger auf dem Zaun- wurde gemeinsam an einem Strang gezogen und nicht gegeneinander gesungen oder agiert. Wenngleich sich optisch klar 2 Stimmungskerne herauskristallisieren – auf der einen Seite „Deviants“/Sektor M und daneben die Gruppen der Fiffi-Gerritzen-Kurve (Ex-Block O) , allen voran die Fahne der „Gruppo Resistente“, die einen echten Blickfang darstellt.

Da für die Gäste ausschließlich der Stehplatzbereich vorgesehen war, gab es hier auch kaum Möglichkeiten den Abstand zwischen den beiden Standorten zu vergrößern.
Nach der Auflösung der Curva MS, dem „Überbau“ für viele Gruppen, nach Verlust der Zaunfahne in 2011, rückten die vielen kleinen Gruppen der Preußenkurve wieder verstärkt in den Fokus: Kategorie Münster, Lunatics, Preussen Fighters, Punzengarde und wie sie alle heißen.

Im Gepäck der Deviants befanden sich in meinen Augen zwei sehr gelungene, stilvolle Doppelhalter. Ein klarer Beweis dafür, dass gut gemachte und bewusst eingesetzte Doppelhalter absolut ihre Berechtigung haben, nachdem sie in der deutschen Ultra‘-Landschaft -so zumindest mein Eindruck- fast weitestgehend durch Schwenker ersetzt wurden, obwohl sie eine Zeit lang aus den deutschen Kurven kaum wegzudenken war, da es oft sehr statisch oder emotionslos, so die Kritiker, wirkte. Die Deviants, befreundet mit den Ultras aus Bordeaux, positionieren sich klar antirassistisch, antihomophob und antisexistsisch, was für andere zu dogmatisch oder „politisch“ ist und mittlerweile ein bekanntes (Spaltungs-)Thema in den deutschen Fankurven darstellt.
In der Art des Supports ließ sich heute kein Unterschied ausmachen. Das Liedgut beschränkte sich eher auf einfachere, nicht sehr textlastige Gesänge.

Während des Spiel präsentierte Halle einen Preußen-Pulli am Zaun sowie 3 schwarz-grün-weiße Schals. Im Gästeblock hing ein erbeuteter, roter HFC-Seidenschal am Zaun.

Sportlich spricht das 3-0 für die Hausherren eine klare Sprache. Da fiel es auch nicht so ins Gewicht, dass Preußen-Keeper Schulze-Niehues in der 77 Min. einen Elfer verursachte, mit „rot“ vom Platz gestellt wurde und durch den Elfer das dritte Tor für den HFC fiel. Den georgischen Torschützen Akaki Gogia wird man zukünftig sicherlich höherklassig kicken sehen. Auf jeden Fall immer wieder schön altgediente Bundesliga-Kicker überraschend auf dem Spielberichtsbogen zu entdecken. Diesmal waren es Ivica Banovic und Marco Engelhardt.

Kulinarisch kann das Kurt-Wabbel-Stadion nur bedingt überzeugen. Für den Kauf einer 3 EUR Frikadelle aka Bulette benötigt man eine 5 EUR Bezahlkarte (2 EUR Pfand), die man umständlich nach Spielende an lediglich einem Kiosk umtauschen muss. Bezahlkarten sind an sich schon unnötig, bei überschaubaren Zuschauerzahlen, wie sie hier an der Tagesordnung sind (heute: 7.498 Zuschauer), erst recht. Immerhin: Die Frikadelle schmeckte eher nach Metzger als nach 0815-Catering und konnte somit Pluspunkte sammeln. Punkten konnte ebenfalls das Stadionheft für 1,50 EUR mit dem treffenden Namen „Chemiker“.

Fakten:
04.04.2015 | 14:00 | Hallescher FC – SC Preußen Münster 3-0
Stadion: Erdgas-Sportpark
Wettbewerb: 3. Bundesliga 2014/2015
Zuschauer: 7.498 (Kapazität: 15.057) / Gäste: ca. 900
Eintritt: 21 EUR, Sitzplatz Haupttribüne
Culinaria: Bulette 3 EUR

DSC Arminia Bielefeld 1905 – SV Werder Bremen

Ostwestfalens Gloria sorgt endlich wieder für Furore! In der 3. Liga läuft für die Arminia aus Bielefeld alles nach Plan, sodass die Pokalabende richtig genossen werden können. Nachdem in der 2. Runde Hertha BSC aus dem Pokal gekickt wurde, sollten nun die Bremer Fischköppe dran glauben.

Standesgemäß läutete die Bielefelder Fanszene unter Führung der Lokal Crew das Spiel mit einer schicken Choreo ein.

Die Bremer Ultraszene wollte ebenfalls mit einer Choreo in das Spiel starten, geklappt hat`s eher „geht so“…Eine der ca. 23 Bremer Gruppen plante scheinbar ein Intro mit übergroßen Doppelhaltern die ein Wellenmuster (?!) ergeben sollten, hatte aber scheinbar vergessen die Aktion mit Gruppe 7 bis 14 abzusprechen, während die restlichen 8 Gruppen eine ganz andere Idee hatten und den kompletten Block mit einer großen Grün-weißen Blockfahne überzogen. Das Ergebnis sah dann ganz nett aus, die Durchführung wirkte allerdings sehr konfus.

Insgesamt war der Auftritt der Bremer Fanszene sehr enttäuschend. Stimmungsmäßig hatte ich jetzt eh keinen Kracher erwartet, aber selbst die Zaunbeflaggung war schwach, noch nicht mal die so doll gemusterte Zaunfahne der Baltic Crew hing, Frechheit!

Bielefeld dagegen mit den bekannten Zaunfahnen auf dem South Stand, wie die Bielefelder die Südtribüne in einer Choreo schon einmal selbst bezeichnet haben, sowie einem klasse Mix aus alten Gassenhauern, melodischen Liedern aber auch den klassischen brachialen B-I-E-L-E-F-E-L-D Rufen, gefielen mir mal wieder richtig gut.

Das Spiel wurde übrigens dank meines Arbeitskollegen Schmidti stilecht aus der VIP Loge verfolgt. Bei allem gepöbel über Fußball aus Logen- Geil ist es schon ein Spiel bei dem man nicht aktiv auf den Rängen beteiligt ist aus einer überragenden Perspektive zu verfolgen, sich vor/während/nach dem Spiel am reichhaltigen Buffet zu bedienen, das frisch gezapfte Krombacher mit perfekter Schaumkrone und selbstverständlich im Glas auf den gepolsterten Sitzplatz servieren zu lassen und sich je nach Lust und Laune auch mal nen leckeren Cocktail zu können.

Da in den VIP Logen alles, wirklich alles wichtiger ist als die 90min. auf dem Rasen bzw. das was in Bielefeld so Rasen genannt wird, gibt es hier auch keinen Spielbericht sondern nur das blanke Ergebnis:

3-1. Der DSC ist wieder da!

CR für Salsiccia

Fakten:
04.03.2014 | 19:00h | DSC Arminia Bielefeld- SV Werder Bremen
Stadion: Alm
Wettbewerb: DFB Pokal 2014/2015
Zuschauer: 26 137 | ausverkauft
Eintrittskarte: VIP Loge sponsored by Schmidtis Papa
Culinaria: Bremer Fischbrötchen

„Jeden Montag auf dem Weg zur Arbeit…“

Das Stadion „Am Bruchbaum“ ist erst ein Pflichtspiel alt. Grund genug die zweite Gelegenheit zu nutzen und dem, neben dem sportlichen Aspekt, auch fantechnisch attraktivsten Spiel der Oberliga Westfalen beizuwohnen.

Das fand passenderweise an einem Freitagabend statt und so machten sich gleich 4 Kibitze auf den Weg nach Lippstadt.
Insgesamt dürften sich schätzungsweise an die 50 Hopper auf der mit 5 großen Stufen ausgestatteten Gegengerade eingefunden haben. Viele mit Kamera im Anschlag in Erwartung von optischen Darbietungen beider Fanlager.

Die Fanszenen beider Clubs sind nicht nur freundschaftlich miteinander verbunden, sondern platzierten sich auch -ideal für den anwesenden Hoppermob- schräg gegenüber des jeweils anderen, sodass beste Sicht auf das Geschehen gewährleistet war.
Die Fanszene LP hat sich taktisch günstig im Stehplatzblock unter der überdachten Tribüne platziert. Vor dem Block hängt eine recht schicke, große „Supporter Block LP“-Fahne. Im Block selbst einige Gruppen- und Sektionsfahnen der Fanszene LP.
Direkt angrenzend befindet sich die etwas überdimensioniert wirkende, fast schon protzige, „Hella Club Lounge“.
Wie schon erwähnt, besteht die unüberdachte Gegengerade aus 5 großen Betonstufen, genau wie der Gästeblock, der sich über die komplette Hintertorseite zieht.
Hinter dem anderen Tor ist keine Tribüne, sondern das Vereinsheim.
Eintritt studentisch ermäßigt 6 EUR, der Vollzahler musste 8 EUR zahlen.
Interessant wäre mal zu wissen, inwieweit der Umzug vom eher zentral, dafür aber verkehrstechnisch ungünstig gelegenen „Stadion am Waldschlösschen“, bei der Fanszene Anklang fand. Befindet man sich jetzt eher etwas abseits der Lichter der Stadt an einer Landstraße.

Um ein Teil des Fazits bereits vorweg zu nehmen: Was hier, immerhin in den Niederungen von Liga 5 fantechnisch geboten wurde, war wirklich mehr als passabel. Sich Woche für Woche auf den Sportplätzen und im heimischen Stadion neu zu motivieren (Der SV Lippstadt 08 fristet ein Dasein im Niemandsland der Tabelle) finde ich durchaus beachtlich.

Zum Intro präsentieren die Lippstädter „Los Aliados“ eine Folienbahnen-Choreo in ihrem Block, während bei den Gästen rund um die „Compadres“ mit Fackeln den Abendhimmel erleuchten. Vorm Heimblock hing eine „Neunzehnhundertacht“-Zaunfahne umrahmt von den Traditionswappen. Ahlen hatte den Text „Zwangsabstieg und schwere Jahre sind Vergangenheit für Rot-Weiss“ zum Intro über die Zaunfahnen gehangen.

Heraussticht vor allem die „Beatbox“ der Lippstädter. Der einsame Trommler steht vor dem Block und kann sich so an seinem Instrument inkl. Schlagzeug/Snaredrum (?!) selbst verwirklichen.
Dadurch wirkt der Support der Lippstädter um einiges mächtiger und lauter. Auch der sangesfreudige Kern der Ahlener hat es an diesem Abend schwer dagegen anzukommen.
Zur 15. Minute hängt bei den Gästen der „G-Block“ seine Fahne auf. Wechselgesänge gibt es zwischen Heimseite und Gästeblock auch, so wird lautstark „Freiheit für Kiste“ gefordert und in der 30. Minute akustisch das Bündnis zelebriert. Zur 35. Minute wenden sich die Ahlener vom Spielfeld ab Richtung Stadiontore, passend dazu ein „Gegen alle SV“.
Zwischendurch immer mal kleiner Gäste-Pyro-Einlagen mit Fackeln, Rauch und Breslauern, was den Stadionsprecher zu Ermahnungen/Bitten veranlasst. Warum einer der Pyromanen sich dann noch dazu berufen fühlt unmotiviert die brennende Fackel auf den Platz zu feuern, weiß er heute wahrscheinlich selbst nicht mehr. Recht sinnfreie Aktion.
Die Fahnen sind im Dauereinsatz, die Beatbox gibt den Takt vor. Mein gesangliches Highlight ist die Lippstädter-Eigenkreation „Jeden Montag auf dem Weg zur Arbeit…“ Bleibt auf jeden Fall gut im Ohr.

Die Mantaplatte für 4,50 EUR ist wirklich in Ordnung und der Preis scheint fair.

Der überraschende (Sieg-)treffer für den Außenseiter gegen den Tabellenführer fällt erst in der Nachspielzeit.

Fakten:
13.03.2014 | 19:30h | SV Lippstadt 08 – Rot Weiss Ahlen 1-0 (0-0)
Stadion: am Bruchbaum, Lippstadt
Wettbewerb: Oberliga Westfalen 14/15
Zuschauer: 1.094 | Gäste ca. 200
Eintrittskarte: 8 € | Stehplatz Gegengerade „Hopperblock“
Culinaria: Mantaplatte 4,50

FC København – Brøndby IF

Da eine gemeinsame Städtetour mit Inga schon eine Weile zurück lag und der nächste „große“ Urlaub erst im Juni ansteht, wurde der März auserkoren, um das nächste Fähnchen auf unserer Weltkarte zu versenken. Da der tifo-interessierte Fan natürlich nicht willkürlich irgendwo hinjuckelt sondern vorher der Kicker Matchkalender gecheckt wird, wurde „spontan“ Kopenhagen vorgeschlagen… Zufälle gibt’s… Heheee… Hat damals beim Istanbul Trip auch schon geklappt, Zufall, ganz ganz dickes Ehrenwort liebe Inga.

Los ging es am frühen Freitagmorgen, dank des Firmenwagens wieder äußerst kostenneutral. Als Unterkunft wählten wir über AirBnB eine schicke Unterkunft im Szeneviertel Nørrebrö.
Da in der Salsiccia .pdf-Ausgabe Nr. 13 schon ausführlich auf Kopenhagen eingegangen ist, hier nur grob ein paar Infos.
Kopenhagen ist teurer- sehr teuer! Selbst für Sparfüchse wie uns zwei… Da kostet der Cappuccino schon mal gerne 5€, die Dose Bier im Supermarkt 3 € und die Pizza 9 €…

Koppenhagen hat Kinder- viele Kinder!
Kopenhagen hat ca. 500.000 Einwohner, wovon gefühlt 80 % unfassbar gutaussehend sind, egal welchen Alters. Von diesen 80 % haben ungefähr 75 % süße kleine Kinder. Inga und ich waren uns einig das Kopenhagen so in den nächsten Jahrzenten zur Millionenstadt voller gutaussehender, fahrradfahrender Hipster wird.
Falls wer Interesse hat gebe ich euch gerne noch ein paar aktuelle Tipps zur Stadt, um den Rahmen des Blogs aber nicht zu sprengen, nun direkt rein ins Kopenhagen DERBY!

Das „Parken“-Stadion von Kopenhagen, liegt wie der Name schon vermuten lässt in einem Park. Von unserer Unterkunft zu Fuß gut zu erreichen schlenderten wir ca. 2,5 Stunden vor Spielbeginn in Richtung Stadion um bei einem leckeren Apple Cider, die Sonne und das Treiben rund um den 1992 eröffneten Ground zu genießen.
Hinter dem schicken „Parken“, welches auch gleichzeitig das Nationalstadion Dänemarks ist, befindet sich ein nettes Oldschoolstadion das mittlerweile vornehmlich für Leichtathletik genutzt wird.
Selbstverständlich wollte ich das Stadion von innen sehen, selbstverständlich war das Dingen zu. Vor dem Haupteingang hatten sich allerdings ein paar Jugendtrainer vom FC Kopenhagen versammelt um ein paar Pølser zu grillen und Dosenbier zu verkaufen. Einer der schon leicht angetrunkenen Betreuer machte uns ein faires Angebot: Dose Bier, Pølser + freier Zugang in`s innere für umgerechnet 8 €. Ruck zuck wurden wir durch die Katakomben gelotst, die letzte Tür für uns aufgeschlossen, freundlich beim vollgetankten Betreuer bedankt und ab zur Fotosession. Fotosession beendet, wieder zurück zum Ausgang. Bääähm- Tür zu!!! Der „leicht“ angetrunkene Herr hatte wohl vergessen dass die Tür von innen nicht aufgeht… Shit. Nun gibt es aus meiner Sicht sicherlich schlimmere Dinge als mit seiner Liebsten in einem schicken alten Stadion gefangen zu sein, nicht aber wenn nebenan in 45min. der FC Kopenhagen auf Bröndby IF trifft… Schlussendlich fanden wir über den Hintereingang einer direkt anliegenden Kneipe doch einen Ausgang. Puuuh, auch mal was Neues nicht aus einem Stadion heraus zu kommen, normal ist reinkommen ja eher das Problem….

Erläuterte ich Inga vor dem Spiel, dass von Heimseite nicht mit Pyro zu rechnen sei, von Gästeseite jedoch umso mehr (danke an dieser Stelle für das Gefühl das es dich zumindest minimal interessiert), wurde ich direkt beim Intro eines Besseren belehrt. Alter Däne- wie geil war das denn bitte?!?
Nachdem die Blockfahne, die über die gesamte Hintertortribüne entrollt wurde, wieder unten war, fackelte die Kopenhagener Szene rund um die Urban Crew, unterstützt übrigens von der CFHH, so ziemlich alles ab was der Ultras-Tifo-Shop hergibt. Zu Beginn Rauchtöpfe, anschließend 40- 50 Fackeln, 10-20 Blinker…Wahnsinn…Eine der beeindruckensten Pyroshows die ich je live erleben durfte. Die Reaktion des restlichen Publikums: Applaus (!!!).

Netterweise warteten die Jungs und Mädels von Bröndby IF mit Ihrem Intro so lange, bis das Spektakel auf Heimseite beendet war und starteten dann ein Chaos Intro bestehend aus großen in hellblau, blau und gelb gehaltenen Schwenkern, Konfetti und Wurfrollen, sowie einigen Fackeln und Blinkern. Auf Gruppenzaunfahnen wurde bei Bröndby übrigens komplett verzichtet, vor dem Gästeblock hing anstelle dessen eine über die komplette Breite gestaltete „Sydsiden Bröndby“ Zaunfahne.

Die 22 Kicker auf dem Rasen warteten ganz gemütlich mit dem Anpfiff, spielten sich noch gemächlich ein paar Aufwärmbälle zu, der Schiedsrichter erkundigte sich kurz bei den Kapitänen, ob Sie wüssten wann die Kurven gedenken das Spektakel zu beenden und pfiff dann ohne großes Trara ca. 15 Min. später an.
Ich glaube nun weiß Inga wie ich aussehe, wenn ich richtig, richtig glücklich bin, was ein Auftakt!!!
Das dieses Niveau nicht 90min. gehalten werden konnte war klar. Stimmungsmäßig war für mich Bröndby deutlich emotionaler, beim FCK sah das ganze irgendwie nach Pflichtprogramm aus. Auf dem Platz ein ähnliches Bild, der FCK wirkte reifer, besonnener, ohne große Emotionen, vom ehemaligen FC Trainer Stale Solbakken richtig gut eingestellt. Folgerichtig ging Kopenhagen in der 35 Min. in Führung.

In der Halbzeit bedienten sich die ca. 20-30 permanent vermummten Jungs von Alpha Bröndby ganz chillig an der mitgebrachten Pyrotasche und zündeten einen netten Mix aus Blinkern, Fackeln und einer ordentlichen Menge Rauch. Einfach krass. Gejuckt hats natürlich keinen, nur bei Böllern gab es ein paar Pfiffe der restlichen Besucher. Schwarz- gelbe Anhänger aus DO konnten auf Gästeseite zumindest optisch nicht ausgemacht werden, waren aber sicher vor Ort.

Der FC Kopenhagen startetet gut in die die 2.Halbzeit und war dem 2-0 deutlich näher als die Gäste dem Ausgleich. Nun stieg auch das ganze Stadion in die Gesänge ein, während sonst „nur“ die Hintertortribüne und Teile der unteren Gegengeraden Attacke machte.
Bei der Sydsiden von Bröndby machte kompakt der ganze Block mit, der Punkt geht aus meiner Sicht an Bröndby IF.
In der 55. Min dann der überraschende Ausgleich, was einen saugeilen Torjubel zur Folge hatte. Der durch blau- gelbe Plastikfahnen nach unten abgetrennte Bereich der Gästetribüne wurde direkt „überrannt“ bis unten an die Werbebande, die direkt umgekickt wurde. Die Jungs feierten nun direkt am Spielfeldrand den Ausgleich. Torjubel vorbei, noch fix die Bande aufheben, kurz mit den Ordnern abklatschen, husch wieder ab hinter die Bande, weiter geht’s. Einfach nur geil… Während die Ordner noch damit beschäftigt waren die Überreste des Torjubels zu beseitigen, fackelte Bröndby schon wieder fleißig im Block. Das Spiel lief natürlich wie selbstverständlich weiter.
Man stelle sich sowas in…..Ach lassen wir das. In der 65 Min. dann der verdiente Führungstreffer für den FC Kopenhagen der mit dem Treffer zum 3-1 in der 90.min alles klar machte.
Die Feierei danach war schon recht ordentlich, aber irgendwie nicht so emotional wie sie wahrscheinlich beim Gegenüber gewesen wäre. Mag aber vielleicht auch an der Favoriten bzw. Außenseiterrolle liegen…
Ich könnte hier noch mehr Details über Spruchbänder, Rauchtöpfe, Hüpfeinlagen, Songauswahl usw. schreiben, dies würde aber den Rahmen sprengen. Sogar Inga musste zugeben „dass es schon spannend war, weil in den Kurven immer was los war…“. Ich hatte viel erwartet- aber wenn so ein Fazit von Inga kommt, muss schon eine Menge auf den Rängen passiert sein.
Interessant übrigens, was der durchschnittliche Kopenhagener Hipster und natürlich mehrfache Familienvater so an Bierchen in sich reinkippt. Das hatte ich bei den Bierpreisen nicht unbedingt erwartet. Da scheint zwischen Soja Chai Latte und Kindergartenplatz noch ne Menge Kohle für Stadionbiere übrig zu sein… Vielleicht liegt es auch daran, dass Kopenhagen die 5. teuerste Stadt der Welt ist, die Bewohner im Verhältnis aber weltweit am 3. Besten verdienen.

Mein Fazit:
Stimmungsmäßig gibt es sicherlich bessere Derbys in Europa, alleine schon was die Zuschauerzahlen angeht. Was in Kopenhagen aber an Pyrotechnik und optischer Unterstützung geboten wird, braucht sich vor keinem europäischen Derby zu verstecken. Ich persönliche habe solch eine Masse an Pyro noch in keinem Spiel erlebt und bin auch jetzt, 4 Tage nach dem Spiel, völlig geflasht.

CR für Salsiccia

Fakten:
08.03.2014 | 15:00h | FC København – Brøndby IF 3-1 (1-0)
Stadion: „Parken“ Stadion
Wettbewerb: (ALKA) Superligaen Dänemark Saison 2014/2015
Zuschauer: 31.279
Eintrittskarte: 25 € | Gegengerade Oberrang
Culinaria: Spezial „Pølser- Dosenbier- Groundspotting- No Exit Menü“. 8 €

Bodo & Rolf im AKS

Wenn Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow auf „Sportreporter-Legende“ Rolf Töpperwien trifft, kann eigentlich nichts Gescheites dabei heraus kommen. Beide wussten wahrscheinlich selbst nicht so genau, was sie bei schönstem, sonnigem Sonntagswetter in Nordhausen wollten und sollten. Es kam auf jeden Fall nichts Sinnvolles beim rum als sie am Mikro waren („Adolf? Albert? Alfred?-Kuntz-Sportpark (AKS)…ach egal – was zählt ist Wacker“ – ja nee ist klar.)

Topspiel der Regionalliga Nordost (je nach Zählweise der möglicherweise annullierten VFC Plauen Punkte der Erste gegen den Zweiten).
Da lässt sich der MDR nicht lange bitten und überträgt tatsächlich sein 1. Livespiel aus Nordhausen im TV, was die „krumme“ Anstoßzeit erklärt.

Die Fanszene von Zwickau „begleitet“ mich nun medial seit über 10 Jahren. So viel gelesen, gehört und Bilder gesehen – heute also endlich mal die Gelegenheit den unverkennbaren Zwickauer Stil live zu erleben und sich selbst ein Bild zu machen und sei es nur eine Momentaufnahme.

Ein weiträumig gestreutes Polizeiaufgebot darf natürlich nicht fehlen und empfängt die Besucher schon an den Stadttoren.
Da der Wacker-Kassenwart und die Kassierer-Crew etwas überfordert mit dem geballten Zuschauerinteresse zu sein schienen, als es Richtung Anpfiff ging, war genug Zeit um die anstehenden Kunden genauer zu beobachten – hier im Südharz trägt man noch modebewusst den „feinsten Zwirn“ vom Thor S., A. Aryan & wie sie sonst noch alle heißen. Kann man schon mal aus‘m Schränk’sche holen wenn die BSG Sachsenring vorbeischaut.
Tja ja so ist dieses Hoppervolk – kaum mal da – schon gleich am Pöbeln. Dies wahrscheinlich einer der Mitgründe warum Hopper gerade in Zwickau in etwa so beliebt sind wie Fußpilz.

Zum Intro bieten die Wackerfans überdurchschnittlich viel – die Messlatte ist hier aber auch recht niedrig anzusetzen. Es gab neben blau-weißen Fähnchen Spruchbänder in Richtung Bodo Ramelow zur Stadionfrage (#PROAKS).
Ganz anders bei den Gästen. Kein spezieller Tifo zu Beginn, dafür 2 große Schwenker, u.a. mit der „…lebe lieber ungewöhnlich“-Fahne (m)ein absolutes Highlight.
Zaunbeflaggung auf beiden Seiten vorhanden. Bei Wacker 10 Fahnen am Zaun und auf dem Tribünendach eine Art Cowboy-“Edelfan“ mit blau-weißem Schwenker. Bei Zwickau zählte ich 23 FSV- sowie 1 x Dynamo-Fahne(n).
Akustisch gehen die Zwickauer Gesänge schon ins Ohr. Das kommt dem, was ich unter „ultra‘“ verstehe, schon ziemlich nah. Da ist es in meinen Augen auch zu verschmerzen, dass im Endeffekt nur das Mitteldrittel konsequent mitzieht und die „Ränder“ es bei Torwart-/Schiri-/Magdeburg-Pöbeleien belassen und 1-2x ein „Hier regiert der FSV“ brüllten.

Die aktive Szene zieht ihr Ding dauerhaft durch und das mit vollster Überzeugung und Hingabe. Gefiel mir in der 2. Halbzeit nochmal ’ne Schippe besser als in der ersten Hälfte. Heraus stachen in meinen Ohren das „Lasst uns drei Punkte holen…“, „Du bist unsr‘e Nr. 1…“ und die Zwickauer „Brasil“-Version. Die Heimseite fiel eigentlich nur durch 1-2 Dynamo-Pöbeleien auf.
Drei Tore – drei Zaunstürme, welche das Gitter ordentlich zum Wanken brachten, es aber stand hielt. Dahinter der Zwickauer Mob, größtenteils oberkörpfrei am Durchdrehen. Der Trommler beherrscht sein Handwerk und die Einklatscheinlagen konnten was. Nach dem Führungstreffer wurde passenderweise ein XXL-Doppelhalter mit der „1″ gezeigt. FSV Zwickau – Spitzenreiter.

Wenn in der Halbzeit der Nachbar der angrenzenden Kleingartenkolonie die 0,5er Kanne über den Zaun reicht könnte man meinen, die Welt wäre hier noch in Ordnung, wird dann aber schnell von der Realität eingeholt, spätestens als Rolf Töpperwien die Kandidaten fürs Halbzeit-Elfmeterschießen nicht ausfindig machen kann und vor dem Besuch am Bratwurststand warnt, da „zu voll“.

Fakten:
08.03.2015 | 14.05h | FSV Wacker 90 Nordhausen – FSV Zwickau 0-3 (0-1)
Stadion: Albert-Kuntz-Sportpark, Nordhausen
Wettbewerb: Regionalliga Nordost 2014/15
Zuschauer: 1.647 davon rund 500 Gäste (Stadionkapazität 8.000)
Eintrittskarte: 12 € Stehplatz, Vollzahler (Wessi)
Zaunfahnen: Nordhausen: 10 | Zwickau: 24
Culinaria: Bis jetzt leider noch keinen Ground in Thüringen gefunden, wo mich die „Thüringer“ überzeugt hat.

#asselmitk #inschwarztour #kraftklubstatttatort

An den Jungs von „Kraftklub“ aus Karl-Marx-Stadt scheiden sich bekanntlich die Geister.
Ich empfinde deren Sound als sehr erfrischend, will zwar nicht wieder den schwedischen „The Hives“-Vergleich heranziehen, kann aber definitiv mit den meisten Texten und Klängen viel anfangen und halte sie für treffend.

Wenn das Quintett dann noch in direkter Nachbarschaft ein Stelldichein gibt ist die Sache klar und dem 3. Mal „Kraftklub mit K“ LIVE für mich stand nichts im Wege. Kontrastprogramm zum sonntäglichen „Tatort“-Sofa.
Optisch in meinen Augen auch stilvoll gekleidet, zunächst mit Harrington, später dann „uniformiert“ in Poloshirt mit den klassischen roten Hosenträgern, lieferten die Jungs auf dem „1. Toursonntag“ eine gelungene Show ab und heizten der Stadthalle gut ein.
Auf der gewählten Setlist fehlte keiner der erwarteten Klassiker, dazu gab es aber auch eine ordentliche Portion Songs des aktuellen Albums; während die älteren Gassenhauer in einer Art „Medley“ fließend zusammengefasst wurden.
Das Spektrum reicht von Texten und Beobachtungen im zwischenmenschlichen Bereich bis zu echten Mitmach-Abgeh-Hymnen für Festivals und Hallen.
Persönliches Highlight sicherlich „Drei Schüsse in der Luft“ – nicht ohne Grund lud kürzlich das ZDF die Jungs in die „Die Anstalt“-Satire um genau diesen Track zum Besten zu geben. Sehr gelungene 4:07 Minuten.
So ist es mir persönlich auch recht egal, dass es Probleme bereitet die Jungs in ein Genre zu packen: Ist es noch Indie-Rock? Pop? Gitarrenmusik mit Rap? ScheissIndieDisko.

Gut auch kleine Gags und Anekdoten am Rande; so wurde Ulf beim Mathe lernen von der Bühne aus angerufen, weil sein Kumpel die Nummer verriet und es wurde in Erinnerungen geschwelgt, als die Jungs vor 3 Jahren noch vor 350 Leuten und für 15 Euro im K-19 spielten und besagtem Studentenclub den Song „Meine Stadt ist zu laut“ widmeten. Beim Wett-Stagediven wurde der Sieger gekürt, als sich die Jungs über die Köpfe der rund 2.700 Konzertbesucher zur Bühne tragen ließen.
Auch ihren Bezug bzw. Mini-Anteil am Erfolg des Kasseler Acts „Milky Chance“ verschwiegen sie nicht, die es ebenfalls als Provinzler -ohne in Berlin zu wohnen- zu Weltruhm geschafft haben.
Auch die Vorband „Gin Ga“ aus Österreich konnten mich überzeugen. Da es deren letzter Auftritt auf der Tour als Vorband war, schauten sie während des Konzertes noch mal auf der Bühne vorbei und spielten ein einwandfreies, schweißtreibendes „Blitzkrieg Bop“.

Nächste Chance für Kraftklub live in der Region: Das „OPEN FLAIR“-Festival im August.

Ticket: 22.02.2015, Stadthalle Kassel, VVK: 31,80 EUR

Better than breakfast

roots 38

16.01.2015 – Preston North End – Leyton Orient
17.01.2015 – Burnley FC – Crystal Palace FC